Türkische Putschisten fliehen nach Griechenland

1. März 2017 / Aktualisiert: 10. Oktober 2017 / Aufrufe: 524

Laut einem Bericht der Hurriyet setzen Putschisten sich aus der Türkei nach Griechenland ab, indem sie sich als syrische Flüchtlinge ausgeben.

In einem jüngst in der (wohlgemerkt „regierungsfreundlichen“ …) türkischen Zeitung „Hurriyet“ publizierten Artikel erging die Rede von einem Strom sich nach Griechenland absetzender Personen, die verdächtigt werden, mit der sogenannten „Fethulha-Terrororganisation“ (FETO) in Verbindung zu stehen, die von der türkischen Regierung (sprich Erdogan) beharrlich beschuldigt wird, den misslungenen Putsch im Juli 2016 organisiert zu haben.

Die türkische Zeitung berichtet, die konkreten Personen versuchen sich nach Griechenland abzusetzen, indem sie sich als syrische Flüchtlinge ausgeben. Die der Beteiligung an dem Putschversuch Verdächtigten, welche die Türkei verlassen wollen, sammeln sich in Dörfern im Nordwesten der Provinz Adrianopel (Edirne), um nach Didymoticho und Soufli zu gelangen, welche Route häufig die nach Europa strebenden syrischen Flüchtlinge benutzen.

Türkische Putschisten gelangen über Griechenland nach Europa

Die Einwohner des (dem jenseits der Grenze gelegenen griechischen Ort Soufli praktisch gegenüber gelegenen) türkischen Dorfs Subası beschreiben der Zeitung die Methoden, der sich die „Schlepper“ bedienen. Laut ihren Aussagen verstecken sich Jene, die nach Griechenland gelangen wollen, bis zum Einbruch der Nacht in den Waldgebieten zwischen den Dörfern. Danach gelangen sie über Bewässerungskanäle und Felder zu dem ungefähr 1 – 1,5 Kilometer entfernten (Grenz-) Fluss Evros.

Im weiteren Verlauf verteilen zwei „Schlepper“ die Personen auf Gruppen von 5 – 15 Personen, analog zur Größe des Boots, das sie mit einem Seil an einem Baum anbinden. Ein Schlepper steigt mit ins Boot und setzt sie nach Griechenland über, und sobald die zum griechischen Ufer übergesetzten Personen das Boot verlassen haben, zieht sein Komplize es mit dem Seil an das andere (sprich auf türkischer Seite gelegene) Ufer zurück.

Den selben Aussagen von Einwohnern des Gebiets zufolge, auf welche die Hurriyet sich beruft, haben mit der FETO in Beziehung zu stehen verdächtigte Personen einen Weg gefunden, trotz der Sicherheitsmaßnahmen in dem Gebiet nach Griechenland überzusetzen. Wie die Zeitung schreibt, werden diese Personen, nachdem sie in Griechenland angelangen, von anderen Mitgliedern der FETO in Empfang genommen und verweilen in Verstecken. Die Verteilung der Flüchtlinge auf Europa wird von diesen im Gebiet der (im Nordosten Griechenlands gelegenen Stadt) Komotini gelegenen Verstecken aus koordiniert.

Mitglieder der FETO bevorzugen die Route über den Evros

Ein ehemaliger Angestellter der Kommune Subasi erklärte, die Mitglieder der FETO wollen wegen der damit verbundenen Gefahren nicht die Route über das Meer nutzen und ziehen stattdessen die kürzere Route über den Evros-Fluss vor, und merkte an: „Sie fliehen von hier aus, indem sie sich als syrische Flüchtlinge ausgeben. Es ist unmöglich, sie von den Flüchtlingen zu unterscheiden, da sie sich wie diese kleiden. Die Männer lassen sich einen Bart wachsen und die Frauen kleiden sich wie die in Arabien. Sie vermeiden, Türkisch zu sprechen, und bleiben still.

Laut dem Büro des Gouverneurs von Adrianopel / Edirne sind seit dem 16 Juli 2016 in der Nähe des Flusses Evros 38 Mitglieder der FETO und weitere 8 Personen festgenommen worden, die ihnen halfen.

(Quelle: iefimerida.gr)

Türkische Mord-Kommandos setzten sich nach Griechenland ab

In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass zwei bereits gegen Mitte Februar 2017 (ebenfalls über den Grenzfluss Evros) nach Griechenland gelangte türkische Militärs sich schließlich den griechischen Behörden gestellt und im weiteren Verlauf (konkret am 20 Februar 2017) politisches Asyl beantragt haben sollen.

Bezeichnenderweise soll es sich um die beiden (inzwischen zweifelsfrei identifizierten) flüchtigen Offiziere der insgesamt 47 in der Türkei wegen des in der Nacht des 15 Juli 2016 unternommenen Mordversuchs an „Sultan“ Recep Tayyip Erdoğan angeklagten Mitglieder der auf Ermordungen spezialisierten berüchtigten „Todes-Einheit“ des türkischen Militärs handeln. Nachdem der „Prozess“ gegen die übrigen 45 Personen inzwischen begonnen hat, wurde nun – wieder in einem Artikel der Hurriyet – allerdings klargestellt, die beiden in Griechenland inhaftierten Offiziere seien doch nicht an dem Sturm auf die Hotelanlage beteiligt gewesen, aus der Erdogan kurz vor dem Angriff zu fliehen geschafft hatte.

Wie jüngst bekannt gegeben wurde, werden die beiden besagten türkischen Offiziere in Griechenland derzeit „an einem sicheren Ort“ in (polizeilicher) Gewahrsam gehalten.

(Quelle: Imerisia)

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