Wie Griechenlands Bürger 23 Mrd Euro verloren

8. November 2016 / Aufrufe: 2.009

Die Entwicklung der Sparguthaben der privaten Haushalte in Griechenland verlief über mittlerweile 14 aufeinanderfolgende Quartale kontinuierlich negativ.

Die Eurobank analysiert die Gründe für den weiteren Rückgang des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte und bezieht sich insbesondere darauf, dass in Griechenland inzwischen über 14 aufeinanderfolgende Quartale die Entwicklung der Spareinlagen negativ verläuft.

Spezieller präsentierte das Einkommen der griechischen Haushalte im 2. Quartal 2016 auf Jahresbasis einen weiteren Rückgang um 0,75% und gestaltete sich auf 29,72 Mrd. €, gegenüber 29,94 Mrd. € im 2. Quartal 2015.

Kumulativer Vermögensverlust von rund 23 Mrd. Euro

Wie die Eurobank betont, ergab die in Rede stehende Veränderung sich aus:

  1. Rückgang der Primäreinkommen und der Netto-Sozialabgaben und -Leistungen um entsprechend 34,62 Mio. € und 300,87 Mio. €.
  2. Anstieg der übrigen laufenden Netto-Transferleistungen um 76,73 Mio. €.
  3. Rückgang der laufenden Einkommen- und Vermögenssteuern um 35,44 Mio. €.

Was die Verwendungen des verfügbaren Einkommens der Haushalte im 2. Quartal 2016 betrifft, gestalteten die finalen Konsumaufwendungen sich auf 31,84 Mrd. €, während die Spareinlagen sich negativ entwickelten (-2,13 Mrd. €), gegenüber -2,27 Mrd. € im entsprechenden Quartal des Vorjahres.

Es sei angemerkt, dass die Entwicklung der Spareinlagen sich für das 14. aufeinanderfolgende Quartal im negativem Bereich bewegte. Dies entspricht einem kumulativen Vermögensverlust in einer Größenordnung von 23,08 Mrd. €.

Zusätzlich entwickelte sich das Verhältnis der Spareinlagen zu dem verfügbaren Einkommen um -7,16% (gegenüber -7,60% im 2. Quartal 2015) bzw. -5,67% (gegenüber – 6,48%) auf gemittelter 4-Quartals-Basis. Letztere Größe gilt als repräsentativer, da die Quartals-Beobachtungen des verfügbaren Einkommens und der Spareinlagen eine intensive Saisonabhängigkeit zeigen.

Hysterese beim Rückgang der Konsumausgaben

Die Eurobank hebt hervor, dass seit dem 2. Quartal 2009 bis zum 2. Quartal 2014 die Sparquote der privaten Haushalte in Griechenland einem rückläufigen Kurs folgte. Detaillierter sank sie um 13,93 Prozentpunkte bzw. von +7,30% auf -6,63% (auf gemittelter 4-Quartals-Basis). Dieser Rückgang zeichnet sich in dem höheren prozentualen Rhythmus der Änderung bei den finalen Konsumausgaben im Verhältnis zu der entsprechenden Größe des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte ab.

Mögliche interpretierende Faktoren dieser Abweichung sind:

  • Die Erwartungen, die sich bezüglich der Dauer der Krise bildeten. Wenn beispielsweise die Haushalte erwarten, der Rückgang ihres verfügbaren Einkommens werde relativ vorläufig sein, normalisieren sie ihren Konsum mittels der Reduzierung des Rhythmus der Bildung von Spareinlagen.
  • Demographische Faktoren, wie es die Alterung der Bevölkerung ist. Nimmt der Anteil der Alten an der Gesamtbevölkerung zu, sinkt die Motivation zur Bildung privater Rücklagen.
  • Die Höhe des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte. Wenn die Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität tiefgreifend und von Dauer ist, steigt die „Armutsquote“ und die Spielräume zum Sparen werden daher geringer.
  • Die „Konsumgewohnheiten“. Das sehr hohe Niveau privaten Konsums der vorherigen Jahre mag „Gepflogenheiten“ geschaffen haben, die den Übergang zu einem neuen niedrigeren Pfad der Konsumaufwendungen weniger flexibel machten.

(Quelle: iefimerida.gr)

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