Überbesteuerung in Griechenland hat Investitionen erstickt

29. April 2017 / Aufrufe: 563

Die absurde Überbesteuerung hat in Griechenland die privaten Investitionen stranguliert.

In seinem Wochenbericht über die griechische Wirtschaft mit Titel „Löhne Gewinne, Investitionen: Die Balance des Wohlstands“ unterstreicht der Verband der Unternehmen und Industriebetriebe Griechenlands (SEB):

Wenn die Kredite der Periode 2000 – 2009 zu Investitionen in extrovertierte Aktivitäten geworden anstatt in Konsum-Defizite und Wohnungsbau-Investitionen niedriger Produktivität geflossen wären, hätte das Land (heute) keine riesigen Defizite in der (Außen-) Handelsbilanz.

Griechenland verschuldete sich für Konsum und unproduktive Investitionen

In dem besagten m Bericht des griechischen Unternehmens- und Industrieverbands (SEB) wird Folgendes angemerkt:

Die optimale Verteilung des Einkommens auf Löhne und Gewinne beeinflusst entscheidend die Funktion der Wirtschaft. In Griechenland wurde diese Balance in der Periode des Wohlstands auf Pump (2000 – 2009) grob gestört, wobei der Anteil der Gewinne mit rasenden Rhythmen schrumpfte. Das Resultat war, dass die Aufrüstung der technologischen Strukturen der Produktion vernachlässigt wurden. Der Anstieg der einschlägigen Arbeitskosten hätte zu einer Substituierung von Beschäftigung durch Kapital mittels neuer Investitionen führen müssen.

Und in Einzelfällen geschah dies wahrscheinlich. Insgesamt waren jedoch die privaten Investitionen (ohne den Wohnungsbau in Griechenland um 2 bis 3 Prozentpunkte des BIP niedriger als in der EU-28, sogar auch während der Periode der hohen Wachstumsrhythmen. Dagegen wurden in einem verzerrten Verhältnis zur Steigerung der Produktivität stehende Lohnerhöhungen inmitten der allgemeinem Euphorie einer Wirtschaft gewährt, die über ihre produktiven Möglichkeiten hinaus florierte. Weil, wenn das geliehene Geld zu Investitionen in extrovertierte Aktivitäten anstatt in Konsum-Defizite und Investitionen niedriger Produktivität in Häuser zu fließen, hätte das Land keine riesigen Defizite in der Handelsbilanz.

Das geliehene Geld weitete übermäßig die Löhne und den Konsum aus, dabei die Gewinne und die Investitionen beschränkend. Der Ertrag des Kapitals, der auf international konkurrenzfähigen Niveaus sicherzustellen gewesen wäre, wurde begrenzt und die Kapitalbeträge verschwanden, und zusammen mit diesen auch die Investitionen.

Nach 7 Krisen- und Rezessionsjahren hat die Kapitalrendite begonnen, allmählich auf normaleren Niveaus wiederhergestellt zu werden. Diese Tendenz – sofern sie sich fortsetzt – vermag zu einer Erholung bei den Investitionen, neuen Arbeitsplätzen und neuen Einkommen führen.

Der öffentliche Sektor kann die private Wirtschaft nicht substituieren

Jedwede Bemühung der Regierung, die private Wirtschaft mittels der (Um-) Verteilung des Primärüberschusses zur Schaffung neuer Arbeitsplätze auf dem öffentlichen Sektor zu substituieren, wird negative Resultate und eine Verlängerung der erstickenden Bevormundung der öffentlichen Finanzen des Landes haben. Die Überbesteuerung von Unternehmen und Beschäftigung zwecks Finanzierung einer Politik der (staatlichen) Zuwendungen hat den privaten Sektor stranguliert.

Wenn die Regierung der Wirtschaft tatsächlich einen Impuls verleihen und nicht hinter Memoranden hergezogen werden will, könnte sie bekannt geben, dass sie gleichzeitig mit der Primärüberschüsse von über 3,5% schaffenden harten Fiskalpolitik anstrebt, 2017 umgehend die Ausweitung der Besteuerungsbasis und eine Parametrisierung des Versicherungssystems zu realisieren. Nach dieser Ankündigung hat sie die Möglichkeit, mit Forderungen nach Erneuerung der 1,5 Mrd. Euro der am 17 Juli 2017 auslaufenden dreijährigen (Staats-) Anleihen zu einem relativ wettbewerbsfähigen Zinssatz an die Finanzmärkte gehen.

Allmählich größere Grade wirtschaftlicher Freiheit (sprich Souveränität) wiederherstellend, könnten Politiker, Unternehmer und Arbeitnehmer im weiteren Verlauf einen Konjunkturplan für das Land ausarbeiten, auf dass mit einer schrittweisen Reduzierung vor allem der Überbesteuerung der Arbeit und mit dem Unternehmertum freundlich gesinnten Politiken die geeigneten Voraussetzungen für die Anziehung privater Investitionen und eine Reanimierung der griechischen Wirtschaft geschaffen werden.

(Quelle: Imerisia)

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