Wirtschaftskrise in Griechenland beeinträchtigt Ernährung

29. Januar 2017 / Aufrufe: 1.403

2 von 5 Haushalten in Griechenland mussten die Ausgaben für ihre Ernährung kürzen und jeder dritte Haushalt wird im kommenden Jahr seine Steuern nicht zahlen können.

40,2% der griechischen Haushalte wurden gezwungen, Ausgaben für Lebensmittel zu beschneiden um ihre Bedürfnisse zu decken. Dieses Fakt zeigt eine Untersuchung des IME GSEBEE auf, die zeigt, dass ein großer Teil der Bevölkerung (53%) zu Kürzungen bei Kleidung und Schuhwerk schritt, während 48,2% der Befragten das Ausgehen einschränkte.

Parallel geben mehr als 1 von 5 Haushalten an, fällige Verbindlichkeiten an das Finanzamt geschaffen zu haben. Dieser Anteil übersteigt 27%, wenn es sich um Haushalte mit Kreditverpflichtungen handelt, und erreicht für 1-Personen-Haushalte sogar 40%.

1/3 der Haushalte in Griechenland werden Steuern nicht zahlen könnnen

Die Einschätzung bezüglich des laufenden Jahres ist, dass 34% der Haushalte es nicht schaffen werden, ihren steuerlichen Verpflichtungen zu entsprechen. Spezieller stellen die Fakten der Untersuchung über den Konsum, die Lebensqualität der griechischen Haushalte, aber auch ihre finanziellen Verpflichtungen sich folgendermaßen dar:

  • Der sinkende Verlauf der Inlandsnachfrage setzt sich fort, da bei fast der Gesamtheit der Güter und Dienstleistungen eine negative Bilanz verzeichnet wird. In Zusammenhang mit den Konsumtendenzen vermerkte ein großer Teil der Bevölkerung Kürzungen bei den Aufwendungen für Kleidung – Schuhwerk (53%), für das Ausgehen (48,2%) und für Lebensmittel (40,2%), was ein Anzeichen für eine Wendung des Konsums zu Gütern niedrigerer Qualität ist.
  • Dagegen weitete sich sie Anzahl der Haushalte aus, die angaben, die privaten Aufwendungen für Haushaltsrechnungen, ärztliche und pharmazeutische Versorgung (im 3. aufeinanderfolgenden Jahr) und Bildung gesteigert zu haben. Dies geschieht offensichtlich wegen der Erhöhung der Selbstbeteiligung und der Senkung der öffentlichen Aufwendungen speziell im Gesundheitswesen. Diese Tendenz zur Ausweitung der Aufwendungen für die Sicherstellung von Gütern sozialen Charakters (Gesundheit, Bildung, gemeinnützige Rechnungen) stellt einen hemmenden Faktor für die Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen Zusammenhalts dar.
  • Über die Hälfte der Haushalte erklärte, medizinische Beratungen und Therapien wegen finanziellen Unvermögens hinausgezögert zu haben. Mehr als 1 von 3 Haushalten haben aufgeschoben, ein elektrisches Haushaltsgerät reparieren zu lassen, während entsprechend 35% hinauszögern, ihr Auto zur Inspektion zu bringen.
  • Bemerkenswert ist die Anpassung der griechischen Haushalte an die neue digitale Epoche und die Kapitalverkehrskontrollen. Ungefähr die Hälfte der Haushalte nutzt für den Kauf von Gütern und die Bezahlung von Rechnungen „Plastikgeld“ und E-Banking, jedoch bleiben 46%, die vorziehen, nur mit Bargeld zu zahlen. Dies bedeutet, dass bei diversen Gruppen der Bevölkerung ein anderer Mix von Anreizen, aber auch erforderlich ist, dass die Banken sich ebenfalls an die Direktiven der Griechischen Bank (TtE) und den Geist des Übergangs in die neue digitale Epoche halten. Es bedeutet aber auch, dass ein sehr signifikanter Teil der Bevölkerung in Griechenland sich nicht an die neuen geschäftliche Gepflogenheiten anzupassen vermag.

Finanzielle Verpflichtungen der Haushalte in Griechenland

  • 21,3% der Haushalte haben fällige Verbindlichkeiten an das Finanzamt, während 58,2% der Schuldner in irgend eine Art von Regulierung aufgenommen worden sind, was ein Anzeichen für ihr Unvermögen ist, den übermäßigen steuerlichen Lasten zu entsprechen. Die eingeführten Regelungen – und speziell jene der 100 Raten – haben sicherlich positive Resultate bei der Handhabung der steuerlichen Lasten herbeigeführt.
  • Seit dem Beginn der Krise haben in Griechenland über 160.000 Haushalte eine Blockierung oder / und Pfändung von Vermögenswerten erlitten. Es ist anzumerken wert, dass die Steuern als Prozentsatz des BIP den höchsten Wert in den Ländern der (europäischen) „Peripherie“ verzeichnen.
  • 27,3% der Haushalte mit Kreditverpflichtungen haben fällige Verpflichtungen an die Banken (dies betrifft ungefähr 430.000 Haushalte). Einem heftigeren Problem begegnen die ärmeren und 1-Personen Haushalte (über 40%).
  • 34% der Haushalte schätzen ein, ihren steuerlichen Verpflichtungen im nächsten Jahr nicht entsprechen können zu werden, während spezieller 15,1% der Haushalte mit einer im Eigenbesitz befindlichen Immobilie erklären, die Steuern (ENFIA) für die Immobilien, über die sie verfügen, nicht zahlen zu können. Es ist charakteristisch, dass 24,7% der Eigentümer für ihre Immobilie doppelt in die Pflicht genommen sind: parallel zu der Entrichtung der ENFIA haben sie auch die Raten für den Bau- / Wohnungskredit zu bezahlen.
  • 34,5% schätzen ein, im kommenden Jahr nicht ihren Kreditverpflichtungen entsprechen zu können. 1 von 4 Haushalten, die Eigentum bewohnen, haben einen Bau- / Wohnungskredit, wobei 31,5% dieser Schuldner sich in Verzug befinden.
  • Auf Basis der Angaben der Griechischen Bank (TtE) beläuft die Höhe der Kredite der Haushalte auf 94,8 Mrd. Euro. 67,2 Mrd. Euro beziehen sich auf Bau- / Wohnungskredite und 27,8 Mrd. Euro auf Verbraucherkredite. Die nicht bedienten Verpflichtungen der Haushalte belaufen sich auf 46,7%.
  • Aus den Fakten der Untersuchung geht hervor, dass die Banken zu Regulierungen (sprich „Umschuldungen“) von 40% der Bau- / Wohnungskredite geschritten sind. 1 von 4 Haushalten (24,3%) äußern jedoch die Angst, sowohl wegen der angehäuften Verbindlichkeiten als auch wegen der zusätzlichen Belastungen (für Kredite, Steuern und Sonstiges) ihr Heim verlieren zu werden.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Vasilis Angelopoulos)

  1. cource
    30. Januar 2017, 09:54 | #1

    das trifft für die deutsche abstiegsgesellschaft genauso zu

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