Obama an Griechenland: zahlen, verhökern, kuschen

19. November 2016 / Aufrufe: 1.974

Die Versprechungen des abtretenden amerikanischen Präsidenten Barack Obama an Griechenland kommen das Land letztendlich sehr teuer zu stehen.

Was genau und wie viel die Geschichte mit dem Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama in Athen kosten wird, werden wir im Lauf der Wochen und Monate erfahren, wenn der Staub der Erklärungen und Komplimente sich legen wird.

Die an Griechenland gerichtete Botschaft aus Obamas Erklärungen ist jedenfalls klar und kodiert: bezahlt (2% des BIP an die NATO), verkauft (also „Reformen durchführend, indem verhökert wird, was noch übrig geblieben ist) und exkludiert (eure Beziehungen zu denen, die den USA nicht genehm sind, im vorliegenden Fall zu Russland).

NATO, Privatisierungen, amerikanische Interessen

Das sind die unmittelbaren Kosten, welche die griechische Regierung weiterhin zu entrichten hat, damit sie im inländischen politischen Spiel Obamas „Unterstützung“ bezüglich der Verschuldung „verkaufen“ kann. Von seiner Seite weiß der amerikanische Präsident, dass selbst auch seine Versprechungen als Weltherrscher von dem, der sie zu hören wünscht, sehr teuer bezahlt werden müssen.

Im vorliegenden Fall versprach der (abtretende) Präsident dem griechischen Premierminister seine Unterstützung hinsichtlich der Verschuldung Griechenlands. Diese Unterstützung gewährte – jedoch ohne jegliches Resultat – Präsident Obama während seiner Amtszeit. Nun bleibt abzuwarten, ob diese Unterstützung als verbindliche Zusage an die nächste amerikanische Regierung unter Donald Trump übertragen werden wird …

Für die USA sind die Kosten des Versprechens Obamas praktisch Null. Für Griechenland sind die amerikanischen Versprechungen jedoch sehr teuer.

  1. Obamas Bezugnahme auf die griechische Bereitschaft, seinen Beitrag (2% des BIP) an die NATO zu entrichten, während im selben Moment seine zerschlagene Wirtschaft nicht einmal Verbandsstoff in den Krankenhäusern sicherzustellen vermag, bedeutet im Prinzip nicht mehr als die „ordinäre“ Erinnerung des amerikanischen „Beschützers“, dass sein „Schutz“ in Geld kostet.
  2. Das amerikanische Beharren auf den „Reformen“ bedeutet nicht mehr als die Erinnerung an das Interesse des amerikanischen Kapitals für das „große Fressen“ der Privatisierungen kritischer Segmente (Energie, Netze) der griechischen Wirtschaft.
  3. Obamas Bezugnahme auf die gegen Russland verhängten Sanktionen erinnert offensichtlich die griechische Regierung daran, dass sie mit Händen und Füßen an den Wagen amerikanischer Interessen gefesselt ist.

Obamas Versprechen kommt Griechenland teuer zu stehen

Was den Rest betrifft: Die amerikanischen Ansichten zu dem Zypern-Thema sind bekannt, außerdem waren die Amerikaner die „Paten“ des Anan-Plans und seiner aktuellen Variante, die zur Legalisierung der Zweiteilung führt. Bezüglich der griechisch-türkischen Beziehungen? Die Amerikaner sind diejenigen, die sich nach der Imia-Krise in einer ständigen „Vermittlung“ zwischen Athen und Ankara auf Basis der von den USA verfassten Madrider Vereinbarung befinden, worin die griechische Regierung des Kostas Simitis die „vitalen Interessen der Türkei in der Ägäis“ anerkannt hatte.

Nach all diesem und in Erwartung der neuen amerikanischen Führung können wir vielleicht eine Prognose in Zusammenhang mit den Resultaten des Besuchs des abtretenden Präsidenten Obama riskieren:

  • Es wird uns nicht besonders beeindrucken, wenn sich in irgendeinem Moment Gelder für gewisse Bestellungen finden, die an amerikanische Rüstungsindustrien gelenkt werden.
  • Das Auftauchen amerikanischer Investoren beim Braten der „Energie“ wird keine Überraschung sein.
  • Ebenfalls keine Überraschung wird der Umstand hervorzurufen haben, dass die Beziehungen Griechenlands zu Ländern wie Russland oder dem Iran zuerst das Mikroskop Washingtons passieren werden, um nicht zu sagen der amerikanischen Botschaft in Athen.

Erweist das Versprechen Obamas über amerikanische Unterstützung bei der Reduzierung der Verschuldung Griechenlands sich letztendlich nicht als sehr teuer?

(Quelle: To Pontiki, Autor: Dimitris Milakas)

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  1. windjob
    19. November 2016, 11:12 | #1

    Ich kann Griechenland nur empfehlen, mit dem Austritt aus der Nato zu drohen. Was glaubt ihr, wie schnell Amerika und das restliche Europa kuschen werden. Ausserdem wird viel Geld gespart.

  2. Diederich Heßling
    19. November 2016, 12:22 | #2

    Griechenland ist wie schon seit Jahrzehnten verraten und verkauft. An die USA und wohl noch mehr an Brüssel. Dem einmal stolzen Volk ist nicht mehr zu helfen. Nur eine Revolution und Ablehnung aller bisherigen Fesseln könmnte das griechische Volk auf lange Sicht vielleicht retten. Theoretisch …

  3. malocher
    19. November 2016, 16:55 | #3

    Das kann man praktisch 1 zu 1 auch für die BRD übernehmen. Der Ausverkauf in der BRD geht ja zügig voran. Viel gehört uns eh nicht mehr. Viele Firmen incl. der Deutschen Bank tragen ja nur noch deutsche Namen.

  4. weekend
    19. November 2016, 19:39 | #4

    Griechenland braucht direkte und sofortige Hilfe, keine leere Versprechungen wie in der Vergangenheit, sie glaubten an die EU und verschuldeten sich immens, jetzt haben sie so hohe Zinsbelastungen, die sie nicht mehr tragen koennen und wo kam diese „Hilfe“ an, sicher nicht bei den Familien – die die Zinsen mittragen muessen und nichts dafuer bekommen haben. Sie wurden verraten und verkauft und jede Reform treibt die Bevoelkerung noch mehr in bittere Armut.

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