Allein 2016 wurden in Griechenland 26000 Hektar zu Asche

13. Oktober 2016 / Aufrufe: 1.967

In Griechenland brannten im Sommer 2016 bei zum Teil katastrophalen Bränden über 26000 Hektar ab, darunter auch etwa 20 Prozent der Gesamtfläche der Insel Thasos.

In Griechenland verbrannten in der diesjährigen Sommerperiode mehr als 26.000 Hektar an Wald-, Agrar- und Grasflächen. Die infolge der 30 größten Brände des Sommers 2016 abgebrannten Flächen wurden umgehend und detailliert kartographisch erfasst, und zwar mittels des neuen Dienstes „NOFFi-OBAM“, den die Aristoteles-Universität Thessaloniki (AUTH) in Zusammenarbeit mit der zuständigen Direktion des Umweltministeriums entwickelte.

Die bei Bränden in den Verwaltungsbezirken Drama, Thasos, West-Attika, Chios, Etoloakarnania, Ioannina, Larisa, Zakynthos, Kilkis, Chalkidiki, Lasithi, Rethymnos, Chania, Abdros, Rhodos, Lakonien, Viotia und Euböa kartografierte verbrannte Fläche beträgt insgesamt 25.683,72 Hektar.

20% der Fläche der Insel Thasos brannte ab

Auf der Insel Thasos wurde der größte der dreißig Brände (10/09/2016) der diesjährigen Periode verstärkter Brandschutzmaßnahmen verzeichnet. Die auf Satelliten-Daten basierende Abbildung der verbrannten Fläche belegt die Größe der Katastrophe. Der Brand ließ ungefähr 20% der Fläche der gesamten Insel in Flammen aufgehen! Insgesamt brannten 7.522,33 Hektar an Wald-, Agrar- und Grasflächen ab.

Weiter verbrannten auf der Insel Chios 4.964,74 Hektar (dabei auch ein Großteil der weltweit bekannten Mastix-Pistazienbäume), während an fünf Stellen in Euböa insgesamt 4.510,08 Hektar, auf Kreta insgesamt 2.528,79 Hektar und auf Rhodos 1.405,89 Hektar den Flammen zum Opfer fielen.

Kartierung der Brände in Griechenland mit Daten der ESA

Der automatisierte Dienst zur umgehenden Kartierung abgebrannter Flächen (NOFFi-OBAM), der sich auf Satellitendaten stützt und moderne Bildanalyse-Techniken nutzt, ist eine der Aktionen des Programms der Nationalen Waldbrand-Warte (EPaDaP), die von dem Labor für Forstverwaltung und -fernbeobachtung der Abteilung für Forstwissenschaft und Umwelt der AUTH in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion des Ministerium für Umwelt und Energie für Entwicklung und Schutz von Wäldern und des Agrarumfelds gegründet wurde.

Der Dienst zielt auf die so detailliert wie mögliche Abbildung der verbrannten Fläche innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums ab der Löschung des Brands, und aus diesem Grund nutzen wir die modernsten Mittel und Satelliten-Daten höchster Auflösung, die uns kostenlos die Europäische Weltraumorganisation (ESA) bereitstellt„, erklärte gegenüber der griechischen Nachrichtenagentur ANA-MNA der Assistenzprofessor Ioannis Gitas, wissenschaftlicher Projektleiter und Leiter des Labors für Forstverwaltung und -fernbeobachtung der Abteilung für Forstwissenschaft und natürliche Umwelt der AUTH.

Konstante, jedoch große Anzahl der Brände im Mittelmeerraum

In Griechenland zeigen in den letzten Jahren die während der Dauer des Jahres und speziell während der Sommerperiode ausbrechenden Brände keinen Anstieg hinsichtlich ihrer absoluten Anzahl, sondern bewegen sich auf dem selben Niveau. „Das ist eine allgemeine Beobachtung, die für den gesamten europäischen Mittelmeerraum gilt. Auch in diesem Jahr können wir sagen, dass es für Griechenland ein normales Jahr war. Große Probleme gab es in diesem Jahr in Portugal, wie wir sie entsprechend 2007 in Griechenland hatten„, führte Herr Gitas an, stellte jedoch klar, „obwohl die Anzahl der Brände sich stabilisiert hat, bleibt sie weiterhin groß„.

Der große Anstieg der Anzahl der Brände ist in den Jahrzehnten 1970 und 1980 angesiedelt. Mit den massenhaften Abwanderungen in die urbanen Zentren ließen die Menschen das Agrarland brach liegen und die Aufgabe der Felder – sprich der nicht mehr entfernte Wildwuchs – führte zur größeren Ansammlung brennbaren Materials, das die Entstehung eines Brands einzuleiten vermag. Und seit damals bis heute gab es auch dramatische Änderungen, was die klimatischen Umstände betrifft„, erklärte der Professor.

Der Klimawandel brachte die Großbrände mit sich

Eine signifikante Differenzierung bei den während der letzten Jahre ausgebrochenen Brände ist, dass sie außer Kontrolle geraten und große Ausmaße annehmen. „Die – wie wir sie nennen – Mega-Brände stehen mit dem Klimawandel in Zusammenhang, darüber besteht keinerlei Frage“ führte Herr Gitas an und betonte den Wert der Prognose und Prävention von Bränden, aber auch der Planung kurz- und mittelfristiger Maßnahmen zur Regeneration der Brandflächen.

Auf Ebene der Prävention stellt die Schaffung einer aktualisierten Karte der Typen brennbaren Materials eine parallele Aktion des EPaDaP-Programms dar. Zugang zu dem Dienst hat nur die Forstbehörde und in diesem Jahr wurde sie probeweise auch von dem Zivilschutz-Koordinationsorgan für Waldbrände genutzt. Die Kenntnis über der Art des brennbaren Materials stellt eine grundlegende Information für die Brandschutzplanung dar, während sie auch in Systemen zur Prognose des Verhaltens der Brände genutzt wird. „Wenn in einem Gebiet gleichzeitig 10 Brände ausbrechen, ist es wichtig, dass die Feuerwehr sie nach Bedeutsamkeit einzustufen weiß„, erklärte der Professor.

Im Rahmen des Programms der EPaDaP wird außerdem auch die Entwicklung eines dynamischen Brandgefahr-Indexes für mittelfristige Prognosen erforscht, der vollständig auf Satelliten-Daten basieren wird. „Auf Basis einer viele Faktoren berücksichtigenden wissenschaftlich zuverlässigen Methodologie werden wir in der Lage sein, eine zwei Wochen weit reichende Prognose über die Gefahr des Ausbruchs eines Brandes erstellen können„, gab Herr Gitas bekannt.

(Quelle: iefimerida.gr)

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