Griechenland verlor durch Bankenrettungen bereits 30 Mrd Euro

27. Februar 2017 / Aufrufe: 1.255

Griechenland kostete die Rettung seiner Banken schon rund 30 Milliarden Euro, während die Big Four sich an der Rettung europäischer Banken dumm und dämlich verdienten.

Laut einer Untersuchung der in Amsterdam ansässigen Transnational Institute (TNI) wurde Griechenland aus der Rettung der europäischen Banken um 29,8 Mrd. Euro geschädigt und vier große Gesellschaften vereidigter Buchprüfer (Wirtschaftsprüfungsgesellschaften), nämlich die sogenannten „Big Four“ (PricewaterhouseCoopes, Ernst & Young, Deloitte und KPMG), gingen aus der Rettung der europäischen Banken als die großen Gewinner hervor.

Verlierer sind die selbigen Länder, die ihnen – und zwar speziell auf Ermunterung seitens der EU – ihre Rettung antrugen: Griechenland hatte Verluste in Höhe von 29,8 Mrd. Euro, also 10% der gesamten öffentlichen Verschuldung, Spanien in Höhe von 45,5 Mrd. Euro und Irland in Höhe von 46,6 Mrd. Euro.

Das lukrative Rettungsgeschäft „verbrannte“ bereits über 200 Mrd. Euro

Aus der Untersuchung mit dem Titel „The Bail Out Business“ („Das Geschäft mit der Rettung“) geht hervor, dass diese vier großen Gesellschaften (nicht nur) in der Europäischen Union ein Oligopol darstellen und ihr Marktanteil 60% beträgt. In Ländern, die sich in einer Krise befinden, erreicht ihr Marktanteil sogar 80%.

Die Wirtschaftsprüfer, unter deren Augen die Banken zusammenbrachen, verdienten im vergangenen Jahr hunderte Millionen Euro an den Stresstests und aus den Beratungs-Dienstleistungen an die Mitgliedstaaten der EU bezüglich der Rettung ihrer Banken. Gemäß der in Rede stehenden Untersuchung gaben zwischen 2008 und 2015 die europäischen Länder für diesen Zweck „unter Zustimmung und Ermunterung der europäischen Institutionen 747 Mrd. Euro“ aus. Wie der gegenüber den großen Unternehmenskonzernen kritisch eingestellte Amsterdamer Thinktank veranschlagte, sind zu diesem Betrag auch fast 1,2 Billionen Euro für Bürgschaften hinzuzurechnen. Weiter wird klargestellt, dass neue Rettungen – wie die der italienischen Bank „Monte dei Paschi“ – noch nicht mitberücksichtigt worden sind …

Von der Summe der obigen Beträge sind 213 Mrd. Euro endgültig verloren, schreiben die Autoren der Untersuchung, welche die offiziellen Angaben des Europäischen Amts für Statistik Eurostat auswerteten. Dieser Betrag entspricht der Summe des BIP Finnlands und Luxemburgs oder den Aufwendungen für das Gesundheitssystem Spaniens, Österreichs, Schweden, Griechenlands und Polens zusammen. Das Institut „TNI“ betont weiter auch die Tatsache, dass die Bankenrettungen hauptsächlich mittels neuer staatlicher Schulden finanziert wurden, für die auch jährlich Zinsen entrichtet werden.

Am größten sind die Verluste für Irland, wo sie sich auf 46,6 Mrd. Euro belaufen und fast ¼ seiner öffentlichen Verschuldung darstellen. In diesem Land schossen die Kosten wegen des Aufkaufs von Banken buchstäblich in die Höhe. Etwas darunter befindet sich Spanien mit Verlusten in Höhe von 45,5 Mrd. Euro, während Griechenland einen Schaden von … „nur“ 29,8 Mrd. Euro hatte, welcher Betrag 10% seiner öffentlichen Verschuldung entspricht …

Die Big Four beherrschen trotz ihrer Fehler weiterhin den Markt

Wo Verlierer existieren, gibt es aber auch die Gewinner. Sol Trumbo Vila und Matthijs Peters, welche die Untersuchung durchführten, betonen, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften die großen Gewinner der Bankenrettungen sind. Zusätzlich ist anzuführen, dass diese Gesellschaften auch vorher gute Geschäfte mit den Banken machten, bei den Buchprüfungen jedoch selten die Probleme feststellten.

Beispielsweise bestätigte die eine von ihnen, nämlich die Deloitte, im Fall des – später verstaatlichten – spanischen Finanzkonzerns Bankia für das Jahr 2011 Gewinne in Höhe von 300 Millionen Euro. Später wurde ein Loch von fast 24 Mrd. Euro festgestellt! Anstatt der Deloitte übt die Kontrolle bei der Bank nun die Ernst & Young aus, also die Gesellschaft, welche die „Anglo Irish Bank“ überprüfte, deren Zusammenbruch Irland unter den Rettungsschirm bzw. zum Rettungsmechanismus führte.

Die vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften arbeiteten zusammen mit anderen kleineren Dienstleistungsgesellschaft auch die staatlichen Rettungspakete der in einer Krise befindlichen Länder aus, und trotz ihrer Fehler „erhielten sie ihre beherrschende Rolle auf dem Markt aufrecht„, unterstreicht die Untersuchung des Transnational Institute (TNI).

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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