Griechenland rüstet gegen Türkei auf

6. August 2017 / Aufrufe: 1.585

Auf Anraten der USA soll Griechenland auf den Erwerb der S-400 durch die Türkei mit der Anschaffung ballistischer Schiffsabwehrraketen ASBM antworten!

Die Antwort auf die Anschaffung des russischen Luftabwehr- / antiballistischen Systems S-400 seitens der Türkei, was einen völligen Umsturz bei der Bilanz der Luftmacht – und nicht nur – hervorrufen könnte, scheint von Seite Griechenlands besonders heftig ausfallen zu werden:

Nämlich mit einem „Upgrade“ der ATACMS-Raketen der griechischen Artillerie zu ballistischen Schiffsabwehrraketen mittels des Programms zu ihrem Umbau in ASBM, mit Möglichkeiten analog zu denen der chinesischen DF-21D.

USA schlagen Griechenland Aufrüstung der ATACMS vor

Das ATACMS-System der griechischen Artillerie sollte so wie so einem Modernisierungs-Programm unterzogen werden. Es ist eins der Top-Aufwertungsprogramme der griechischen Streitkräfte, die am 30 Juli 2014 von dem parlamentarischen Ausschuss für Verteidigung und Äußere Angelegenheiten genehmigt wurden.

Die Amerikaner schlugen der griechischen Seite vor, auf den Erwerb der S-400 durch die Türkei indirekt mit der Aufrüstung der ATACMS um Schiffsabwehrmöglichkeiten zu antworten. Vor acht Monaten gab der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter während einer in dem CSIS (Center for Strategic and International Studies) in Washington durchgeführten Konferenz den erfolgreichen Umbau der ATACMS bekannt, so dass diese nunmehr auch maritime Ziele angreifen können.

Für den Umbau verantwortlich ist das „Strategic Capabilities Office“ (SCO) des amerikanischen Pentagons, dessen Aufgabe ist, sich mit den existierenden Waffensystemen des amerikanischen Waffenarsenals zu befassen und mit einfachen und wirtschaftlichen Eingriffen deren Umbau anzustreben, damit ihre operativen Möglichkeiten mit Ausweitung ihres Einsatzes auch auf andere Bereiche verbessert werden. Das SCO baute die ATACMS zu einer ballistischen Schiffsabwehrrakete um, und zwar mit der Platzierung eines Sensors („seeker“) im Kopf der Rakete, der dieser gestattet, sich an der Oberfläche bewegende Einheiten zu orten und mit einer maximalen Reichweite von 300 Kilometern anzugreifen.

ASBM könnten türkische Marine aus der Nord-Ägäis „aussperren“

Die Amerikaner versicherten der griechischen Seite, die ATACMS können nunmehr auch bewegliche maritime Ziele mit Geschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten pro Stunde angreifen! Dies bedeutet ebenfalls, dass die Raketen mit kleinen Umbauten und in einer netzzentralen Umgebung eingesetzt auch bewegliche Landziele wie beispielsweise motorisierte Formationen angreifen können.

Was all dies bedeutet: Im Waffenarsenal der türkischen Kriegsmarine (und im westlichen Waffenarsenal allgemein) gibt es keine Waffen, um ballistischen Schiffsabwehrraketen zu begegnen. Sogar auch das als effizientestes Raketenabwehrsystem geltende CIWS Phalanx hat keinen senkrechten Drehwinkel seines ansonsten fast vollbeweglichen Geschützes. Ein Umbau der auf mobilen Abschusseinrichtungen ruhenden ATACMS zu ASBM könnte ein völliges Gebietszugangsverbot für die türkische Flotte in der gesamten nördlichen Ägäis verursachen und damit die Bedeutung der Meerengen „eliminieren“.

Die Entwicklungen sind dramatisch und das vielleicht signifikanteste Element ist die Bereitschaft der USA, Griechenland den Zugang zu der einschlägigen Technologie zu gewähren. Außerdem ist es wirklich die beste Antwort auf den Erwerb der S-400 durch die Türkei und vielleicht eine starke „Verhandlungskarte“ Washingtons gegenüber Ankara …

(Quelle: pronews.gr, Autor: Giannis Petridis)

  1. windjob
    6. August 2017, 09:52 | #1

    Ja, rüstet nur fleissig weiter auf. Da macht die Waffenindustrie ihre Kohle. Es ist richtig, Erdowahn ist gefährlich und erinnert mich an jemand den wir schon mal in Deutschland hatten. Er träumt vom Osmanischen Reich. Was aber besser wirken würde wären schärfste Sanktionen, dann würde sich nämlich das Volk auflehnen. Aber der doofe Juncker setzt ja immer noch auf Beitrittsgespräche und hat immer noch nicht gespannt, dass Erdogan nichts mehr mit der EU am Hut. Warum auch. Vielleicht sollten wir endlich mal austreten. Aber Merkel macht ja lieber Weltpolitik als sich ums eigene Land zu kümmern.

