Bonitätsregister gegen „Telefon-Nomaden“ in Griechenland

9. Oktober 2016 / Aufrufe: 741

Die Mobilfunkanbieter in Griechenland wollen sich fortan mit einem gemeinsam betriebenen Bonitätsregister gegen sogenannte Telefonnomaden schützen.

Die vier nationalen Anbieter für Mobilfunkdienste in Griechenland (Cosmote, Cyta, Vodafone, Wind) schreiten zur Schaffung und Inbetriebnahme der Gesellschaft „TILEGNOUS – Träger zur Bonitätseinschätzung des Telekommunikationswesens“ (ΤΗΛΕΓΝΟΥΣ – Φορέας Εκτίμησης Φερεγγυότητας Τηλεπικοινωνιών), um die Liste der „faulen Kunden“ zu verwalten, die das Netz (sprich den Provider) wechseln und den vorherigen Anbieter auf unbezahlten Rechnungen sitzen bleiben lassen.

Die „Tilegnous“ wurde vor einigen Monaten nach einem Gutachten der griechischen Datenschutzbehörde als „Private Kapitalgesellschaft“ (IKE – auch als 1-Euro-Gesellschaft bekannt) gegründet und wird wahrscheinlich ab Anfang 2017 mit dem Betrieb des neuen Bonitätsregisters beginnen.

Was in dem Telekommunikations-Bonitätsregister vermerkt wird

Die besagten vier Mobilfunkprovider sind zu jeweils 25% an dem Unternehmen beteiligt, dessen Zweck ist: „Gründung und Betrieb eines gemeinsamen Registers mit Daten zu dem wirtschaftlichen Gebaren (Inkonsequenz) von Teilnehmern – Kunden (natürlichen und juristischen Personen) der teilhabenden Mobilfunkgesellschaften, damit die Überprüfung der Bonität des potentiellen Kunden für eine neuen mobilen Telefonanschluss möglich wird, sowie auch alles, was mit dem vorstehenden Zeck in Zusammenhang steht.“ Zusätzlich wird in seiner Satzung angeführt, „der Informationsaustausch hat rein gutachterlichen Charakter und impliziert nicht den automatischen Ausschluss des Teilnehmers von dem Gut der Telekommunikation„.

Die „Tilegnous“ wird unter der Schirmherrschaft des Verbands der Mobilfunkgesellschaften (EEKT) betrieben werden. Was die Daten des auf der Liste befindlichen Teilnehmers betrifft, werden Name, Nummer des Personalausweises oder Reisepasses, Adresse und (Höhe der) Schuld all jener umfasst sein, die als „faule“ Zahler gelten. Es sei angemerkt, dass dies nur Verbindlichkeiten in Höhe von über 200 oder 300 Euro betrifft, die fällig gestellt worden sind (wenn also drei Monate ab dem Zahlungsdatum verstrichen sind).

Auf Basis auch des einschlägigen Beschlusses der Datenschutzbehörde haben die Anbieter auf einem von dem Teilnehmer (Kunden) zu unterschreibenden Formular mittels einer allgemeinen Klausel und auf einer an den Teilnehmer geschickten Rechnung entsprechend zu informieren und müssen den Betroffenen auf jeden Fall mittels der Zusendung seiner nächsten Rechnung oder / und einer Textnachricht an sein Mobiltelefon (SMS) darüber in Kenntnis setzen, dass seine Schuld fällig gestellt wurde und der Anbieter nunmehr dazu berechtigt ist, diese Angabe an das gemeinsame (Bonitäts-) Register zu übermitteln.

(Quellen: dikaiologitika.gr, capital.gr)

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