Tsipras an Merkel: The game is over

10. April 2017 / Aktualisiert: 10. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.578

Vor der prinzipiellen Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern gab es einen dramatischen Dialog zwischen Alexis Tsipras und Angela Merkel.

Am vergangenen Freitag (07 April 2017) mag bei bei dem Treffen in Malta eine prinzipielle Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern erreicht worden sein, bis es soweit kam, ging es jedoch hinter den Kulissen heftig her.

Der an das Licht der Öffentlichkeit gelangte und bis dato unbekannte Dialog zwischen Angela Merkel und Alexis Tsipras belegt den Ernst der Tage vor der „Einigung“.

Schäuble will Griechenland nach wie vor in den Grexit treiben

Am Freitag (31 März 2017) ging auf dem Mobiltelefon des griechischen Premierministers Alexis Tsipras eine Mitteilung von IWF-Chefin Christine Lagarde ein. Sie verlangte von ihm ein „time out“, während sie selbst auch mit der deutschen Bundeskanzlerin kommunizierte und dieser klarmachte, „ohne die Verschuldung gibt es keine Vereinbarung„. (Erklärend sei angemerkt, dass der Internationale Währungsfonds die Verschuldung Griechenlands weiterhin für nicht tragfähig hält und beharrlich eine Umschuldung verlangt.)

Es war der Moment, wo Alexis Tsipras mit Angela Merkel kommunizieren musste. „Du hattest mich einmal wegen (des damaligen griechischen Finanzministers) Varoufakis angerufen, jetzt rufe ich Dich wegen Deines Ministers (sprich Wolfgang Schäuble) an„, sagte Herr Tsipras zu ihr. Die Bundeskanzlerin versicherte ihm, alles in ihren Händen Liegende zu tun, damit es zu einer Einigung komme …

Am Mittwoch des Montags (03 April 2017) kommunizierte Alexis Tsipras erneut mit Angela Merkel und sagte ihr in eindringlichem Ton: „Angela, Du begreifst nicht, was los ist. Schäuble will, dass all dies in seine Hände übergeht. The game is over. Das Thema wird entweder am Freitag zu einem Ende kommen oder es wird auf eine andere Weise enden. Die Verantwortung liegt bei Dir. Schäubles Plan ist, innerhalb Eurer Wahlkampfperiode einen Grexit zu verursachen. Das werde ich nicht zulassen.“ Die Kanzlerin gab sich wieder beschwichtigend.

Kaum nachdem EU-Ratspräsident Donald Tusk, der sich am vergangenen Mittwoch (05 April 2017) in Athen mit Alexis Tsipras getroffen hatte, den Regierungspalast (Megaro Maximou) verließ, klingelte das Telefon des griechischen Premierministers erneut. Es war wieder Merkel. Alexis Tsipras wiederholte, „die Situation kann nicht nicht mehr mit Spielchen gewisser Seiten zu Lasten Griechenlands weitergehen„, woraufhin Merkel im versicherte, sie werde an einer Lösung bis Freitag arbeiten. Wie es schließlich auch geschah.

(Quelle: euro2day.gr)

  1. windjob
    10. April 2017, 09:03 | #1

    Hier kann man nur sagen: „Dies wurde auch Zeit!“ Tsipras hätte sich schon längst auf diese Art wehren sollen. Allerdings traue ich dem Braten noch nicht so richtig. Wie ich Schäuble einschätze, wird er im Hintergrund weiterhin seine gruseligen Spielchen treiben. Der Mann ist regelrecht von dem Gedanken besessen alle linken Regierungen in Südeuropa zu eliminieren.

  2. Kleoni
    10. April 2017, 10:51 | #2

    Hr. Schäublis Ziel ist und bleibt nicht in erster Linie ein Grexit sondern dass die linke Regierung in den Ruin getrieben wird und die alten neoliberalen Seilschaften wieder ans Ruder kommen. Hr. Schäubles Ziel ist ein NEOLIBERALES EUROPA, alles rotangehauchte aus Europa muss endlich geschwärzt werden!

  3. Ronald
    11. April 2017, 12:24 | #3

    Ich verstehe nicht viel von Ballett, aber ich erkenne keine neue Choeographie …

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