Unglaubliche Steuerlasten für Griechenlands Bürger

12. November 2016 / Aufrufe: 2.588

Die den Steuerzahlern in Griechenland aufgebürdeten steuerlichen Lasten erreichen für 2016 das Rekordniveau von fast 66 Milliarden Euro.

Infolge des Steuerwahns in Griechenland  liegen die den Steuerzahlern aufgebürdeten steuerlichen Lasten mittlerweile definit im „roten Bereich“. Nichtsdestotrotz sind für 2017 neue Mehrbelastungen von weit über 4 Mrd. Euro vorgesehen.

Gemäß den in Tabellen wiedergegebenen Angaben der Europäischen Kommission, die deren Herbstprognosen begleiten, sind die Steuerbelastungen in diesem Jahr sogar auf das Rekord-Niveau von 65,7 Mrd. Euro hochgeschossen, gegenüber 64 Mrd. Euro im Jahr 2015.

Absurde Wachstumsvorgaben „kaschieren“ die Steuerlast

Besagte Angaben der Kommission enthüllen, dass in Griechenland die Steuerbelastung in diesem Jahr auf 37,6% des BIP stieg, gegenüber 36,4% des BIP im Jahr 2015 und 35,5% des BIP im Jahr 2014. Ab dem kommenden Jahr wird eine eine Deeskalation der steuerlichen Lasten erwartet, die als Prozentsatz des BIP im Jahr 2017 marginal auf 37,5% des BIP und im Jahr 2018 auf 36,8% sinken sollen. Dieser Rückgang ist jedoch an den (völlig absurd) veranschlagten Anstieg des BIP in den beiden kommenden Jahren – konkret um 3,6% im Jahr 2017 und um 4,3% im Jahr 2018 – gekoppelt.

Das von den Maßnahmen des dritten Memorandums verursachte neue Steuergewitter hatte den weiteren Anstieg der von den Steuerpflichtigen getragenen Steuerlast zum Resultat. In diesem Jahr erreichte sie 65,7 Mrd. Euro, gegenüber 64 Mrd. Euro im Jahr 2015, während für 2017 ein neuer Anstieg auf 67,9 Mrd. Euro und für 2018 auf 69,6 Mrd. Euro erwartet wird.

Neue Steuerwelle in Griechenland ab 2017

In diesem Rahmen steht ab dem 01 Januar 2017 eine neue Welle steuerlicher Maßnahmen an:

[1] Erhöhung der Steuern auf Treibstoffe: Ab dem 01 Januar 2017 steigt die Sonderverbrauchsteuer auf Benzin um 3 Cent pro Liter von 0,67 auf 0,70 Cent pro Euro und auf Diesel um 8 Cent pro Liter von 0,33 auf 0,41 Cent pro Liter. Die Sonderverbrauchsteuer auf Autogas wiederum wird um 10 Cent pro Liter von 0,33 auf 0,43 Cent pro Liter steigen.

[2] Erhöhung der Steuern auf Zigaretten und Tabakprodukten: Ab dem 01 Januar 2017 steigen die Sonderverbrauchsteuern auf Zigaretten und sonstige Tabakprodukte. Die den Feinschnitt-Tabak belastende Basis-Verbrauchsteuer wird von 156,70 auf 170 Euro pro Kilo und die Proportional-Steuer von 20% auf 26% des Einzelhandelspreises steigen. (Anmerkung: Bei Zigaretten steigt damit der Steueranteil auf insgesamt 90% des Einzelhandelspreises!)

[3] Neue Steuer auf Kaffee: Ab dem 01 Januar 2017 wird eine neue Sonderverbrauchsteuer auf importierten und im Inland produzierten / weiterverarbeiteten Kaffee erhoben. Spezieller wird ab Anfang 2017 eine Sonderverbrauchsteuer auf den Import und die inländische Produktion von Kaffe mit Sätzen ab 2 – 3 Euro pro Kilo auf gerösteten Kaffee und mit einem Satz von ab 4 Euro pro Kilo auf Instant-Kaffee und die Zubereitungen aus Kaffee-Konzentraten, -Destillaten oder -Konzentraten erhoben werden.

[4] Neue Steuer auf E-Zigaretten: Ab dem 01 Januar 2017 wird eine Sonderverbrauchsteuer auf die in den sogenannten elektronischen Zigaretten verwendeten Flüssigkeiten („Liquids“)erhoben werden. Die Höhe der Steuer wird 10 Cent pro ml Flüssigkeit betragen.

[5] Neue Sonderabgabe auf die Festnetz-Telefonie: Ab dem 01 Januar 2017 wird eine neue Steuerabgabe in Höhe von 5% auf jede monatliche oder zweimonatliche Rechnung über Festnetz-Telekommunikationsgebühren erhoben werden. Diese neue Abgabe wird auf die Netto-Telekommunikationsgebühren (vor MwSt.) jeder monatlichen oder zweimonatlichen Rechnung erhoben und zusätzlich mit einem MwSt.-Satz von 24% besteuert werden. (Anmerkung: Eine entsprechende neue Steuer auf Mobilfunk- und Internetnutzung wurde bereits im Sommer 2016 in Kraft gesetzt.)

[6] MwSt.-Erhöhungen auf den Inseln: Ende des Jahres 2016 wird die bisher noch für einige Inseln aufrecht erhaltene Ermäßigung von 30% der MwSt. abgeschafft.

Werden auch noch die – infolge des neuen Versicherungsgesetztes geradezu explodierenden – (Pflicht-) Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung hinzugerechnet, steigt laut der Europäischen Kommission die Gesamtbelastung der griechischen Steuerzahler von in diesem Jahr 71,4 Mrd. Euro auf 75,7 Mrd. Euro gegen Ende 2018.

Senkung der öffentlichen Ausgaben um 10 Mrd. Euro in drei Jahren

Zur selben Stunde verzeichnen die Angaben der Europäischen Kommission eine große und abrupte Kürzung der öffentlichen Ausgaben um ungefähr 10 Mrd. Euro in drei Jahren, damit die Zielvorgaben für die Primärüberschüsse bis einschließlich 2018 sichergestellt werden:

Die Gesamtausgaben scheinen von 97,3 Mrd. Euro im Jahr 2015 auf 90,2 Mrd. Euro in diesem Jahr und auf 89,3 Mrd. Euro im Jahr 2017 und auf 87,6 Mrd. Euro im Jahr 2018 beschränkt zu werden. Von diesen Kürzungen unberührt bleiben allerdings die Gehaltsaufwendungen des öffentlichen Sektors für 2016 bis einschließlich 2018 bei 21,9 Mrd. Euro und verzeichnen in diesem Jahr sogar einen Anstieg gegenüber dem Betrag von 21,6 Mrd. Euro im Jahr 2015.

(Quelle: Imerisia, Autorin: Maria Vourgana)

  1. hingucker
    12. November 2016, 10:08 | #1

    Wann wehrt sich die Bevölkerung eigendlich ?

  2. W.Kern
    12. November 2016, 13:35 | #2

    Ich bin Rentner und lebe seit 10 Jahren in Griechenland. Jetzt ist der Punkt erreicht um das schöne Land zu verlassen. Viele meiner Bekannten haben sich an der Goldküste von Bulgarien Häuser oder Wohnungen gekauft. Der Lebensstandart ist genauso gut, aber deutlcih billiger.
    Αντίο Ελλάδα

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