Wie nah ist ein Krieg Griechenland – Türkei?

9. Februar 2017 / Aufrufe: 1.940

Wie nah befinden wir uns an einem Krieg zwischen Griechenland und der Türkei?

Die Lage mit der Türkei im Ägäischen Meer befindet sich in einer Phase, welche die Grenzen der diplomatischen Rhetorik überschritten hat.

Und wie bekannt ist, wenn in einer solchen Situation nicht umgehend die „Ernsten“ des Landes eingreifen um die Unbeherrschten zurückzuhalten, werden die Dinge zum nächsten Schritt geführt, bei dem dann die Generäle übernehmen; die Verantwortung haben jedoch immer die Politiker.

Chancen für einen griechisch-türkischen Krieg stehen „fifty-fifty“

Vorstehendes zum Ausdruck bringend und weil sich sicher die Frage stellt, ob Griechenland und die Türkei sich vor einem Kriegsereignis befinden, werde ich mich zu antworten anschicken, dass die Chancen dafür, dass die Vernünftigen die Oberhand behalten oder die Verrückten ihre Ansicht durchsetzen, gleich stehen. „Sie stehen fifty-fifty„, würde in seiner Sprache ein amerikanischer General sagen, wenn wir ihn natürlich finden und fragen würden, was in diesen Tagen in der amerikanischen Hauptstadt schier unmöglich ist.

Und es ist – leider – schwierig (einen zu finden), sie haben sich mit anderen, ernsthafteren Themen zu befassen und andere Kriege … zu beginnen und … zu stoppen. Die öffentliche Drohung des Weißen Hauses gegen den Iran muss sehr ernst berücksichtigt werden … . Weil in dem amerikanischen diplomatischen und politischen Spiel Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und israelische Faktoren mit rechtsextremen Ansichten stark mitspielen.

Mich beunruhigt ebenfalls sehr, dass die türkische Aggressivität in einem Moment eskaliert, wo die Regierung des Donald Trump in den ersten Stadien ihrer Gestaltung steht. Sie haben sich vorzustellen, dass erst neulich (am 02 Februar 2017) der neue Außenminister in sein Amt eingesetzt wurde. Wer wird sich also befassen und einschreiten, wenn sie einen „heißen“ Zwischenfall in der Ägäis haben werden? Die europäischen Freunde, Alliierten und Partner, die nichts anderes als Maßnahmen und Austerität aufzuzwingen wissen?

In diesem Moment wo wir sprechen, ist noch von keinem amerikanischen Amtsträger die neue amerikanische Politik in Bezug auf Griechenland, die Türkei und Zypern zum Ausdruck gebracht worden. Alles was gesagt und geschrieben wird, sind Hirngespinste der Phantasie von „Journalisten“ und „Analytikern“, die außerhalb Washingtons leben und sich in Athen, Nikosia und Ankara selbst präsentieren und sogar auch zu wissen vorgeben, wann der amerikanische Präsident Trump sich in sein Schlafgemach zurückzieht. Sie haben einen Sturm im Kopf und keinerlei Verantwortlichkeit in ihrer Arbeit aufzuweisen.

Wir kennen also nicht die neue amerikanische Position bezüglich der uns (sprich Griechenland) interessierenden drei Länder. Wir nehmen nur an, dass der neue Weltherrscher nicht wie die vorherigen amerikanischen Präsident „mit der Türkei Ball spielen wird„, weil er Israel und Ägypten als die Ecksteine seiner Strategie im Mittelmeer auswählte. Es ist aber nur eine Hypothese und wir hoffen, dass sie wahr ist, weil die Politik der zweierlei Maßstäbe sich für Griechenland und Zypern katastrophal erweisen könnte. Ich werde es so simpel wie möglich schreiben: Es ist etwas, das niemand weiß …

Erdogan ist ein unberechenbarer „Psycho“

Die Frage ist also, ob Tayyip Erdoğan psychologisch bereit ist, den Krieg von Syrien, dem Irak und Kurdistan in das Ägäische Meer zu bringen. Die zweite Frage ist, ob er plant, einen Schlag gegen diverse der (griechischen) Inseln und speziell die unbewohnten zu führen – letzteres, damit kein Blutvergießen verursacht wird, er jedoch Gewinne auf militärischer Ebene hat.

