Fraport erwirbt Griechenlands Flughäfen mit … griechischem Geld

31. März 2017 / Aufrufe: 1.321

Die umstrittene Übernahme 14 peripherer Flughäfen in Griechenland durch die Fraport soll nun nicht zuletzt auch mit griechischen Geldern finanziert werden!

Die „Fraport Greece“ unterzeichnete jüngst mit einem Konsortium von 5 Top-Bankinstituten eine Vereinbarung über eine langfristige Finanzierung in Höhe von ungefähr 1 Milliarde Euro zu dem Zweck, die Gesellschaft bezüglich der 40-jährigen Überlassung 14 peripherer Flughäfen in Griechenland zu unterstützen, unter denen sich auch der Flughafen Thessaloniki befindet.

An dem Konsortium beteiligen sich die „Alpha Bank“ (mit 384,7 Mio. Euro), die in Thessaloniki ansässige „Black Sea Trade and Development Bank – BSTDB“ (mit 62,5 Mio. Euro – sprich der größten Finanzierung, die von der staatsübergreifenden Bank jemals für eine Investition in einem Mitgliedstaat bereitgestellt wurde), die „Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung – EBWE“ (mit 186,7 Mio. Euro), die „Europäische Investitionsbank – EIB“ (mit 280,4 Mio. Euro) und die (der „Weltbankgruppe“ zugehörige) „International Finance Corporation – IFC“ (mit 154,1 Mio. Euro). Die IFC wird der Fraport Greece ebenfalls exklusiv sogenannte „Zinsswaps“ (in Euro) bieten, um der Gesellschaft zu helfen, mögliche Schwankungen bei den Zinssätzen auszugleichen.

Dubiose Finanzierung eines noch dubioseren Deals

Laut einer Bekanntmachung der BSTDB sollen von dem gesamten Kredit 280,4 Mio. Euro für die Finanzierung der anstehenden Entwicklungsprojekte an den „privatisierten“ 14 griechischen Flughäfen verwendet werden, während 688 Mio. Euro für die Entrichtung des vorab an den sogenannten Privatisierungsfonds (TAIPED) zu entrichtenden Preises für die Überlassung (1,234 Mrd. Euro) vorgesehen sind. Die Fraport Greece wiederum gab neulich die Erhöhung ihres Aktienkapitals auf mittlerweile immerhin 650 Mio. Euro bekannt … .

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die Verzögerung der seitens der Fraport AG bereits im Oktober 2016 vollmundig angekündigten schrittweisen Übernahme des Betriebs der besagten 14 griechischen Flughäfen ab Februar 2017 insbesondere auch auf das Unvermögen der Gesellschaft zurückgeführt wird, den nach wie vor heftig umstrittenen „Flughafen-Deal“ zu finanzieren und ihren vertraglichen Verpflichtungen zu entsprechen – also abgesehen von allem anderen speziell endlich die fälligen 1,234 Mrd. Euro zu zahlen! (In diesem Zusammenhang lesenswert: Fraport und die griechischen Flughäfen – der nächste Skandal)

(Quellen: dikaiologitika.gr, diverse Medienberichte)

  1. GR-Block
    31. März 2017, 23:25 | #1

    „Dubiose Finanzierung eines noch dubioseren Deals“ – Die EU betritt hier kommunistisches Neuland, quasi neue ökonomische Dimensionen. Üblicherweise werden Staatsbetriebe ausgestattet mit Steuergeldern privatisiert, natürlich nur um sie dadurch rentabler zu machen. Hier aber werden sie ausgestattet mit Steuergeldern verstaatlicht (!). Wie innovativ. Der Schachzug ist clever. Während sich nämlich der Grieche nicht über einen bösen Kapitalisten als Nutznieser ärgern kann, fühlt sich der deutsche Steuerzahler sogar als imperialer Sieger: D hat Besitztümer GRs erworben.
    So werden dem Deal zunächst griechische Steuergelder hinterher geworfen und dann deutsche hineingesteckt. Wenn dann beide Völker ungewollt die Fraport und ihren Neugewinn aufgepäppelt haben, dann werden Anteile ohne viel Aufhebens an den wenigstbietenden verscherbelt. Meistens sind das westeuropäische „Investoren“, denn nur die haben ein EU-weit engmaschiges Klientelnetzwerk aus dem heraus Amtsträger korrumpiert werden, sodass der Kaufpreis stimmt.
    Was in GR politisch kaum durchkommt – Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren – exerziert die EU mit Hilfe der Deutschen nun auch in GR. Dafür gibt es später bestimmt einen Nobelpreis für Ökonomie. Oder den Karlspreis für die deutsche Einigung Europas.

  2. navy
    4. April 2017, 06:22 | #2

    Das ist Original die Banken Mafia, der EU, IFC in unendliche Betrugs Skandale verwickelt.

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