Nicht nur Griechenland erstickt in Schulden

14. Februar 2017 / Aufrufe: 1.863

Die für 2015 ausgegebenen Daten des Europäischen Amts für Statistik zeigen, dass nicht nur Griechenland in Schulden erstickt.

Griechenland wird weiterhin von Schulden gegeißelt, wobei der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt, die Verschuldung des Landes befinde sich auf einem „explosiven“ Kurs.

Trotz der Jahre geprüfter Austerität und wirtschaftlicher Reformen begegnet die Europäische Union weiterhin einer Krise wegen der von Griechenland kumulierten Verschuldung – die Ende 2015 bei 177,4% des BIP lag. Jedoch macht die öffentliche Verschuldung nicht nur Griechenland zu schaffen.

Die öffentliche Verschuldung in Europa erreichte 2015 das höchste Niveau seit Einführung des Euro im Jahr 1999

Obwohl Viele über die öffentliche Verschuldung in Griechenland beunruhigt sind, gibt es gemäß den von dem Europäischen Amt für Statistik (Eurostat) für das Jahr 2015 bekannt gegebenen Daten in der EU auch andere Länder mit Schulden, die mit der um das Überleben kämpfenden Nation wetteifern.

Europa im Kampf mit der Verschuldung (2015)

Wie Europa in Schulden versinkt

Insgesamt existieren fünf europäische Länder, deren Schulden größer als ihr wirtschaftliches Produkt sind, und 21 Länder mit Schulden, welche die im Maastrichter Vertrag vorgesehene Grenze von 60% des BIP übersteigen.

Wie erwartet ist die öffentliche Verschuldung Griechenlands die höchste in der EU und tangiert 177% seines BIP. Italien und Portugal sind die nächsten auf der Liste der am meisten verschuldeten Länder, mit entsprechend 132% und 129% des nationalen wirtschaftlichen Produkts. Die (als Prozentsatz des BIP) geringsten Verschuldungen zeigen für 2015 Estland, Luxemburg und Bulgarien. Alle diese Staaten haben Schulden von unter 30% ihres BIP. Die Verschuldung Großbritanniens wiederum entspricht 89,1% seines BIP und ist damit die achthöchste in der EU.

Brutto-Verschuldung der Regierungen in Europa im Verhältnis zum BIP (2015)

Gesamtverschuldung der Regierungen in Europa 2015

Das durchschnittliche Niveau der Verschuldung in der Eurozone lag 2015 bei rund 90,4% und war damit das höchste seit Einführung der gemeinsamen Währung im Jahr 1999. Die Anstiege bei der Verschuldung auf dem gesamten Kontinent zeigen, dass die Länder sich schwer tun, ihre öffentlichen Ausgaben in den Griff zu bekommen, während die Länder mit der geringsten Gesamtverschuldung oft jene sind, die in den letzten Jahren die größten Anstiege sahen.

Neun europäische Länder haben geschafft, ihre Verschuldung (als Prozentsatz des BIP) seit 2012 zu senken. Gerade einmal fünf Länder – Tschechien, Dänemark, Deutschland, Irland und Lettland – haben es fertiggebracht, dies in realen Terms zu tun.

Schließlich gibt es fünf EU-Länder mit Schulden, die jeweils 1 Billion Euro übersteigen, nämlich Großbritannien, Italien, Deutschland, Frankreich und Spanien.

(Quelle: sofokleous10.gr)

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