Griechenland beklaut erneut die Rentner

7. März 2017 / Aufrufe: 1.412

In Griechenland gilt rückwirkend ab Juni 2016 für alle Renten ein Plafond von 2000 und im Fall des Anspruchs auf mehre Renten insgesamt 3000 Euro brutto monatlich.

Ab April 2017 werden in Griechenland die Bezüge aller Rentner und Pensionäre, die bisher monatlich einen Betrag von über 2.000 Euro brutto, sofern es sich um eine einzige Rente handelt, oder über 3.000 Euro brutto bezogen, wenn sie mehr als eine Rente erhalten, beschnitten ausgezahlt werden, da der – aus der Zwangsfusion aller bisherigen Rentenkassen hervorgegangene – „Einheitliche Sozialversicherungsträger“ (EFKA) jeden über die neuen Höchstgrenzen hinausgehenden Betrag einbehalten sowie gegebenenfalls sogar rückwirkend ab dem 01 Juni 2016 einfordern wird.

Diese Einbehaltung / Rückforderung wird in monatlichen Raten gleicher Höhe selbst auch bei all Denen erfolgen, die nach Juni 2016 die neuen Höchstgrenzen überschreitende Rentenbeträge erhalten bzw. bewilligt bekommen haben.

Griechenland deckelt Renten und Pensionen auf 1.767 Euro netto

Die neuen Plafonds, welche die sogenannten „hohen“ Renten auf 2.000 und 3.000 Euro brutto reduzieren (anstatt 2.774 Euro im Fall 1 Hauptrente und 3.360 Euro für die bis einschließlich zur Verabschiedung des neuen Versicherungsgesetzes gezahlten Mehrfachrenten), werden auf Basis des (neuen) Gesetzes bis zum 31/12/2018, also bis einschließlich für die Rente des Dezembers 2018 gelten. Diese neuen Höchstgrenzen werden auch für die Empfänger mehrerer (von mehr als einem der bisherigen Versicherungsträger gezahlten) Renten gelten, da seit dem 01 Januar 2017 der EFKA alle Renten summarisch entrichtet.

Gemäß dem neuen griechischen Versicherungsgesetz darf ab dem 01 Juni 2016 bis Ende 2018 die persönliche Rente 2.000 Euro (= 1.767 Euro netto) und im Fall zu einer einheitlichen Summe zusammengefasster mehrerer Renten 3.000 Euro nicht übersteigen. Die „überzahlten“ Rentenbeträge werden demnach bis zu einem Betrag von fünfzehntausend (15.000) Euro auf Beschluss des Leiters / der Leiterin der zuständigen Renten-Direktion der staatlichen Buchhaltungszentrale bis zu ihrer vollständigen Erstattung von den während der kommenden Monate gezahlten Renten in monatlichen Raten gleicher Höhe einbehalten werden.

Rentner in Griechenland werden erneut rückwirkend bestohlen

Jede einzelne der obigen monatlichen Raten darf für Renten bis zum (aktuellen) Betrag von eintausend (1.000) Euro ein Zehntel (1/10) des Brutto-Betrags der monatlichen Rente und für den gegebenenfalls über den Betrag von eintausend (1.000) Euro hinausgehenden Teil des Brutto-Betrags der monatlichen Rente ein Sechstel (1/6) nicht übersteigen. Andererseits kann der Betrag der monatlichen Rate nicht geringer als fünfzig (50) Euro sein.

Im Fall der aus jedem beliebigen Grund erfolgenden Einstellung der Zahlung der Rente vor der völligen Begleichung / Erstattung „überzahlter“ Beträge wird der fallweise verbliebene Restbetrag gemäß den Bestimmungen Verordnung über Beitreibung öffentlicher Einnahmen beigetrieben werden.

Auf Basis des Vorstehenden werden die Beträge, die gemäß der bekannt gegebenen Bestimmung ab dem 01.06.2016 nicht gezahlt werden gedurft hätten, mit den (zukünftig) entrichteten Rentenzahlungen in gleich hohen Raten und bis zur völligen Begleichung folgendermaßen verrechnet werden:

  1. Für den Teil des Brutto-Betrags einer monatlichen Rente von bis zu 1.000 € wird von diesem ein Zehntel (1/10) einbehalten.
  2. Für den 1.000 € übersteigenden Brutto-Betrag einer monatlichen Rente wird von diesem ein Sechstel (1/6) einbehalten.

Unabhängig von der Höhe der aktuellen Bezüge kann der Betrag der monatlichen Rate (zwecks Erstattung „überzahlter“ Beträge) jedenfalls nicht geringer als 50 Euro sein. Weiter wird in dem Runderlass des EFKA betont, dass die Einbehaltung (über die neuen Plafonds hinausgehender Bezüge) bis zum 31.12.2018 gelten wird, also bis einschließlich auf die Dezember-Rente 2018 zur Anwendung kommt.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Moppel
    7. März 2017, 17:00 | #1

    Die neuen Plafonds mögen in der Praxis zwar „nur“ noch ein-, zweitausend Rentner (sprich ehemalige Spitzenverdiener) betreffen, demonstrieren jedoch ein weiteres Mal anschaulich, wie das System der gesetzlichen Rentenversicherung zu einem rabiaten Besteuerungs- und Umverteilungssystem mutiert. Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht, bei einem Verhält von derzeit 1 Rentner zu knapp 1,3 Beschäftigten, bei denen es sich obendrein zunehmend um Gering- und Mini-Verdiener mit entsprechend geringen Sozialabgaben handelt, kann der vielbeschworene „Generationsvertrag“ einfach nicht mehr funktionieren. Immer mehr Rentner werden die bittere Realität akzeptieren müssen, mit ihren Beiträgen den Wohlstand vorheriger Generationen und nicht etwa (wie gerne irrig angenommen, aber auch massiv suggeriert) die eigene Altersabsicherung finanziert zu haben, und sich nach Strich und Faden belogen und betrogen fühlen.

  2. Chris
    11. März 2017, 02:19 | #2

    Aha, das nennt man dann rechtens oder wie? Obwohl ich nachvollziehen kann, dass Renten gekürzt werden müssen, wenn der Staat im Grunde pleite zu nennen ist, wundert mich es trotzdem sehr, dass man Forderungen rückwirkend geltend machen kann. Als wären die Einschnitte nicht schon so hart genug wenn man bedenkt, wie viele Griechen ja ihre jungen Leute durch ihre Rente erhalten müssen. Diese Jugend hat doch großteils gar keine Aussicht auf einen Arbeitsplatz. Im Grunde ist es entsetzlich für jeden EU-Bürger zu sehen, wie ungemein posiitiv (ACHTUNG, das ist satirisch!) sich doch diese EU entwickelt hat und wie wunderbar es für so viele Menschen sein muss, noch länger in diesem Gemurkse zu verharren. TRETET AUS, denn schlechter kann es ja gar nicht mehr werden! Dann seid ihr wenigstens freier, das ist auch eine Sache, die den EU-Abschied durchaus leichter werden lassen kann.

Kommentare sind geschlossen