Griechenland bleibt Champion bei Antibiotika-Überkonsum

7. Oktober 2016 / Aufrufe: 1.454

Griechenland liegt unter den europäischen Ländern bei dem übermäßigen Konsum von Antibiotika weiterhin konstant auf dem ersten Platz.

In Griechenland wird die Kampagne bei den Kommunen zur Informierung der Bürger über die richtige Verwendung der Antibiotika und über die Bedeutung der Schutzimpfungen mit der Fortsetzung der Veranstaltungen bei weiteren 26 Gemeindeverbänden des Landes vom 03 Oktober bis zum 14 Dezember 2016 ausgeweitet.

Die dritte Phase der Informationskampagne mit Titel „Mythen und Wahrheiten über die Antibiotika und die Impfungen“ sowie auch die jüngsten Fakten im Problem des Überkonsums der Antibiotika in Griechenland präsentierten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Vorsitzende des Zentralverbands der Kommunen Griechenlands (KEDE), des Griechischen überkommunalen urbanen Gesundheitsnetzes (EDDYPPY) und der Ärztekammer Athen (ISA), Giorgos Patoulis, die Pathologie-Professorin der Nationalen Kapodistria-Universität Athen (EPKA), Infektiologin und Vorsitzende der Griechischen Chemotherapie-Gesellschaft, Eleni Giamarellou, und andere.

Antibiotika-Konsum in Griechenland häufig grundlos und ohne Rezept

Die Experten betonten, in einem Moment, wo die Quote der bakteriellen Resistenz in Griechenland eine der weltweit höchsten ist, sind die Griechen weiterhin international die Ersten bei dem Konsum von Antibiotika.

Die präsentierten Ergebnisse offizieller Untersuchungen zeigen, dass in den letzten drei Jahren (2013 – 2014 – 2015) konstant 1 von 2 Griechen Antibiotika einnimmt, und zwar in der Regel ohne Grund, während 2015 in den Familien mit Kindern im Alter von unter 18 Jahren 3 von 4 Kindern (75%) ein Antibiotikum verabreicht wurde.

Die hauptsächlichen Anlässe, aus denen die Griechen Antibiotika konsumieren, sind Schnupfen, Husten und Halsschmerzen, also Virusinfektionen, bei denen die Antibiotika per Definition wirkungslos sind. Ebenfalls gibt es in Griechenland einen signifikanten Anteil der Beschaffung von Antibiotika ohne ärztliches Rezept.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. karnapas
    8. Oktober 2016, 14:36 | #1

    Ich lebe auf einer griech. Insel. Wenn ich ärztl. Hilfe benötige – egal, wg. Wespenstich, Schwindel, Husten, Schmerzen, … – wird mir u.a. gleich Antibiotika verschrieben. Unnötig oder nicht? Vorbeugend? Weil, wenn es Komplikationen gibt (nachfolgende Entzündungen / Infekte) vielleicht Sturm ist und der Helikopter kommt nicht auf die Insel?
    Zumindest erscheint nötig, vielleicht einfach das Denken zu hinterfragen beim med. Personal hins. der Verordnung. Und ggf. mal im TV die Allgemeinheit auch verständlich über Sinn und Unsinn einer Anibiotika-Einnahme aufklären? Ist bestimmt aber nicht im Sinne der Pharmainustrie, -vertreter und-vertreiber …

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