Griechenlands Probleme liegen nicht am Euro

8. Februar 2017 / Aufrufe: 1.295

Der EZB-Funktionär Cœuré vertritt, Griechenlands Probleme liegen nicht daran, der Eurozone beigetreten zu sein.

Benoît Cœuré, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), erklärte, die Probleme, denen Griechenland begegnet, liegen nicht an dem Umstand, dass es Mitglied der Eurozone ist.

Im Gespräch mit der französischen Zeitung „Le Parisien“ führte Herr Cœuré die Probleme Griechenlands auf „Verwaltungsschwächen“, das sehr schwache Schutznetz für die sozial Schwachen und den „problematischen“ Steuerbeitreibungsmechanismus zurück.

Griechenland braucht Reformen, um im Euro gedeihen zu können

Auf die Frage antwortend, ob es Griechenland besser gehen würde, wenn es nicht dem Euro beigetreten wäre, sprach Benoît Cœuré sich für die Entscheidung aus, Griechenland in die Währungsunion aufgenommen zu haben, und stellte sogar klar, das Thema sei nicht die Mitgliedschaft des Landes in der Eurozone, sondern der Umstand, dass die gemeinsame Währung „die Schwächen und die Stärken“ eines jeden Landes vorführt.

Abschließend notierte er, dass die griechischen Bürger trotz der Opfer, die sie zu bringen aufgerufen sind, „niemals den Wunsch äußerten, aus dem Euro auszuscheiden„, und fügte an, „was Griechenland braucht, ist, seine Verwaltungs- und politischen Strukturen zu reformieren, damit es im Euro gedeihen kann„.

Zusätzlich bezog Benoît Cœuré sich auf die Situation des Euro gegenüber seinen Hauptgegnern und merkte an, „obwohl gegenüber dem Dollar der Euro im Verhältnis zu seinem höchsten Stand ungefähr 30% niedriger liegt, stellt dies ein verlässliches Abbild der Situation der Eurozone dar und ist kein Resultat einer Bemühung, die Währung zu schwächen„.

(Quelle: iefimerida.gr)

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  1. weekend
    8. Februar 2017, 12:05 | #1

    Meiner Meinung nach wurden und werden Menschen geblendet mit dem Versprechen Fortschritt und bequemerem Leben, guenstige Zinskonditionen, Reichtum durch Welthandel, usw. Es wurde verschwiegen, dass diese Versprechen bei den Buergern nicht gehalten werden koennen, da der wirkliche Reichtum dort landet, die eh schon zur Elite gehoeren und die kleinen Buerger dafuer ausgebeutet werden. Warum verdienen die Kleinen immer weniger um die Wirtschaft anscheinend anzukurbeln – wenn sie dann selbst sich kaum mehr das Noetigste kaufen koennen, ist das Wirtschaftsaufschwung? Ist das wirklich eine gerechte und menschenfreundliche EU – wenn mit ihren Buergern so umgegangen wird? Meines Wissens waren die Griechen vor dem EU nicht aermer als sie es heute sind, das ist fuer mich eine sehr ernuechternde Prognose.

  2. Konstantin
    8. Februar 2017, 18:56 | #2

    Die Griechen wollten nie aus dem Euro aussteigen, weil ihnen immer wieder gesagt wurde das es ohne den Euro noch viel schlimmer und teurer werden wird. Das Gegenteil ist der Fall auch wenn es die erste Zeit sehr schwierig wird ohne Euro, dann wird aber die Zeit kommen wo es Griechenland wieder gut geht.
    Die Währung nicht abwerten zu können ist für Griechenland der Untergang wie die letzten Jahre bewiesen haben.
    Der Euro wird langfristig gesehen sowieso keinen Bestand haben, allerdings ist er für die Kapitalisten sehr nützlich. Wurde doch beim Tausch der Landeswährung gegen den Euro das Eigenkapital vermindert so wird später auch wieder durch einen neuen Tausch von Euro in die Zuknuftswährung eine Kaptialverminderung statt finden. Was noch über bleibt klaut die EZB durch ihre Zinspolitik im Auftrag ihrer Anhänger.

