Schäuble drohte Griechenland nie mit Grexit!

21. Februar 2017 / Aktualisiert: 10. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.320

In Griechenland wird sich manch einer perplex in den Arm gekniffen haben, als die jüngste Erklärung Wolfgang Schäubles bekannt wurde, er habe nie mit einem Grexit gedroht.

In einem Interview an den öffentlichen deutschen TV-Sender ARD am 19 Februar 2017 (also einen Tag vor der gestrigen Eurogruppe) bestritt der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, jemals gesagt zu haben, Griechenland werde aus der Eurozone ausscheiden müssen, wenn es nicht zu wirtschaftlichen Reformen schreite.

Konkret vertrat Schäuble in seinem Gespräch mit der ARD, Griechenland werde keinerlei Problem haben, wenn es die vereinbarten Reformen umsetzt, werde jedoch eins haben, wenn wenn es nicht zu deren Realisierung schreitet.

Schäuble sieht Griechenland auf dem richtigen Weg

Ich habe niemals (mit einem Grexit) gedroht„, behauptete Schäuble, kurz bevor der Sender jüngst abgegebene Erklärungen des deutschen Finanzministers einspielte, in denen er anführte, Griechenland sei noch nicht über den Berg und das „Pressing“ auf das Land müsse fortgesetzt werden, anderenfalls habe es aus der Eurozone auszuscheiden.

Stattdessen meinte Schäuble vorgestern, er schicke Griechenland die selbe Botschaft, die das Land währen der Krise auch von Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten hat, nämlich dass es keinerlei Problem haben werde, wenn es die Reformen verwirklicht. Wenn es das jedoch nicht macht, dann werde es Probleme geben, betonte er um anzufügen: „Ich bin überzeugt. Griechenland befindet sich auf dem richtigen Weg.

Der deutsche Finanzminister sagte ebenfalls, er schätze – auch nach dem Artikel der deutschen Zeitschrift „Der Spiegel“ über eine Beteiligung des IWF mit einer Finanzierung von bis zu 5 Mrd. Euro (was der IWF jedoch erst einmal prompt dementierte) – ein, dass der IWF sich beteiligen werde. „Ich nehme an, er wird es tun„, erklärte Schäuble auf die Frage bezüglich der Beteiligung des IWF an dem griechischen Programm, und rief wiederum in Erinnerung, dass der IWF 2015 geäußert hatte, sich beteiligen zu werden, wenn Griechenland seine Reformziele / -vorgaben erreiche. „Ich denke, dass dies innerhalb der kommenden Wochen erzielt werden kann„, betonte Schäuble.

(Quelle: Imerisia)

  1. Ronald
    21. Februar 2017, 08:26 | #1

    Im Juli 2015 befand sich Griechenland (einmal mehr) am Scheideweg. In einem internen Arbeitspapier formulierte Schäuble Griechenland sollte entweder die Forderungen der Eurogruppe, nämlich Vermögenswerte an einen Treuhandfonds übertragen und weitere umfängliche Sparmaßnahmen beschliessen, aktzeptieren, oder den Euro temporär aufgeben (5 Jahre) ansonsten aber Vollmitglied der EU bleiben. Das Ganze stand in einem geleakten Arbeitspapier des Bundesfinanzministeriums welches aber nie offiziell in die Verhandlungen innerhalb der Eurogruppe eingebracht wurde. Vielleicht wurde es ganz bewusst geleakt, ich glaube es fast, um seinerzeit Druck auf die griechische Regierung auszuüben. Herr Schäuble kann Griechenland schon deshalb nicht mit einem Grexit drohen, weil es keinen Mechanismus gibt einem Mitgliedsland den Euro zu „entziehen“.

  2. Kleoni
    21. Februar 2017, 09:33 | #2

    Er hat „nie gedroht“, dass Griechenland aus der Eurozone raus muss, denn er weiss genau, das Griechenland NICHT rausgeschmissen werden kann. Aber er hat alles daran gesetzt, die Regierung so zu diskreditieren, das Griechenland durch die harte und ungerechte Austeritätspolitik fast alles, vor allem das Vertrauen der Bevölkerung in Regierung und Euro verliert und so wieder in die Drachme gestossen wird. „Versüsst“ mit der heissen Luft, dass dann ein Schuldenschnitt erfolgen könne. Mir stellt sich immer mehr die Frage, wie kann eine kaputtgesparte Wirtschaft noch reformiert werden, doch nur dadurch, dass Arbeitnehmer zu Bedingungen wie in Pakistan arbeiten sollen.

  3. Diederich Heßling
    21. Februar 2017, 10:58 | #3

    Der lügt sogar mit geschlossenem Maul!

  4. windjob
    21. Februar 2017, 11:08 | #4

    Ich wusste nicht, dass die Demenz bei Herrn Schäuble bereits so weit fortgeschritten ist. Ich denke, es wird Zeit er geht in den Ruhestand. Da kann er keinen Schaden mehr anrichten. Als Pflegerin empfehle ich Mutti Merkel. Da können die beiden dann in Erinnerungen schwelgen.
    Sarkasmus aus.

  5. Kretahans
    22. Februar 2017, 11:29 | #5

    Früher hat Herr Schäuble von „jüdischen Toten“ aus Lichtenstein Schwarzgeld für die CDU kassiert und heute ist er Finanzminister in Deutschland. Wer hist hier korrupt (die Griechen oder Herr Schäuble)?

  6. Roland Wolf
    22. Februar 2017, 11:43 | #6

    Soweit ich es weis war Schäubles Vorschlag das Griechenland freiwillig die Eurozone verlässt und die Institutionen im Gegenzug Wirtschaftshilfe leisten. Da dies einen Verbelib in der EU bedeutet hätte wäre es tstsächlich nicht zu einem Grexit gekommen.
    Griechenland kann zwar nicht gezwungen werden den Euro zu verlassen, jedoch kann die EZB die Versorgung griechischer Banken mit Euro nach dem ELA Programm einstellen. Dies hätte nach kurzer Zeit die Einführung einer Zweitwährung erzwungen und das ist dann wiederum Anlass ein Land aus der Eurozone zu komplimentieren.
    Dem Wortsinn nach hat Schäuble also recht, dem Sinn nach natürlich nicht.

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