Griechenlands Eisenbahn gehört nun Italien

18. September 2017 / Aufrufe: 791

Die TRAINOSE gehört fortan offiziell den italienischen Staatsbahnen, während rund 700 Millionen Euro Schulden der TRAINOSE Griechenlands Steuerzahlern aufgebürdet wurden.

In Griechenland wurde am 13 September 2017 ein Ausschreibungsverfahren vollendet, das vor vier Jahren begann und für die TRAINOSE mit dem Verkauf und der Übereignung von 100% der Gesellschaft zu einem (Spott-) Preis von 45 Millionen Euro an die italienischen Staatsbahnen „Ferrovie Dello Stato Italiane S.p.A.“ ein neues Kapitel öffnet.

Parallel brachte die Vollendung der Privatisierung die Schließung der Akte der Europäischen Kommission wegen staatlicher Zuschüsse in Zusammenhang mit den Schulden der TRAINOSE in Höhe von 692 Mio. Euro an die OSE einher (siehe auch Eisenbahn-Privatisierung kommt Griechenland sauteuer zu stehen).

Privatisierung der Eisenbahn Griechenlands per … Verstaatlichung

Die italienischen Staatsbahnen Ferrovie Dello Stato Italiane S.p.A. stellen die drittgrößte Eisenbahngesellschaft in Europa dar und übernehmen, die TRAINOSE mit ihrem Knowhow und ihrer Erfahrung zu unterstützen und zu entwickeln und einen signifikanten Anbieter von Eisenbahn-Dienstleistungen zu schaffen.

Die Unterzeichnung der Vereinbarung erfolgte in Kerkyra (Korfu) im Rahmen der Tätigkeit des obersten Ausschusses für Zusammenarbeit zwischen Griechenland und Italien von der Präsidentin des sogenannten Privatisierungsfonds (TAIPED), Lila Tsitsogiannopoulou, und dem geschäftsführenden Vorstand der Ferrovie dello Stato Italiane Group, Renato Mazzoncini.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Wie schon die Übernahme 14 peripherer Flughäfen in Griechenland durch die Fraport stellt auch die von den Gläubigern Griechenlands erzwungene Veräußerung der TRAINOSE alles andere als eine „Privatisierung“, sondern vielmehr einen Akt der Leichenfledderei dar, bei der ein Staat sich Vermögenswerte eines anderen Staats unter den Nagel reisst. Und dies nach einer insbesondere auch von der Europäischen Kommission abgesegneten vorherigen „Entschuldung“ der TRAINOSE, mit der den griechischen Steuerzahlern nominal erst einmal etwa 700 Mllionen Euro, insgesamt jedoch bis zu 1 Milliarde Euro aufgebürdet werden.

  1. GR-Block
    18. September 2017, 09:52 | #1

    OK, jetzt darf man gespannt sein, wieviele der Bahnverbindungen als unrentabel stillgelegt werden und ob irgendwelche ausgebaut werden.

  2. Uli
    18. September 2017, 17:21 | #2

    Wenn man zu lange pokert oder verzögert, geht der Schuss meist nach hinten los.

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