  3. Michael
    8. Februar 2017, 22:17 | #3

    Ihr hattet genug Zeit und die ist damit abgelaufen, dass eure Schulden an die Idioten, die sie kauften, weitergereicht wurden. Natürlich ist ein griechischer Euro keine 33 deutsche Eurocent wert. Der Euro funktioniert insgesamt nicht. Wenn ihr nicht „gerettet“ worden wärt, hättet ihr eure Drachme wieder und nicht nur euch würde es erheblich besser gehen. Der Euro und die EZB sind einfach Mist. Da werden sie auch landen.

  4. GR-Block
    9. Februar 2017, 02:10 | #4

    Die ständige Abwertung war eine Einrichtung, die in früheren Zeiten gute Dienste erwiesen hatte, um die eigene Volkswirtschaft zu schützen. Man konnte dadurch den Import verteuern und die Inlandsnachfrage erhöhen. Gleichzeitig wurden Schulden nach griechischen Recht in ihrer Höhe beibehalten, d.h. nach außen mitabgewertet.
    Um diese Nachteile für den Exporteur und Kreditgeber abzuschaffen, wurde den Unternehmern der kleinen Ländern der große Absatzmarkt des Binnenmarktes eingeredet und deren Politiker auf die eigene Lohnliste gesetzt. Mit dieser „Investition“ in die lokale Propaganda wurde eine „gemeinsame“ Währung ideologisiert. Wer dagegen war, war gegen „Europa“. Allenfalls eine Insel vor dem Kontinent durfte da ausscheren.

    Nein, der EURO funktioniert genauso gut wie die alte D-Mark, als alle paar Jahre eine Bank mit 5-10 Mrd. € „refinanziert“ wurde. Dieses deutsche Prinzip ist es, was Merkel zum ersten mal zum europäischen Prinzip erhoben hat. Nach dem Motto: „Das schaffen wir“ sollte der neue Staat „EU“ mit einem großen Ruck aus der Taufe und ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Was hatten sich Mitterrand und Kohl noch bemüht unverdächtig zu bleiben, alles umsonst.
    Zunächst hieß es, wir wollen faule Kredite in einer Bad Bank sammeln und dann die Bank refinanzieren. Alle Staaten durften ihr faules Scherflein beitragen und nahmen regen Anteil an den geplanten 110 Mrd „Kreditpaket“. Als der so Beschenkte mittendrin absprang, verstand der EU-Steuerzahler die Welt nicht mehr, war aber bereit, auch gegen Papandreou dem armen Volke der Hellenen zu „helfen“.
    Weil aber das erste Paket so problemlos durch die Parlamente ging, wurde mit 130 Mrd. ein zweites noch größeres geschnürt. Die europäischen Steuerzahler tobten aber die Partner überboten sich, denn jetzt war der Bann gebrochen, jetzt war GR ein echter Blitzableiter für die Hasstiraden der eigenen Wähler geworden. Und schon wurde das dritte Paket geschnürt mit 86 Mrd.

    Wer heute immer noch glaubt, ein 80-Mrd-Staatshaushalt habe dringend 320 Mrd € zur Rettung „seiner“ Banken gebraucht, ist entweder ein Idiot oder ein EU-Chefideologe. Und gegen die Einen hilft nur ein „Varoufakios Daktylos“ gegen die anderen ein Holzpflock. Alles Reden wäre sinnlos, Logik wie Perlen vor die Säue. Man müsste es ihnen mit gleicher Münze heimzahlen können wie einst der Pfähler. „Ach, wo bist du, Țepeș, Herr?“ (Wiki)

  5. Klaus
    12. Februar 2017, 14:00 | #5

    Die Wahrheit ist, erst sobald Gr keinerlei Staatsbesitz o.ä.mehr hat, das fuer nen appel un nen Ei verscherbelt oder gar an die rettenden eupartner verschenkt werden muss, (bsp Fraportdeal) werden die Eu“Partner“ vor allem die gutmensch BRD gr aus dem eur waehrungsraum gewaltsam draengen und mit nichts! aehnlich Rumänien etc. zurück lassen.

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