  2. Kleoni
    6. August 2017, 11:54 | #2

    und wer soll diese Waffen bezahlen? sicher wird Hr. Trump diese teuren Geräte nicht verschenken. Er verlangt indirekt vom griechischen Volk, dass sie sich dafür noch mehr einschränken, noch mehr Menschen ihr „täglich Brot“ aus den Überresten der Wochenmärkte zusammenklauben müssen, sich keine Medikamente = medizinische Grundversorgung mehr bekommen ist. Wer arm ist, der soll – nach Trumps Ideologie – gefälligst sozialverträglich ins Grab gehen.

  3. GR-Block
    6. August 2017, 18:47 | #3

    Jetzt hat Tsipras nunmal α gesagt, dann muss er auch β sagen. Das Land bleibt auch unter den „radikalen“ Linken in der EU und damit behält auch die NATO ihre Rechte. Und die NATO steckt seit Lehman Bros. bis zum Hals in einer Finanzkrise. Soweit so schlecht. Aber jetzt…

    Die Umstrukturierung der griechischen Wirtschaft wurde durch die Troika erfolgreich abgewendet. Die Staatsfinanzen bleiben prekär, deshalb ist der Zinsabfluss gesichert. Der Finanz-Katheter wurde bis hinauf zu den 500 Mio gelegt und auch der Bypass um GR klappt. Die westeuropäische Privatwirtschaft bekommt ihre Transfusion aus allen Rohren, sehr zum Ärger von Obama und Trump. Wow, welch eine Marktverzerrung.

    Die Amerikaner hingegen müssen ihren Aufschwung durch Waffenexporte finanzieren und initiieren deshalb einen Krieg nach dem anderen. Dafür steckt Obama ganz cool den Friedensnobelpreis ein und überlässt das schlechte Image dem Trampel. America first!
    Der Waffenexport soll die US-Konjunktur ankurbeln, damit es der Weltwirtschaft besser geht – sagt die Theorie. Die Mittelmeerländer darunter die Türkei und Griechenland sollen das auf die Kappe nehmen. Und die EU hilft bei den Waffenkäufen, wo sie kann. Dem einen gibt sie 3 Mrd Anti-Flüchtings-Hilfe dem anderen sog. „Hilfskredite“ für deutsche U-Boote und nun amerikanische ATACMS.
    Die Frage, wer das Bezahlen soll, besteht gar nicht. Die Zahler sind in allen Fällen die selben 500 Mio. Die eigentliche Frage aber ist, wer bekommt das Geld?

  4. Xenius
    7. August 2017, 15:29 | #4

    Die USA haben recht Griechenland als verbuendeten auch gegen die Türkei zu unterstützen. Denn die Türkei ist weit weg vom westlichen wertesystem und tritt außenpolitisch immer aggressiver auf. Das muss gestoppt werden

  5. STELIOS
    9. August 2017, 04:05 | #5

    wieso sollte denn griechenland die waffen kaufen; wir sind doch „verbuendete“ sowohl mit dem „feind“ wie auch mit dem „verkauefer“. und ich meinte immer das eine gemeinschaft wie die EU, NATO darum erstellt wurden um eben das recht des verteidiges zu unterstuetzen. unterstutzen nicht berauben.

  6. HJM
    10. August 2017, 19:33 | #6

    Beistandspflicht im Verteidigungsfall? An ein Szenario, in dem ein Nato-Mitglied ein anderes Mitglied attackiert, dürfte dabei wohl niemand – noch nicht einmal in schlechten Träumen – gedacht haben. Nun ist es allerdings Erdogan zuzutrauen. Selbstverständlich verbrämt mit den üblichen Sprüchen: heilige türkische Erde … haben niemals freiwillig zugestimmt … und was weiß ich. Warum nicht vorbeugend eine Kulisse aufbauen, die ihm klarmacht, daß es schlicht nicht funktionieren wird!

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