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23 Rentenkürzungen in Griechenland in 7 Jahren

23 Rentenkürzungen in Griechenland in 7 Jahren

5. Mai 2017 / Aufrufe: 4.467

Die innerhalb der letzten 7 Jahre erfolgten 23 Kürzungen bei den Renten kosteten Griechenlands Rentner über 50 Milliarden Euro.

Das Einheitliche Rentnernetzwerk (ENDISY) zeichnet die „Road-Map“ aller 23 Beschneidungen bei den Renten in Griechenland während der Dauer der Memoranden ab 2010 bis heute.

Die Memorandums-bedingten Verluste für die Rentner in den letzten sieben Jahren werden auf insgesamt über 50 Mrd. Euro geschätzt. Das ENDISY meint dazu: „Die Verarmung der Veteranen der Arbeit kommt zur Vollendung. Mit der neuen Beschneidung der sogenannten persönlichen Differenz im Jahr 2019 in Kombination mit der Senkung des Steuerfreibetrags werden die Renten (Kürzungen bis zu 50%) zu Trinkgeldern gemacht.

Griechenlands Rentner sind im Stadium der Verelendung angelangt

Wie der Vorsitzende des Einheitlichen Rentnernetzwerks, Nikos Chatzopoulos, anmerkt, „sind die Kürzungen, die unsere Einkünfte erlitten haben, groß, weil es nicht nur um die Senkung bei unserer Rente, sonder auch um die Erhöhung der Versicherungsbeiträge, die Erhöhung der Besteuerung und all die ‚Abzocken‘ geht, die das Einkommen der Rentner um mehr als 50% gemindert haben. Wir sind inzwischen im Stadium der Verelendung angelangt. Es gibt Mitmenschen von uns, die nicht einmal ihre Medikamente zu bezahlen vermögen. Wir haben kein Geld mehr um die Stromrechnungen und das Telefon zu bezahlen.

Die „Road-Map“ der 23 memorandischen Kürzungen bei den Renten in Griechenland:

