Griechenland sollte in Wirklichkeit gar nicht geholfen werden

17. Februar 2017 / Aufrufe: 3.597

Der IWF und Poul Thomsen wollten Griechenland offensichtlich bewusst zu einer Schuldenkolonie mit spottbilligen Arbeitskräften für internationale Investoren machen.

Auf Twitter erfolgte vorgestern (13 Februar 2017) eine Bomben-Enthüllung bezüglich der arglistigen Machenschaften der wirtschaftlichen Mörder des Internationalen Währungsfonds (IWF) gegen Griechenland:

Es wurde ein geheimer Bericht eingestellt, den am 04 Mai 2010 der damalige Chef-Ökonom des IWF, Olivier Blanchard, erstellt hatte und in dem die Warnung enthalten war, dass das griechische Rettungsprogramm (sprich das damals von der unterwürfigen PASOK-Regierung unterzeichnete Memorandum) wegen des geforderten Niveaus fiskalischer Angleichung sehr ernsthafte Gefahren beinhaltet und sogar auch im Fall der völligen Einhaltung schnell von seinem Kurs abzukommen vermag.

Thomsen und seine „Clique“ in Griechenland sind irreversibel bloßgestellt

In der Essenz warnte Olivier Blanchard vor der Gefahr, dass wegen der abrupten signifikanten Schrumpfung, welche die in dem Programm umfassten Austeritäts-Maßnahmen von beispielloser Strenge bei dem Bruttoinlandsprodukt Griechenlands verursachen würden, die gesetzten überoptimistischen fiskalischen Zielvorgaben nicht erzielt werden. Was schließlich auch geschah und das griechische BIP in einen Rückgang um 25%, über 1.300.000 griechische Bürger in die Langzeitarbeitslosigkeit und die öffentliche Verschuldung des Landes in schwindelerregende Höhen trieb!

Das an Poul Thomsen gerichtete explosive Dokument wurde Ende Januar während der Dauer einer internationalen Wirtschafts-Tagung des kanadischen Think Tank „Centre for International Governance Innovation“ von dem Wirtschaftsprofessor Paul Blustein präsentiert. Diese Enthüllung „verbrennt“ Poul Thomson und stellt seine Mitarbeiter und seine „Unterstützer“ in Griechenland, sprich ehemalige Minister der Regierungen der PASOK und der Nea Dimokratia, irreparabel bloß, da sie zeigt, dass ihrem … „Kompagnon“ in der Zerstörung des Landes von Anfang an die äußerst fatalen Auswirkungen des Memorandums auf die griechische Wirtschaft bekannt waren.

Memorandum sollte Griechenland zu einer Schuldenkolonie machen

Poul Thomson tat jedoch so, als ob er nichts wisse – offensichtlich, weil sowohl der IWF, aber auch er selbst in Wirklichkeit Griechenland gar nicht helfen, sondern mittels des Memorandums in die beständige Unterentwicklung, Armut und Verelendung führen wollten, damit es in eine nutzbare Schuldenkolonie verwandelt wird und die meisten seiner Bürger zu … Bedürftigen werden, die (sogenannten) internationalen Großinvestoren fortan leicht als spottbillige Arbeitskräfte anzubieten waren.

Als Professor Paul Blustein den explosiven Bericht an das Licht der Öffentlichkeit brachte, fasste er die Situation folgendermaßen zusammen: „Olivier Blanchard warnte, die Austerität könne sogar auch bei wortwörtlicher Umsetzung (des Programms bzw. Memorandums) schief gehen.“ Selbiger enthüllte außerdem, dass 2010 der damalige IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn eine Umstrukturierung der griechischen Verschuldung zum Thema stellte, Jean-Claude Trichet (damals Leiter der Europäischen Zentralbank) jedoch „Nein“ sagte.

Auf Twitter die konkrete „Indiskretion“ kommentierend führte Olivier Blanchard (sinngemäß) an: „Ich habe den Bericht nicht ‚durchsickern‘ lassen, bin jedoch auch nicht sehr traurig, dass es geschah 🙂 Es sind 7 Jahre verstrichen und es existiert immer noch kein klarer / realistischer Plan.

(Quelle: ddikaiologitika.gr, Autor: Jorgos Palaitsakis)

  1. Konstantin
    17. Februar 2017, 12:43 | #1

    Ich vermute doch, dass ein klarer realistischer Plan dahinter steckt. Deutschland wollte doch unbedingt den IWF in Boot holen und hat es auch getan. Von der Logik her hat der IWF nicht wirklich etwas mit Innereuroäischen Dingen am Hut.
    Verfolgt man den Gedanken weiter, dass es das Ziel ist Griechenland oder welches Land auch immer zu einer Schuldenkolonie mit spottbilligen Arbeitskräften für internationale Investoren machen. So merkt man schnell was die EU in Wirklichkeit ist. Eine raffgierige Wirtschaftsgemeinschaft wo die Wirtschaftsstarken-Länder die kleinen schlucken und dort ihre eigene Wirtschaft expandieren lassen. Deswegen wird auch immer erst an Arbeitnehmerrechten gerüttelt, die Löhne und Sozialleistungen sinken und dann wird privatisiert was nur möglich ist. Man bringt ein Land wissentlich in eine Abhängigkeit aus der es nicht mehr rauskommen kann wenn es in dem System bleibt.
    Schade ist nur, dass Pasok und ND damals Griechenland so billig verkauft haben und die heutige Regierung nicht gar gegengesteuert hat, sondern noch alles verschlimmert. Man kann hier nicht mehr von Pannen, Fehlern und Unwissenheit reden, das System was dahinter steckt ist klar erkennbar. Kolonialherrschaft ist das Stichwort und wer jetzt noch meint die EU in Brüssel benötigt mehr Rechte um noch mehr Einfluss zu nehmen, der möchte einen Kolonialherren in Brüssel sehen der nur noch diktiert während die Sklaven tätig sind. Staatspleite und raus aus dem Euro, gegebenenfalls auch ein EU-Austritt, sonst hilft da nichts mehr.

