Kriegszustand in Notaufnahmen der Krankenhäuser in Griechenland

29. November 2016 / Aufrufe: 5.341

In den Notfallstationen vieler öffentlicher Krankenhäuser in Griechenland herrschen drittweltliche Zustände.

Einer Untersuchung des Panhellenischen Verbands des Personals der öffentlichen Krankenhäuser (POEDIN) in den Notfallstationen (TEP) 61 öffentlicher Krankenhauseinrichtungen zufolge haben für die Patienten einerseits die Zunahme der bei den TEP eintreffenden Patienten um 40% und andererseits die personelle Unterbesetzung und Unterfinanzierung der Krankenhäuser, aber auch die Entwicklung vieler TEP „mit einer chaotischen räumlichen Verteilung der Praxen, Labors und Warteräume“ enorme Strapazen zum Resultat, „die Menschenleben kosten„.

Bei den TEP (turnusmäßig) Notdienst versehender großer Krankenhäuser treffen im Durchschnitt bei jeder Notdienst-Schicht 1.500 Patienten ein, und laut dem POEDIN ist der Hauptgrund die „Demontage“ der primären Gesundheitsversorgung.

Drittweltliche Zustände in öffentlichen Krankenhäusern Griechenlands

Die Belastungsfähigkeit der öffentlichen Krankenhäuser an Personal, Strukturen und Ausstattung ist ausgeschöpft worden„, betont der Verband. In der besagten Untersuchung wird verzeichnet, dass (Not-) Fällen mit großer Verzögerung begegnet wird, und wie der POEDIN anführt, „verstreichen zwischen dem Eintreffen des Patienten bei den TEP bis zu seiner Aufnahme / Einweisung bis zu 12 Stunden (Durchschnittswert in den großen Krankenhäusern)„.

Laut dem POEDIN liegt das Ärzte- und Pflegepersonal unterhalb der Sicherheitsgrenzen, wird ein großer Mangel an Verbrauchs- und medizinischem Material beobachtet und die medizintechnische Ausrüstung ist alt und schlecht gewartet, während „es Krankenhäuser gibt, in denen Verwaltungsangestellte die Auswahl der Notfall-Patienten treffen (sprich über deren Aufnahme entscheiden)„. Die POEDIN spricht von „drittweltlichen Umständen“ und führt charakteristisch an, „die Korridore vor den Praxisräumen sind rammelvoll, wegen fehlender Intensivstationen liegen an Schläuchen hängende Patienten auf Bahren und in Krankenzimmern, und extrem dringliche Fälle verbringen viele Tage n Notbetten, bis sich ein (freier) Operationstisch findet um operiert zu werden„, und auf der anderen Seite „verlieren Patienten und Begleiter, die darauf warten, an die Reihe zu kommen, ihre Geduld und geraten außer sich„.

Laut dem POEDIN herrschen in den Notfallambulanzen an den Tagen des Bereitschaftsdienst „Kriegszustände„, „ist das aggressive und gewalttätige Verhalten von Patienten ein alltägliches Phänomen„, kommen Obdachlose zum Schlafen in die Notaufnahmen und werden wegen mangelnder Überwachung viele Diebstähle verzeichnet.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. m.sastre
    1. Dezember 2016, 21:27 | #1

    Solange sich die Griechen das gefallen lassen, wird man weiter an ihnen vorexerzieren und ausprobieren, wie weit die sozialen Standards der europäischen Völker noch herunterschrauben und diese verarmen lassen kann. Ich fürchte allerdings, in Deutschland ist auch noch viel mehr möglich, bevor es wirklich zu einem gezielten Widerstand kommt.

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