  1. 2010 wurde vor der Unterzeichnung des ersten Memorandums die Kürzung der Zulagen, sprich völlig irreführend sogenannten 13. und 14. Hauptrente (also Weihnachts-, Oster- und Urlaubsgeld) ratifiziert.
  2. 2011 erlitten alle Rentner im Alter von unter 60 Jahren analog zu den Beträgen der bezogenen Renten Senkungen von 6% bis 10%. Konkret begann für Renten von über 1.700 Euro die Kürzung ab 6%, während die Beschneidungen bei Bezügen von über 3.000 Euro bis zu 10% erreichten.
  3. Ebenfalls 2011 wurde auf Rentenbeträge ab 1.400 Euro eine ab 3% bis 13% gestaffelte spezielle Rentner-Solidaritätsabgabe verhängt. Parallel begannen die gestaffelten Beschneidungen bei den Zusatzrenten mit ab 3% für Beträge von über 300 Euro bis zu 10% für Beträge von über 650 Euro.
  4. Kürzungen bei den Hauptrenten der neuen Rentner im Jahr 2011. Konkret erlitten die unter 55 Jahre alten eine Minderung um 40% für Beträge von über 1.000 Euro und die über 54 und unter 60 Jahre alten eine Minderung um 20% für Beträge von über 1.200 Euro. Gleichzeitig begannen auch bei den Zusatzrenten Senkungen ab 15% bis zu 30% für Beträge von über 150 Euro.
  5. Rückwirkend ab Januar 2012 wurden neue Kürzungen bei allen noch verbliebenen „hohen“ Renten verhängt. Beispielsweise erlitten alle über 1.300 Euro betragenden Renten Senkungen von bis zu 12%. Mit dem selben Gesetz wurden erneut auch die Zusatzrenten gesenkt. Konkret betrug die Kürzung für Beträge von über 250 Euro 10%, während sie sich für Beträge ab 251 bis 300 auf 15% gestaltete und für Beträge von über 300 Euro 20% tangierte.
  6. 2012 Kürzung bei dem Gesamtbetrag aus Haupt- und Zusatzrente, also der Gesamtrente. Konkret erlitten Beträge von 1.000 – 1.500 Euro eine Kürzung um 5%, Beträge von 1.500 – 2.000 Euro um 10%, bei Beträgen von 2.000 – 3.000 Euro erfolgte eine Kürzung um 15% und bei Beträgen ab 3.000 Euro um 20%. Gleichzeitig wurden die Festtags- /Urlaubszulagen bei den Hauptrenten und die Zulagen bei den Zusatzrenten gestrichen.
  7. 2014 erfolgten horizontale Kürzungen um 5,2% bei allen Zusatzrenten.
  8. Senkung der Mindestrenten auf dem privaten und öffentlichen Sektor.
  9. Senkung der Beträge der Frührenten um 10% für die Rentner des privaten Sektors.
  10. Bei 250.000 Rentner wurden die Zusatzrenten um bis zu 40% gesenkt.
  11. Streichung der Sozialen Solidaritätszulage für Rentner (EKAS) bei fast 160.000 Kleinrentnern.
  12. Kürzungen um bis zu 45% bei den Ausschüttungen des Aktienfonds der Zivilbeamten (MTPY).
  13. Alle neuen Rentner werden wegen des neuen Berechnungsmodus (Lex Katroungkalos) um wenigstens 30% niedrigere Renten erhalten.
  14. Rückwirkend ab Oktober 2016 verhängte Obergrenze für die persönliche Gesamtrente von 2.000 (Summe einer Haupt- und Zusatzrente) und von 3.000 Euro (Summe mehrerer Haupt- und Zusatzrenten).
  15. Strengere Kriterien für die Witwenrenten: Es wurde eine Altersgrenze von fortan 55 Jahren festgesetzt. Die Witwen / Witwer im Alter von über 55 Jahren beziehen die Rente lebenslang. Sind sie 52 – 55 Jahre alt, erhalten sie die Rente für drei Jahre, verlieren sie danach und bekommen sie im Alter von 67 Jahren wieder gezahlt.
    Sind sie dagegen jünger als 52 Jahre sind, erhalten sie die Witwenrente für drei Jahre und verlieren den Anspruch dann endgültig und unwiderruflich, außer es handelt sich um Mütter mit minderjährigen Kindern, die dann die Witwenrente erhalten, bis das Kind volljährig wird oder seine Ausbildung beendet (bis zum Alter von maximal 24 Jahren).
  16. Kürzung um 60% bei den Renten aller, die parallel einer Beschäftigung nachgehen.
  17. Kürzungen bei allen, die vorzeitig in Pension / Rente gehen.
  18. Kürzungen um 15% – 20% bei den Abfindungen (sofern natürlich überhaupt ein Anspruch auf eine Altersabfindung besteht).
  19. Dramatische Senkung der neuen Behindertenrenten (ab Mai 2016).
  20. Erhöhung der Beiträge zur Gesundheitsversorgung (EOPYY) bei allen Renten von 4% auf 6%. Diese Maßnahme führte zu einer entsprechenden indirekten Senkung der Nettobezüge von 2,6 Millionen Rentner aus Hauptrenten (die Maßnahme wurde Mitte Juli 2015 eingeführt, galt rückwirkend ab 01/07/2015 und führte zu zusätzlichen Einnahmen von jährlich 532 Mio. Euro für den EOPYY).
  21. Abgabe von 6% auf alle Zusatzrenten zur Gesundheitsversorgung (EOPYY). Diese Maßnahme führte zu einer entsprechenden indirekten Senkung der Nettobezüge von 1,2 Millionen Rentner aus Zusatzrenten (die Maßnahme wurde Mitte Juli 2015 eingeführt, galt rückwirkend ab 01/07/2015 und führte zu zusätzlichen Einnahmen von jährlich 178 Mio. Euro für den EOPYY).
  22. Abgabe von 14% zur (Haupt-) Rentenversicherung auf das zu deklarierende Nettoeinkommen von 650.000 Landwirten (Versicherten des ehemaligen OGA); die Abgabe wurde (in dieser Form) Anfang Mai 2016 etabliert, gilt ab dem 01/01/2017 und wird voraussichtlich 450 – 500 Mio. Euro einbringen.
  23. Neue Kürzungen um bis zu 18% für alle gezahlten Haupt- und Zusatzrenten ab 2019 (Anmerkung: oder bereits ab 2018, falls Griechenland die völlig absurden fiskalischen Zielvorgaben nicht erreicht). Die neue Kürzung betrifft mehr als 900.000 Hauptrenten, die vor Mai 2016 bewilligt wurden und höher als die Renten sind, so wie diese sich – unter genau den selben Voraussetzungen- infolge der „Lex Katroungkalos“ ergeben. Was die Zusatzrenten betrifft, wird das „Messer“ schätzungsweise 200.000 Rentner treffen.
    (Anmerkung: Den „altern“ Rentnern blieb der strittige Mehrbetrag bisher als „persönliche Differenz“ erhalten, was allerdings zu der paradoxen Situation führte, dass die Bezüge eines Rentners, der nur einen Tag nach dem Stichtag des 12/05/2016 in Rente ging, um bis zu mehrere hundert Euro niedriger sind als die Bezüge der Rentner, die unter im übrigen völlig identischen Voraussetzungen bis zu diesem Stichtag verrentet wurden.)

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Vasilis Angelopoulos)

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