Krise ändert Ernährungsgewohnheiten in Griechenland

15. Oktober 2016 / Aufrufe: 3.712

Die Krise in Griechenland scheint die Ernährungsgewohnheiten zum Besseren beeinflusst zu haben, jedoch tut sich jeder Dritte mit dem Kauf von  Grundnahrungsmittel schwer.

Die Konsumenten in Griechenland stehen heutzutage der mediterranen Ernährungsweise näher, während im Vergleich zu 2011 wegen der wirtschaftlichen Krise der Anteil jener zurückging, die auswärts oder in Fastfood-Läden essen gehen. Jedoch hat inzwischen auch jeder Dritte wegen der wirtschaftlichen Situation seine Ernährungsgewohnheiten insofern geändert, als er sich nicht die grundlegenden Nahrungsmittel zu kaufen vermag.

Die obigen Folgerungen ergeben sich aus einer Untersuchung, die im vergangenen Zeitraum die Verbraucherschutz-Zentrale (KEPKA) an einem Muster von 1.059 Konsumenten in ganz Griechenland durchführte.

Konsumenten in Griechenland essen gesünder und seltener auswärts

Wie am 14 Oktober 2016 der Vorsitzende der KEPKA, Nikos Tsemperlidis, und die Generalsekretärin der Zentrale, Evangelia Kekeleki, bei einer Pressekonferenz berichteten, führte die wirtschaftliche Krise die Konsumenten zu besseren Entscheidungen in Zusammenhang mit der sogenannten mediterranen Diät. Bezeichnend ist, dass – wie sich aus der Untersuchung ergibt, die mittels eines auf der Website der KEPKA eingestellten Fragebogens erfolgte und vom 08 Juli bis zum 29 September 2016 durchgeführt wurde – Brot, Gemüse und Obst fast alltäglich auf den Tisch der Konsumenten kamen. Auf der anderen Seite sind rotes Fleisch, Fisch, gebratene Kartoffeln und Erfrischungsgetränke auf einmal pro Woche eingeschränkt worden. Kuchen, Hülsenfrüchte, Nudeln, Hühnerfleisch, Eier und Milch werden wenige Male in der Woche und Lamm- und Ziegenfleisch einmal im Monat konsumiert.

Im Verhältnis zu einer entsprechenden Untersuchung des Jahres 2011 scheint die Ernährung der Griechen sich zu verbessern, da die Konsumenten sich seltener für Schweinefleisch, Erfrischungsgetränke und „Pommes“ und häufiger für Obst und Gemüse entscheiden.

Außerdem nahm im Vergleich zu 2011 der Anteil der Konsumenten, die keine Mahlzeit außer Hauses einnehmen, um 15% ab (von 25,28% im Jahr 2011 auf 39,70% im Jahr 2016), sank der Anteil der Konsumenten, die nur einmal pro Woche auswärts essen (von 37,60% im Jahr 2011 auf 31,00% im Jahr 2016), ging um ungefähr 4 Prozentpunkte der Anteil der Konsumenten zurück, die häufig (2 – 4 Mal pro Woche) auswärts essen (von 28,32% im Jahr 2011 auf 24,20% im Jahr 2016), während um ungefähr 12 Prozentpunkte der Anteil jener zunahm, die kein Fastfood essen (von 48,96% im Jahr 2011 auf 60,08% im Jahr 2016).

Im konkreten Fall zeigen sich laut dem Vorsitzenden und der Generalsekretärin der KEPKA ganz klar die Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise in Kombination mit dem Umstand, dass die Preise in den Gastronomie-Betrieben nicht sanken.

Jeder Dritte tut sich schwer, seinen Grundbedarf zu decken

Außer den vorstehenden positiven Auswirkungen der Krise auf die Ernährung der Konsumenten werden aber auch Folgen beobachtet, die sich hauptsächlich auf die Schwierigkeit beziehen, der ein Drittel des Musters der Untersuchung begegnet, sich grundlegende Nahrungsmittel zu kaufen. Auf die Frage, welchen Problemen die Konsumenten bei den Lebensmitteln begegnen, antworteten 26,20%, das größte Problem sei die Teuerung, während 20,9% schlechte Qualität und 18,07% Sicherheit und Hygiene benannten. Eindruck ruft laut der KEPKA die Tatsache hervor, dass 34,83% der Befragten antworteten, keinerlei Problem zu begegnen. Auf die Frage, die sich auf den Grund bezieht, der die Änderungen der Ernährungsgewohnheiten hervorrief, antworteten die Teilnehmer der Untersuchung, dieser Grund sei die Gesundheit (48,45%), die wirtschaftliche Lage (27,49%), ein anderer (9,28%), die familiäre Situation (5,84%), die Arbeit (4,82%) und der Wohnort (4,12%).

Spezieller erklären 63,06% der befragten Konsumenten, ihre Kaufgewohnheiten gegenüber den Nahrungsmitteln seien wegen der wirtschaftlichen Krise beeinflusst worden. Auf die Frage, wie dies geschah, antworteten 49,52% der Befragten, sie suchen die selben Produkte zu einem niedrigeren Preis in anderen Geschäften, 46,62% kaufen mit der selben Frequenz nur das Notwendigste, 27,94% wendeten sich Hausmarken-Produkten der Supermärkte zu, 33,12% kaufen mit der selben Frequenz, jedoch geringere Mengen, 10,93% kaufen häufiger geringere Mengen und 6,43% seltener die selben Mengen ein.

Im Verhältnis zu den Fakten der entsprechenden Untersuchung des Jahres 2011 enthüllt die Untersuchung des Jahres 2016, dass die wirtschaftliche Situation damals 19,91% der Konsumenten beeinflusste, während sie nun 27,49% der Konsumenten beeinflusst.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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