Schockierender Anstieg der Schulden an Griechenlands Fiskus

6. September 2016 / Aufrufe: 1.612
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Der Fiskus in Griechenland verzeichnete 2016 in den ersten sieben Monaten neue fällige Verbindlichkeiten von über siebeneinhalb Milliarden Euro und 125000 neue Schuldner.

Infolge der brutalen Überbesteuerung der Privatpersonen und Unternehmen in Griechenland, die inzwischen finanziell weitgehend völlig ausgemergelten sind, blähten sich im Juli 2016 die fälligen Verbindlichkeiten an das Finanzamt, aber auch die Anzahl der Steuerpflichtigen auf, die ihren steuerlichen Verpflichtungen nicht mehr zu entsprechen vermochten.

Die im Juli 2016 unbezahlt gebliebenen Steuern erreichten 811 Mio. Euro, womit die seit Anfang des Jahres 2016 aufgelaufenen „frischen“ fälligen Verbindlichkeit auf insgesamt 7,618 Milliarden Euro stiegen. Im selben Monat kamen zu der Liste der Schuldner des Fiskus weitere 125.590 Personen hinzu, da ihre Anzahl von 4.003.372 Personen im Juni 2016 bis Ende Juli 2016 auf 4.128.962 Personen anstieg.

1,5 Mio. Bürgern in Griechenland drohen Zwangsmaßnahmen des Fiskus

Insgesamt „durchbrachen“ die (alten und neuen) fälligen Verbindlichkeiten an das Finanzamt die „Schallmauer“ von 90 Mrd. Euro und erreichten 90,42 Mrd. Euro, da tausende Steuerpflichtige nicht vermochten, die Ende Juli 2016 fällig gewordene erste Rate zur Einkommensteuer zu entrichten.

Der erneute Anstieg der fälligen Verbindlichkeiten auch im Juli 2016 führte bei der Einkommensteuer zu einem Rückstand (gegenüber den Zielvorgaben) von 272 Mio. Euro. Aus den Angaben des Generalsekretariats für öffentliche Einnahmen (GGDE) geht weiter hervor:

  • Von der insgesamt (fällig gewordenen) geschuldeten Einkommensteuer natürlicher Personen in Höhe von 1,146 Mrd. Euro wurden 811 Mio. Euro bezahlt.
  • Entsprechend wurden von insgesamt 521,5 Mio. Euro der Einkommensteuer juristischer Personen 459 Mio. Euro bezahlt.
  • Von Verbindlichkeiten aus der Mehrwertsteuer in Höhe von insgesamt 1,122 Mrd. Euro wurden 965 Mio. Euro abgeführt.

Die Summe der (alten und neuen) fälligen Verbindlichkeiten an den griechischen Fiskus erreichte Ende Juli 2016 rund 90,5 Mrd. Euro. Von diesem konkreten Betrag gelten allerdings nur ungefähr 10 Mrd. Euro als beitreibungsfähig, da allein die alten Schulden der öffentlichen Unternehmen und Organismen (DEKO), Kommunalunternehmen und in Konkurs gegangener Firmen 20 Mrd. Euro erreichen.

Aus den alten (sprich vor 2016 aufgelaufenen) Verbindlichkeiten wurden seit Anfang des Jahres 2016 bisher ungefähr 1,674 Mrd. Euro und aus den neuen (sprich seit Anfang 2016 entstandenen) Verbindlichkeiten ungefähr 1 Mrd. Euro beigetrieben.

Zur selben stunde sind mit Zwangsmaßnahmen wie Pfändungen und Zwangsversteigerungen mittlerweile 774.282 Schuldner des Fiskus (gegenüber 755.806 im Juni 2016) konfrontiert, während die Anzahl der Schuldner, gegen welche Zwangsvollstreckungsmaßnahmen ergriffen werden können, auf 1.573.858 anstieg (gegenüber 1.492.088 im Juni 2016).

(Quelle: Imerisia)

  1. Kleoni
    6. September 2016, 06:28 | #1

    Aus leeren Taschen kann man nichts mehr holen – genauso wie eine ausgepresste Zitrone keinen Saft mehr hergeben kann.

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