Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland bleibt bei 50 Prozent

17. September 2016 / Aufrufe: 2
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In Griechenland bleibt nach wie vor rund die Hälfte aller jungen Leute ohne Arbeit und die Anzahl der Langzeitarbeitslosen beträgt über 800000.

Die Angaben der griechischen Statistikbehörde ELSTAT für das 2. Quartal 2016 zeigen, dass in Griechenland die Hälfte der jungen Leute im Alter von bis zu einschließlich 24 Jahren ohne Arbeit bleiben. In einer misslichen Lage befinden sich aber auch den Frauen, während insgesamt rund 803.000 Personen länger als 12 Monate arbeitslos sind!

Allgemein gesehen sank die Arbeitslosenquote in Griechenland im 2. Quartal dieses Jahres auf 23,1%, gegenüber 24,9% im 1. Quartal 2016 und 24,6% im 2. Quartal 2015, womit die Zahl der (registrierten!) Arbeitslosen sich auf insgesamt 1.112.075 belief.

Jugendarbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit

Die beiden grundsätzlichen Probleme sind jedoch nicht gelöst worden: fast einer von zwei jungen Leuten im Alter von bis zu 24 Jahren (Anteil von 49,1%) ist arbeitslos, während speziell bei den jungen Frauen die Arbeitslosigkeit auf 52,5% hochschnellt. Ungefähr 803.000 – sprich 72,2% der Arbeitslosen – wiederum sind Langzeitarbeitslose, suchen also länger als 12 Monate vergeblich nach Arbeit. Parallel sind ungefähr 935.000 Personen bzw. 84% der Gesamtheit der Arbeitslosen gezwungen, auch Teilzeitarbeit zu akzeptieren, um wenigstens einen Teil ihrer Bedürfnisse zu decken.

Spezieller ergibt sich aus der Untersuchung der ELSTAT bezüglich des Arbeitskräftepotentials in Griechenland Folgendes: Die Anzahl der Arbeitslosen sank um 6,9% im Verhältnis zum 1. Quartal dieses Jahres und um 5,8% im Verhältnis zum 2. Quartal 2015. Bei den Frauen ist die Arbeitslosenquote (27,6% im 1. Quartal 2016, gegenüber 28,3% im 2. Quartal 2016) allerdings sehr viel höher als bei den Männern (entsprechend 19,4%, gegenüber 21,5%).

Arbeitslosigkeit nach Altersgruppen und geographischen Regionen

Altersbezogen wird der höchste Anteil in den Gruppen 15 – 24 Jahre (49,1% im 2. Quartal 2016, gegenüber 49,5% im 2. Quartal 2015) und 26 – 29 Jahre (32,6% gegenüber 35,7%). Es folgen die Altersgruppen 30 – 44 Jahre (21,5% gegenüber 23,8%), 45 – 64 Jahre (19,1%, gegenüber 18,8%) und 65 und mehr Jahre (11,9% gegenüber 9,9%).

Auf Ebene der Verwaltungsbezirke des Landes befinden sich auf den ersten drei Plätzen Westgriechenland (31,3% im 2. Quartal 2016, gegenüber 27,8% im 2. Quartal 2015), Westmazedonien (30,6% gegenüber 30,1%) und Thessalien (24,9% gegenüber 25,8%). Es folgen Mittelgriechenland (24,4% gegenüber 25,3%), Zentralmazedonien (24,2% gegenüber 25,6%), Epirus (24% gegenüber 23,8%), Attika (22,6% gegenüber 25%), Ostmazedonien – Thrakien (21,9% gegenüber 23,4%), Kreta (20,4% gegenüber 22,7%), Peloponnes (19,6% gegenüber 22,9%), Süd-Ägäis (18,4% gegenüber 13,4%), Nordägäis (17,3% gegenüber 19,4%) und Ionische Inseln (11,7% gegenüber 19,8%).

SEB: Rückgang der Arbeitslosigkeit wegen öffentlichen Sektors

Wenn die Einstellungen auf dem öffentlichen Sektor abgezogen werden, gestaltet sich die Arbeitslosigkeit im ersten Quartal 2016 auf 15,9% und nicht auf die verzeichneten 24,9%. Dies schätzt der Griechische Industrieverband (SEB) ein und erachtet dabei, die Verschiebung der Beschäftigung auf den öffentlichen Sektor senke die Anzahl der Arbeitslosen, wobei das Arbeitskräftepotential jedoch unverändert bleibt.

Speziell was die Beschäftigung auf dem engeren öffentlichen Sektor (öffentliche Verwaltung, Militär, Sozialversicherungswesen) betrifft, betont der Verband, während sie im Zeitraum 4. Quartal 2013 – 1. Quartal 2014 um 31.4000 reduziert wurde, stieg sie danach im Zeitraum 4. Quartal 2014 – 1. Quartal 2015 wieder um 28.000 an.

Der SEB charakterisiert den Rückgang der Arbeitslosigkeit als konjunkturbedingt, und zwar wegen des Tourismus, aber auch der Einstellungen auf dem öffentlichen Sektor.

(Quelle: dimokratianews.gr)

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