Explosion des Zigaretten-Schwarzhandels in Griechenland

22. Oktober 2016 / Aktualisiert: 22. Oktober 2016 / Aufrufe: 1.484

In Griechenland wird wegen der Erhöhung der Sonderverbrauchsteuer eine Explosion des Schwarzhandels mit Tabakprodukten verzeichnet.

Der Verkauf „illegaler“ Tabakprodukte neigt in Griechenland unkontrollierte Dimensionen anzunehmen. Die Tabakwarenhändler sprechen von einem Anteil der illegalen Zigaretten, der bis zu 30% der Gesamtverkäufe erreicht.

Grund für den steilen Anstieg der Nachfrage nach diesen Produkten stellt die erneute Erhöhung der Sonderverbrauchsteuer auf Tabakprodukte dar. Die Kürzungen der Löhne und Renten in Kombination mit den Steuererhöhungen und dem Rückgang des familiären oder persönlichen Einkommens brachten die Konsumenten dazu, sich der Option der illegalen Zigarette zuzuwenden.

Zigaretten-Schwarzhandel blüht trotz härterer Strafen

Die Tabakhändler verlangen mehr Kontrollen zur Bekämpfung des Tabak-Schwarzhandels. Die Erhöhung der Steuern auf Tabakwaren, zu denen das Finanzministerium in seiner Bemühung schritt, „Löcher“ des neuen Haushaltsplans zu stopfen, hatte entgegengesetzte Resultate.

Gemäß den Daten, die der stellvertretende Finanzminister Tryfonas Alexiadis dem griechischen Parlament vorlegte, erfolgten 2015 und 2016 im Vergleich zu 2014 nur halb so viele oder noch weniger Kontrollen. Trotzdem lagen die festgestellten Verstöße und Geldstrafen um bis zu fünfmal höher als 2014, wie aus der nachstehenden Tabelle hervorgeht:

Durchgeführte Kontrollen Festgestellte Geldstrafen
2014 11.754 59.894.357 €
2015 6.585 147.664.108 €
2016 4.531 279.403.859 €

Die Beträge der Strafen mögen härter geworden sein, jedoch wurden die Kontrollen reduziert und der Tabakschwarzhandel „blüht“. Gleichzeitig sei in Erinnerung gerufen, dass in Griechenland ab dem 01 Januar 2017 eine neue Erhöhung der Besteuerung von Tabakprodukten kommt. Zigaretten werden damit um 0,50 € bis zu 1 € pro Päckchen teurer werden, während auf die „Liquids“ (Flüssigkeiten) für sogenannte E-Zigaretten eine neue Steuer in Höhe von 10% erhoben werden wird.

(Quelle: zougla.gr – Auszug, Autorin: Angela Peïtsi)

  1. asisi1
    22. Oktober 2016, 10:43 | #1

    daran kann man erkennen, dass Politiker zu blöd sind Ursachen und Wirkungen wahr zu nehmen.
    der mensch ist erfinderisch, wenn man in dazu nötigt. nur Politiker glauben alles und jedes reglementieren zu müssen.durch ihre Unfähigkeit müssen immer mehr Überwachungssysteme eingeführt werden, welche wiederrum zu höheren kosten führen.
    beste Beispiel, die ganze blödsinnige eu mit ihren verboten. so wird es kommen wie in der ehemaligen DDR. die menschen werden wieder zum Tauschhandel zurück finden und dadurch werden dem Staat noch mehr steuern entzogen.

  2. V 99%
    22. Oktober 2016, 23:44 | #2

    Rauchen ist voellig nutzlos und geht auf Kosten der Passivraucher. Es sollte ein Preis von mindestens 20 € pro Packung erhoben werden..

  3. Götterbote
    23. Oktober 2016, 00:17 | #3

    Die Steuer macht Sinn und ist immer noch zu niedrig. Zigaretten sind in Griechenland vergleichsweise günstig. Es ist nur extrem dumm, auf der einen Seite die Steuern zu erhöhen und auf der anderen Seite die Kontrollen zu verringern. So kann es sich unterm Strich nicht wirklich rechnen.

  4. Uli
    23. Oktober 2016, 06:30 | #4

    Einfach das Rauchen aufgeben! Dann ist es gleich aus mit dem Schmuggel und der Tabaksteuer.

  5. Kleoni
    23. Oktober 2016, 11:10 | #5

    Die Steuer würde dann erst richtig Sinn machen, wenn die Einnahmen ausschliesslich für das nicht mehr existierenden Gesundheitswesen eingesetzt würden, damit endlich wieder eine Grundversorgung der Bevölkerung eingerichtet werden könnte. Aber da versagt die Politik einmal mehr.

  6. GR-Block
    23. Oktober 2016, 18:53 | #6

    Es ist schon ’ne komische Sache mit der Gesundheitspolitik. Ich erinnere mich, dass vor ca. 30 Jahren eine schweizerische Krankenversicherung eine Studie über die Gesundheitskosten in Auftrag gegeben hatte, die das Rauchen verursacht. Das Ergebnis war niederschmetternd: Vermehrter Tabakkonsum verkürzt die Rentenbezüge so drastisch, dass sich Rauchen für den Sozialstaat richtig lohnt. Bei der langen Lebenserwartung der Griechen macht es Sinn, den Zigarettenschmuggel staatlich (?) zu fördern.
    Außerdem ist das griechische Gesundheitswesen – siehe Lebenserwartung – eines der effizientesten gewesen (auf das Gejammere der Griechen darf man nichts geben). Wie wir uns ja erinnern, hatte 2012 die Athener EU einen Schuldenschnitt beschlossen – die 27 EU-Kollegen hatten mitgespielt. Weil die griechischen Sozialversicherungen (im Gegensatz zur Regierung) gut gewirtschaftet hatten, durften sie mit 26 Mrd. € am „Haircut“ teilnehmen – freiwillig natürlich. Das war genau ein Viertel des PSI (107 Mrd. €). Im Vergleich war der Bankensektor mit nur ca. 10 Mrd. dabei.
    Davon abgesehen ist die griechische Steuerhinterziehung geringer als die der Industriestaaten in der EU. Wer also am Status Quo irgend etwas ändern möchte, der möchte wahrscheinlich die Lage verschlimmern und plant, das 4. Kreditpaket unterzubringen.

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