Lage auf Kos nach Erdbeben in Griechenland normalisiert sich

22. Juli 2017 / Aktualisiert: 23. Juli 2017 / Aufrufe: 3.919

Auf der Insel Kos in Griechenland beginnt nach dem schweren Erdbeben des 21 Juli 2017 das Leben wieder zu seinen normalen Rhythmen zurückzukehren.

Nach dem im Seegebiet der östlichen Ägäis zwischen Griechenland und der Türkei am 21 Juli 2017 gegen 01:30 Uhr verzeichneten Erdbeben mit einer anfänglich auf 6,2, danach jedoch auf 6,7 Richter veranschlagten Stärke, das etliche Probleme verursachte, entwickelt die Situation auf Kos sich bemerkenswert normal.

Trotz des Umstands, dass es etliche und zum Teil deutlich wahrnehmbare Nachbeben gab und gibt, beginnt sich das Leben auf der Insel sowohl für die Einwohner als auch für die Besucher zunehmend wieder in seinen normalen Rhythmen zu bewegen.

Hotelanlagen auf Kos überstanden das Erdbeben fast unbeschadet

Das große Problem lokalisiert sich auf den (Haupt-) Hafen der Insel, der wegen der verursachten Schäden praktisch nicht betriebsfähig ist. Deshalb werden schnelle Eingriffe wahrscheinlich schon ab dem 22 Juli 2017 erwartet, damit die ungehinderte Fortsetzung des Küstenschifffahrt-Betriebs ermöglicht wird. Noch am selben Tag, an dem das Erdbeben verzeichnet wurde, trafen in dem Hafen der Gouverneur des Bezirks Süd-Ägäis, Giorgos Chatzimarkos, und ein Stab von Ingenieuren der Bezirksverwaltung und der Kommune Kos ein, damit in Zusammenarbeit mit Experten abgeschätzt wird, welche die unmittelbar zu erfolgenden Maßnahmen sein werden.

Abgesehen von kleineren Fällen, in denen es des Eingreifens technischer Einsatzteams der Bezirks- und Gemeindeverwaltung bedurfte, gibt es bei den Infrastrukturen der Insel allgemein gesehen keine Probleme. Die Mechanismen sowohl des Staates als auch der lokalen Selbstverwaltung befinden sich weiterhin in Bereitschaft, um wo immer nötig zu helfen, während natürlich etliche Leute immer noch von der beispiellosen Erfahrung schockiert sind, die sie in den vorausgegangenen Stunden durchlebten.

Bemerkenswert ist ebenfalls, dass an Hotelanlagen auf der Insel Kos fast keinerlei Problem verursacht wurde, welcher Umstand bei den zuständigen lokalen Faktoren Befriedigung hervorrief. Ein Gesprächsthema bleibt allerdings natürlich der Tod zweier und die Verletzung weiterer fünf Touristen, die sich bei Beginn des Erdbebens in einem Club vergnügten und infolge des teilweisen Einsturzes des Gebäudes unter Trümmern begraben wurden. Hierzu sei angemerkt, dass die beiden getöteten und die fünf schwer verletzten Besucher des Clubs sich zu diesem Zeitpunkt nicht innerhalb des Gebäudes, sondern in dessen Vorhof aufhielten und dort von den herabstürzenden Trümmern des Obergeschosses getroffen wurden.

Häfen, Flughafen und Verkehrsnetz der Insel Kos

Der Betrieb des Flughafens der Insel Kos wurde unmittelbar nach dem Beben vorübergehend eingestellt und einige Flüge mussten umgelenkt oder gestrichen werden. Nach einer Inspektion der Flughafenanlagen, bei der keinerlei Schäden festgestellt wurden, wurde der Flugbetrieb jedoch wieder normal aufgenommen.

