Griechenlands Banken wollen Bargeldsteuer!

28. November 2016 / Aufrufe: 1.212

Die Banken in Griechenland schlagen die Besteuerung von Barabhebungen vor und argumentieren, dies würde zur Senkung der Steuerhinterziehung beitragen.

Die Banken in Griechenland schlagen der Regierung ein Dutzend Maßnahmen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung vor, allem voran mithilfe der Stärkung der elektronischen Geschäftsvorgänge und der Einschränkung der Verwendung von Bargeld in der Wirtschaft.

Wie die griechische Zeitung „Kathimerini“ berichtete, ist die Besteuerung von Barabhebungen eine der Maßnahmen zur Minderung der Steuerhinterziehung, da Bargeld in einem großen Grad in die „schwarze“ Wirtschaft geleitet wird oder zumindest leicht geleitet werden kann.

Banken würden Bargeschäfte am liebsten völlig verboten sehen

Somit würde die Erhebung einer Steuer auf Barabhebungen die Geschäftsvorgänge mit Bargeld und im weiteren Sinn der Schattenwirtschaft drastisch reduzieren. Die Kredit- und Debitkarten, aber auch die neuen Technologien, welche für Kleinbeträge die kontaktlosen Transaktionen gestatten, sowie ebenfalls das Mobiltelefon müssen selbst auch für die kleinsten Geschäftsvorgänge verwendet werden können, vom Kauf einer Zeitung am Kiosk bis hin zum Lösen einer Busfahrkarte.

Spezieller umfassen laut der Reportage der „Kathimerini“ die Vorschläge an die Regierung unter anderem folgende Punkte:

  • Obligatorische Verwendung von (Kredit- / Debit-) Karten oder anderen elektronischen Netzen für jeden Geschäftsvorgang mit Berufsgruppen, bei denen starke Steuerhinterziehungs-Indizien bestehen oder Bargeld als Haupttransaktionsmittel genutzt wird.
  • Obligatorische Nutzung von „Plastikgeld“ oder elektronischen Netzen für Geschäftsvorgänge ab einem bestimmten Betrag und höher.
    (Anmerkung: Entsprechende Beschränkungen bestehen in Griechenland bereits seit Jahren und die Diskussion über eine weitere rigorose Einschränkung von Bargeschäften – z. B. auf 50 Euro – ist ebenfalls nicht neu.)
  • Neugestaltung eines Steuersystems mit der Einführung eines Einnahmen- / Ausgaben-Systems. Die privaten Haushalte oder Gewerbetreibenden werden nur für den Betrag des Einkommens besteuert, der nicht verkonsumiert wurde. Gewerbetreibende und Haushalte werden somit ein starkes Motiv haben, auch für die geringste Ausgabe Quittungen zu verlangen um ihre Ausgaben zu steigern und die finale Steuer zu reduzieren.
  • Verpflichtung aller Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe sämtliche Lohnzahlungen ausschließlich elektronisch (sprich bargeldlos) zu entrichten.

(Quelle: dikaiologitika.gr, basierend auf einer Reportage der „Kathimerini“)

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die Banken in Griechenland sich schon jetzt an dem infolge der im Sommer 2015 verhängten und bis heute bestehenden Kapitalverkehrskontrollen zwangsläufig „explodierten“ bargeldlosen Zahlungsverkehr geradezu dumm und dämlich verdienen und allein aus Kartenprovisionen und Transaktionsgebühren jährlich über eineinhalb Milliarden Euro einsacken!

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