Wir haben es mit einem Menschen zu tun, der von seinen Gemütskrankheiten beherrscht ist, der händeweise Pillen gegen die verschiedenen ihn strapazierenden Krankheiten einnimmt, der von seinem unbändigen Nationalismus und dem „schlechten“ Islamismus geleitet wird. Die Ungläubigen sind seine Feinde. Und die Griechen und die griechischen Zyprioten sind noch mehr Feind als seine Feinde. Und es ist noch etwas anderes los: Er nimmt an, die griechischen Widerstände seien praktisch Null, obwohl sein Militär sich in der Realität schwer tut, den „Barfüßlern“ Syriens zu begegnen, geschweige denn eine weitere Front zu eröffnen. Aber es ist natürlich Erdogan, er ist unberechenbar, er hat psychische Probleme, warum sollte er nicht zu einem Verzweiflungsangriff gegen Griechenland schreiten.

Die aggressiven Züge (der Türkei) im Gebiet von Imia sind kontinuierlich und haben Ziel und Zweck. Allerdings haben weder das Ziel noch der Zweck auch nur das Geringste mit der inländischen Front in der Türkei zu tun. Diese Behauptung ist ein Mythos und kommt von Analytikern, die nie in ihrem Leben etwas studieren. Sie haben die blöde Ansicht der Dinge, dass zum Schluss angeblich „die Logik vorherrschen“ wird. Dies geschieht aber nur in den westlichen Ländern. Auf dem gesamten übrigen Planeten geben den Befehl paranoide Führer oder Politiker, die kein Problem damit haben, „auch mal einen Krieg zu führen, damit wir ihn … haben„. Tayyip Erdoğan spielt mit Leichtigkeit beide Rollen. Leider.

(Quelle: Büchse der Pandora, Autor: Michalis Ignatiou)

  1. Anton
    9. Februar 2017, 14:01 | #1

    Leider geht der Beitrag nicht auf den Umstand ein, dass ja sowohl Griechenland als auch die Türkei NATO-Mitglied sind, also den selben Militärbündnis angehören. Auch wenn bei Erdoğan tatsächlich vom Schlimmsten ausgehen muss, würden kriegerische Aktivitäten von Seiten der Türkei gegen Griechenland die NATO in eine Krise stürzen. Es ist deshalb nicht nur ein Problem zwischen diesen beiden Ländern.

  2. Antonios Vassiliadis
    10. Februar 2017, 09:25 | #2

    Die NATO hatte schon von je her bei jedem Scharmützel der beiden Länder nie etwas unternommen. Im Zypern-Konflikt nichts und auch bei Imia nichts. Warum gerade jetzt?
    Ein Angriff auf ein EU-Mitglied würde allenfalls den Präzedenzfall in Brüssel setzen. Würde hier ernsthaft auch nur ein einziger (EU-Soldat) Griechenland zu Hilfe kommen? Und wenn – wie lange müssen die Bürokraten in Brüssel/Berlin dort wiehern, bis auch nur ein einziger Stiefel angezogen ist? 6 Monate oder 1 Jahr? Ein Finanzminister Schäuble würde wohl wieder per Megaphon lauthals schreien „Ist zu teuer …“. Die Briten und Franzosen würden aber ohne mit der Wimper zu zucken am nächsten Tag eine Schlagkraft hinstellen. Da kannst wetten. Aber wenn es hier in der Ägais wirklich kracht, stehen die Türken erst einmal innerhalb einer halben Stunde auf dem Syndagma-Platz. Dann ist die Kacke aber richtig am dampfen!

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