Brillenzuschuss in Griechenland

8. August 2017 / Aufrufe: 392

Kassenpatienten in Griechenland müssen ab sofort Sehbrillen erst vorlegen um den ihnen zustehenden Zuschuss beantragen zu können.

Laut dem Leiter des „Einheitlichen Trägers für Gesundheitsleistungen“ (EOPYY) in Griechenland, Sotiris Mersimis, nehmen die Bezirksdirektionen des Trägers keine Anträge der Versicherten auf Bezuschussung ärztlich verschriebener Sehbrillen mehr an, wenn nicht gleichzeitig die neue Brille vorgezeigt wird.

Konkret werden laut dem entsprechenden Runderlass die Direktionen ab dem 10 August 2017 Anträge Versicherter nur noch nach Vorlage der neuen Brille annehmen. Ebenfalls ist der Träger berechtigt, zu Stichkontrollen bei den Versicherten zu schreiten, die Anträge auf einen Zuschuss für Sehbrillen einreichen oder bereits eingereicht haben.

Griechen dürfen nur alle 4 Jahre eine neue Brille benötigen

Der in Rede stehende Runderlass zielt auf die Eliminierung des Phänomens ab, dass Versicherte das einschlägige Rezept für eine Sehbrillen bei dem EOPYY angeschlossenen Optiker-Geschäften einreichten und sich anstatt einer Sehbrille – beispielsweise gegen Kurzsichtigkeit – eine Sonnenbrille geben ließen. Allerdings ist dieses Phänomen in den Optiker-Läden natürlich seit vielen Jahren bekannt.

Gemäß der einheitlichen Gesundheitsleistungsverordnung (EKPY) wird den Versicherten des EOPYY eine Briller oder ein Paar Kontaktlinsen zur Widerherstellung ihrer Sehschärfe gewährt. Dabei wird jeweils nur eine Art von Sehhilfe zur Korrektur des Augenleidens gewährt, also entweder eine Brille (alle vier Jahre) oder Kontaktlinsen (alle zwei Jahre).

Brillen (Gläser und Gestell) können somit alle vier Jahre  und Kontaktlinsen alle zwei Jahre ersetzt werden, jedoch werden nicht gleichzeitig sowohl Brille als auch Kontaktlinsen gewährt. Kindern im Alter bis zu 12 Jahren wiederum wird alle zwei Jahre eine Brille mit (unzerbrechlichen) Sicherheitsgläsern gewährt. Ebenfalls sind für Versicherte im Alter von über 40 Jahren Brillen vorgesehen, um der Alterssichtigkeit (Presbyopie) zu begegnen. Ihnen werden jedoch nicht zwei Brillen (beispielsweise eine gegen Kurzsichtigkeit und eine gegen Alterssichtigkeit) gewährt.

Der Höchstbetrag der Bezuschussung von Sehbrillen (gegen Kursichtigkeit, Hypermetropie, Astigmatismus – Gleitsicht- und Bifokalgläser) für Gläser und Gestell kann 100 Euro und je Kontaktlinse 25 Euro nicht übersteigen. Im Fall einer Hornhautvorwölbung (Kerakotonus) wird jede Kontaktlinse mit bis zu 70 Euro bezuschusst.

Bisher wurden von dem EOPPY Brillen und Kontaktlinsen mit den vorstehenden Beträgen bezuschusst allein nach Vorlage des ärztlichen Rezepts und des Kaufbelegs bezuschusst. Weiter ist anzumerken, dass Brillen und Kontaktlinsen mittlerweile nur noch bezuschusst werden, wenn sie in einem dem EOPYY angeschlossenen Optiker-Geschäft gekauft werden. Außerdem wird der Kassenanteil direkt zwischen dem EOPYY und den Optiker abgerechnet – mit allem, was dies in der Praxis bedeutet und mit sich bringt …

(Quellen: mononews.gr, Medienberichte)

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