Griechenland: Staat ohne Leistungen

28. Juni 2017 / Aktualisiert: 23. Januar 2019 / Aufrufe: 1.186

Obwohl in Griechenland die Aufwendungen für den Betrieb des Staatsapparats stetig steigen, werden die an die Bürger erbrachten Leistungen immer schlechter.

Die meisten Städte in Griechenland erinnern in diesen Tagen an aufgegebene afrikanische Regionen. In den meisten Vierteln haben sich Berge von Abfällen gebildet, während die hohen Temperaturen, aber auch die Rückkehr des Smogs ernsthafte Gefahren für die öffentliche Gesundheit schaffen.

Der Staat, in seinem engeren oder auch weiteren Sinn, einschließlich auch der sogenannten Träger der lokalen Selbstverwaltung, ist nicht in der Lage, seinen Bürgern elementare Dienstleistungen zu erbringen.

Sinkende Produktivität trotz steigender Aufwendungen

Trotz des Umstands, dass die öffentlichen Aufwendungen für den Betrieb des Staates steigen und dabei kontinuierlich steigende Einnahmen aus der Besteuerung absorbieren, werden die Leistungen immer schlechter anstatt aufgewertet zu werden. Wertvolle Mittel fließen in nutzlose Behörden, „Unterbringungen“ von Parteigünstlingen und bürokratische Prozesse.

Da ist nicht nur das ernsthafte Problem der Müllabfuhr, das die Unfähigkeit des Staates wiedergibt, die öffentliche Gesundheit betreffende Themen zu handhaben. Die Leistungen bei Bildung, Gesundheit und öffentlicher Ordnung entsprechen ebenfalls nicht den Geldern, welche die Steuerzahler entrichten um den Staat zu unterhalten. Die Produktivität des öffentlichen Sektors sinkt, während das bei fast der Gesamtheit seiner Träger herrschende Chaos zum Resultat hat, dass tausende Bedienstete in bürokratischen Dienststellen unterbeschäftigt sind und (nur) ein Teil „weniger glücklicher“ wie auch gewissenhafter Beschäftigter sich für die Bedienung des Bürgers abrackert.

Jeder Euro muss fortan dem Bürger zugute kommen

Die Bürger vermögen nicht zu begreifen, wie sich der Umstand erklärt, dass – während die meisten Kommunen ein Fülle Bediensteter beschäftigen – die Müllabfuhr von zeitlich befristet eingestellten Vertragsbediensteten erfolgt. Ebenso unerklärlich sind Phänomene wie die Analogie der Verwaltungsangestellten zu dem Ärzte- und Pflegepersonal in den Krankenhäusern, die („außerordentliche“) Versetzungen von Lehrkräften auf Posten außerhalb der Schuleinrichtungen, das Unvermögen des Staates, in Gebieten wie Westattika oder dem Athener Stadtbezirk Exarchia Regeln der Sicherheit / öffentlichen Ordnung zu gewährleisten.

Auf dem Papier bietet der Staat „kostenlose Bildung“, die Etats der Familien ächzen jedoch unter den (Ausgaben für private) Nachhilfeschulen, etwas Entsprechendes gilt auch für die „kostenlose Gesundheit“. Die Steuerzahler bezahlen den Staat jedoch teuer und fordern, entsprechende Dienstleistungen zu genießen. Dies ist auch die große „Wette“ in Bezug auf den Aufschwung der griechischen Wirtschaft: Die Reform des Staates, damit jeder Euro dem Bürger zugute kommt und nicht für die Bürokratie und „Sinekuren“ draufgeht.

(Quelle: eleftherostypos.gr)

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