Griechenlands Verschuldung verschlägt einem den Atem

25. Februar 2017 / Aufrufe: 2.687

Die öffentliche Verschuldung Griechenlands erreichte Ende 2016 über 326 Milliarden Euro beziehungsweise 185 Prozent des BIP.

Die öffentliche Verschuldung Griechenlands belief sich Ende 2016 auf die schwindelerregende Höhe von 326,3 Mrd. Euro bzw. ungefähr 185% des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) und verzeichnete damit im Verhältnis zu Ende 2015 einen Anstieg um ungefähr 5 Mrd. Euro.

Die Ausweitung beruht auf dem Zufluss zusätzlicher Gelder aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (EMS), der inzwischen auch den Hauptgläubiger des Landes darstellt, da es dem Mechanismus 227,7 Mrd. Euro schuldet.

80,3% der Verschuldung Griechenlands hat Laufzeiten von über 5 Jahren

Laut dem jüngsten Quartalsbericht erreichten Ende 2016 die verfügbaren Kassenbestände 2,79 Mrd. Euro und waren damit im Verhältnis zu September 2016 marginal geringer, während die kurzfristige Kreditaufnahme mittels sogenannter „Repos“ (Rückkaufvereinbarungen) durch staatliche Träger sich auf leicht über 11 Mrd. Euro gestaltete.

Die wie in den am 20 Februar 2017 von dem Träger für die Verwaltung der öffentlichen Verschuldung publizierten Angaben dargestellte „Geographie“ der griechischen Verschuldung gibt die in den letzten Jahren erfolgte große Verschiebung der Verschuldung Griechenlands wieder, die von den privaten Gläubigern auf die Mitgliedstaaten der Eurozone und den Internationalen Währungsfonds (IWF), sprich die offiziellen Gläubiger des Landes überging. Es ist bezeichnend, dass der griechische Fiskus aus Anleihen und Schatzbriefen 71,6 Mrd. Euro schuldet, während die Kredite des Stabilitätsmechanismus sich auf 227,7 Mrd. Euro belaufen.

Ausgedehnt ist zur selben Stunde die kurzfristige Kreditaufnahme des Fiskus mittels der allgemeinen Träger der Regierung, die sich Ende 2016 auf 11,36 Mrd. Euro gestaltete, während die innerhalb des Jahres über Schatzbriefe „recycelte“ Kreditaufnahme sich auf dem Niveau von 14,8 Mrd. Euro bewegt.

Verteilung der öffentlichen Verschuldung Griechenlands Ende 2016

Rückkaufvereinbarungen („Repos“) 11,36 Mrd. Euro
Sonstige Kredite 15,69 Mrd. Euro
Staatliche Anleihen / Schatzbriefe 71,60 Mrd. Euro
Kredite des ESM 227,70 Mrd. Euro

Besonders signifikant hinsichtlich der im Gang befindlichen Umstrukturierung der öffentlichen Verschuldung Griechenlands ist, dass 80,3% der griechischen Verschuldung von langfristiger Dauer sind, also mit Laufzeiten von über 5 Jahren, 11% Laufzeiten von bis zu einem Jahr haben und gerade einmal 8,65% mittelfristig sind, also Laufzeiten von 1 – 5 Jahren haben.

Griechenlands Fiskus bürgt für Kredite in Höhe von fast 13 Mrd. Euro

Die gemittelte verbleibende Restlaufzeit der Verschuldung der zentralen Verwaltung (was wohlgemerkt eine andere Größe als die im Mikroskop der Gläubiger befindliche Verschuldung der zentralen Regierung ist!) liegt bei 16,6 Jahren.

Zur selben Stunde bleibt die bestehende Höhe der staatlich besicherten (sprich unter staatlicher Bürgschaft vergebenen) Kredite auf hohen Niveaus. Trotz ihres Ende 2016 verzeichneten leichten Rückgangs gestaltete die Höhe solcher Kredite sich Ende 2016 auf 12,88 Mrd. Euro (gegenüber 12,9 Mrd. Euro Ende September 2016)..

Was die Neuverschuldung betrifft, bezog diese sich 2016 zu 40,3% auf Kredite des Europäischen Stabilitätsmechanismus, zu 58,3% auf Schatzbriefe und zu 1,4 Mrd. Euro auf Kredite der Europäischen Zentralbank. 40,9% der neu aufgenommenen Kredite haben Laufzeiten ab 15 bis zu 40 Jahren, während 59,1% Laufzeiten von über einem Jahr haben.

(Quelle: Imerisia)

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