  2. Bernd Engelking
    17. Februar 2017, 14:30 | #2

    Wer glaubt, dass Griechenland geholfen werden sollte, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Das Finanzsystem will ausschließlich sich selbst retten. Daher gilt es mit allen Mitteln alles zu tun, damit es zu keinen „Erschütterungen“ kommt. Die einzigen, die noch von der „Rettung“profitieren, abgesehen von den Systembetreibern, sind die Gläubiger und die griechischen Eliten.
    Es wir so kommen, dass Griechenland ohne IWF weiter „gerettet wird. Das heißt auch, dass für Griechenland und seine Bürger auch weiterhin keinen Neuanfang geben wird. Die Ausplünderung wird weiter geführt unter einer „linken“ Regierung, die alle linken Bewegungen mit in den Abgrund reißen wird.
    Sie wussten ALLES von Anfang an. Sie wussten von Anfang an, dass nur so der Zusammenbruch des Finanzsystems verzögert werden kann und dass nur dadurch die Verursacher sich „in Sicherheit bringen“ konnten. Aber bald werden sie alles „in Sicherheit gebracht“ haben. Hier wird immer noch geglaubt, dass besser „gerettet“ werden könnte.

  3. Kleoni
    17. Februar 2017, 14:37 | #3

    Das ist doch jedem, wenn er bis 3 zählen kann, schon seit Jahen sonnenklar. Erst Griechenland sturmreif aushungern, dann zum Schnäppchenpreis das Tafelsilber kaufen, gleichzeitig den bestausgebildeten Akademikern und Fachkräften eine Möglichkeiten einer adäquate Arbeit im eigenen Land verunmöglichen, damit sie in den Geldgeberländer „freiwillig“ diesen Mangel auffüllen. Wem es noch nicht klar ist, wo Papandreou u. Samaras dafür vorbereitet wurden, der sollte wissen, dass beide an der gleichen Universität studiert haben und alles was sie an persönlichen „Feindschaften“ vorgespielt haben, hatte zum Ziel das griechische Volk hinters Licht zu führen und die 10% Reichen und Superreichen Griechen abzusichern und zu bedienen. Das hungernde Volk, arbeitslos und ohne medizinische Grundversorgung, die Verelendung des Mittelstandes wurde als „Kolateralschaden“ billigend in Kauf genommen.

  4. DiederichHeling
    17. Februar 2017, 15:14 | #4

    Alles im Plan. Aber die Dummheit der Menschen ist unendlich.

  5. Zyniker
    17. Februar 2017, 23:02 | #5

    So nach und nach eitert die Wahrheit aus der verfaulenden „EUdssR“. Es darf in heuer gefragt werden: Warum dauerte das eigentlich so lange?
    Wie war das noch in 2012, als das Mietmaul der Hochfinanz, Robert Mundell, dem investigativen Journalisten Greg Palast das WAS, WIE & WARUM diese EUdssR-Scheixxe in die Spur gebracht wurde, offenbarte.
    Soweit mir bekannt ist, hatte nur diese Organisation ein kurze Übersetzung ins Netz gestellt.

  6. ReiHe44
    18. Februar 2017, 11:43 | #6

    Das der IWF auch nur einmal Griechenland helfen wollte halte ich für ein Gerücht. Helfen im Sinne des Wortes kennen Imperialisten nicht – für sie gibt es nur nützen und ausnützen, d.h. im Sinne ihrer Interessen.

  7. Anton
    18. Februar 2017, 13:03 | #7

    Interessant ist in diesem Zusammenhang die folgende Aussage von Alexis Tsipras in einem Interview bereits 2013 (!): „Sie nutzen Griechenland als Versuchskaninchen einer strikten, harten neoliberalen Politik, die ihresgleichen in Europa sucht (…) (Sie wollen) einen Modellfall für die anderen europäischen Völker schaffen, um zu testen, was passieren wird …“ (zit. nach „Was will Europa? Rettet uns vor den Rettern“ Laika-Verlag 2013, S. 120). Tsipras kann sich also nicht darauf berufen, dass er nicht wussten, was eigentlich mit Griechenland geplant war.

  8. erika munzinger
    20. Februar 2017, 02:33 | #8

    Ich stimme dem Bericht zu. Seit 25 Jahren lebe ich in Griechenland und es ist sehr traurig, dass der einzelne Mensch nichts mehr zaehlt und so viele junge Menschen das Land verlassen, weil es keine Arbeit und keine Hoffnung gibt. Wo bleibt die Gerechtigkeit, der Respekt, die Liebe zu anderen Menschen und Voelkern?

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