Der Hafen der Stadt Kos wird dagegen laut dem Staatssekretär im Seefahrtsministerium, Nektarios Santorinos, für wenigsten drei bis vier Tage geschlossen bleiben, bevor zumindest ein Teilbetrieb der Hafenanlagen wieder möglich sein wird. Dem soll gegebenenfalls mit einer Verstärkung der Routen zu den Nachbarinseln Nisiros und Kalymnos begegnet werden, von wo aus im Pendelbetrieb Fährverbindungen zu den kleineren Häfen Mastichari, Kardamaina und Kefalos der Insel Kos bestehen, die von den großen Linienschiffen wegen wegen deren Tiefgangs nicht angefahren werden können. Letzteres gilt für den Hafen Kefalos allerdings nur bedingt, da nach einer Überprüfung der Tiefe des Hafenbeckens und der Zufahrtrinne durch Taucher inzwischen zwei Linienschiffen anstatt in Kos in Kefalos anlegten.

Was die bisher verzeichneten Schäden an der Bausubstanz betrifft, beschränken diese sich praktisch auf die Stadt Kos und dort wiederum überwiegend auf Gebäude im Altstadtbereich und historische Monumente. Aus den übrigen Gebieten der Insel wurden keine nennenswerten Schäden oder Probleme gemeldet und auch das Verkehrsnetz auf Kos ist intakt.

Nachbeben halten Einwohner und Touristen auf Kos in Atem

Die Seismologen betrachten das am 21 Juli 2017 gegen 01:30 Uhr verzeichnete Beben in dem besagten Seegebiet mittlerweile als das Hauptbeben, rufen jedoch die Einwohner und Besucher zu Wachsamkeit auf, da – wie Kostas Papazachos, Professor für Geophysik an der Aristoteles-Universität Thessaloniki erklärte – die Nachbebenaktivität bis zu 6 Richter erreichen könne: „Die seismischen Folgeerschütterungen können sich noch für eine Woche oder 10 Tage fortsetzen und dabei zu 50 oder auch 100 (deutlich wahrnehmbaren) Nachbeben führen. Ungefähr drei Viertel der Nachbeben werden sich bis Ende Juli erschöpft haben, vielleicht werden sie sich jedoch mit geringerer Intensität auch in den kommenden Monaten fortsetzen.

Von den bisher verzeichneten Nachbeben erreichte das heftigste eine Stärke von 4,8 auf der Richter-Skala, während am Samstagabend (22 Juli 2017) eine Erschütterung mit einer Stärke von 4,4 Richter und kurz darauf – sprich etwas nach 20:00 Uhr – eine weitere Erschütterung mit einer Stärke von 4,6 verzeichnet wurde. Speziell Wohnungen und Gebäude, an denen offensichtliche Schäden zu erkennen sind, sollen deshalb bis zur Überprüfung ihrer Statik gemieden werden, zumal weiterhin mit mehr oder weniger heftigen Nachbeben zu rechnen ist, die bereits destabilisierten Gebäuden „den Rest“ geben könnten.

Auf Anweisung des Oberbürgermeisters von Kos, Gerorgios Kyritsis, ist seit Samstag (22 Juli 2017) für die Einwohner und Besucher die Nutzung der kommunalen Nahverkehrsbusse bis zur völligen Normalisierung der Lage auf der Insel kostenlos. In einer Bekanntmachung der Gemeindeverwaltung Kos lautet es: „Dies ist ein Zug zur Unterstützung der Bürger von Kos, aber auch eine in die Tat umgesetzte Geste der Wertschätzung und Dankbarkeit an unsere Besucher, die uns stützen und für ihren Urlaub auf Kos vertrauen.

Was den Hafen von Kos betrifft, der mittlerweile von spezialisierten Tauchern penibel kontrolliert worden ist, soll aktuellen Informationen zufolge das sogenannte Krepidoma – also der Unterbau – den seismischen Belastungen standgehalten haben und beschlossen worden sein, eine provisorische Betonrampe zu errichten, damit möglichst bald die Linienschiffe wieder bedient werden können.

(Quellen: amna.gr, diverse Medienberichte)

  1. Sandra
    23. Juli 2017, 18:58 | #1

    Es war sehr schlimm

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