Rapider Anstieg der Erbausschlagungen in Griechenland

23. November 2016 / Aktualisiert: 09. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.687

Infolge der enormen Überbesteuerung und stetig steigenden Belastungen der Haushalte wird in Griechenland eine wahre Explosion der Erbschaftsausschlagungen verzeichnet.

Nach der Bewegung „Ich zahle nicht“ kommt in Griechenland nun die Bewegung „Ich erbe nicht“ … . Die sogenannte Einheitliche Immobilienbesitz-Steuer (ENFIA), die Erhöhung der Steuern auf immobiles Vermögen und die Schulden an Fiskus und Banken führten in Kombination mit der immer mehr belasteten wirtschaftlichen Situation der privaten Haushalte zu einem explosiven Anstieg der Anträge auf Erbschaftsausschlagungen.

Während vor einigen Jahren in Griechenland die Anzahl der beantragten Erbausschlagungen noch minimal war, „drängeln“ sich inzwischen die Erben bei den Verwaltungsgerichten des Landes um den Antrag zu stellen, mit dem sie … Erbschaften loswerden.

Griechenlands Fiskus vermag Erbimmobilien nicht zu handhaben

Angaben der griechischen Zeitung „Eleftheros Typos“ zufolge tangierten in den ersten 10 Monaten des Jahres 2016 die Erbschaftsausschlagungen bei den Amtsgerichten in Athen und Thessaloniki entsprechend 9.593 und 5.052. Bei den Amtsgerichten werden derzeit sogar jeden Tag ungefähr 50 Anträge eingereicht. Es wird erwartet, dass in ganz Griechenland in diesem Jahr die Anträge auf Erbschaftsausschlagungen 50.000 übersteigen werden, gegenüber 45.627 im Jahr 2015 und gerade einmal 29.200 im Jahr 2013.

Giorgos Rouskas, Vorsitzender des Verbands der Notare in den Bezirken der Berufungsgerichte in den Verwaltungsbezirken Athen, Piräus, Ägäis und Dodekanes, schlägt die Alarmglocke, da – wie er sagt – zigtausende von den Erben ausgeschlagene Immobilien in die Hände aller möglichen „Zuständigen“ gelangen werden, da der Fiskus nicht über die erforderlichen Strukturen verfügt, um jeden Ausschlagungsfall ausführlich zu prüfen.

(Quelle: Imerisia)

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