Griechenlands Banken stoßen sich mit Abzocke gesund

14. September 2016 / Aufrufe: 1.478
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Die Banken in Griechenland stoßen sich an horrenden Gebühren gesund und ersticken mittels wucherischer Kreditzinsen jede Bereitschaft zu unternehmerischen Initiativen.

Einnahmen wie die nach vielen Jahren wieder zurückgekehrten Jahresbeiträge bei Kreditkarten, die Gebühren für Auslandsüberweisungen – speziell nach der Verhängung der Kapitalverkehrskontrollen -, aber auch die Provisionen aus der Zunahme der Transaktionen mittels Debit- und Kreditkarten stärkten in in einem signifikanten Grad die Einnahmen der griechischen Bankbranche im ersten Halbjahr des Jahres 2016.

Die Verbesserung der Ergebnisse der vier systemischen Banken Griechenlands im ersten Halbjahr 2016 stützte sich ebenfalls zu einem großen Grad auf den Rückgang der Kosten des Geldes mittels des Sinkens der Zinssätze bei den Festgeldanlagen, was in Kombination mit der Reduzierung der Abhängigkeit von der ELA den organischen Gewinnverlauf unterstützte.

Unverschämte Abzocke seitens der Banken auf allen Bereichen

Wie aus den von der Griechischen (Zentral-) Bank veröffentlichten Angaben über die Bankprovisionen hervorgeht, kehrte bei den Kreditkarten nach Jahren der Abwesenheit wieder die Beitragsgebühr zurück und bewegt sich bei 30 Euro im Jahr. Die Gebühr wird hauptsächlich bei neuen von den Banken ausgestellten Kreditkarten erhoben, die trotz des Umstands, dass sie mittlerweile äußerst sparsam vergeben werden, schrittweise den Bestand der älteren (teilweise völlig „kostenlosen“) Karten ersetzen, die entweder infolge der in den letzten Jahren erfolgten wiederholten Fusionen im Banksystem abgeschafft wurden oder nach ihrem Ablaufdatum erneuert werden (müssen).

Parallel sind nach der (im Juni 2015 erfolgten) Verhängung der Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland auch die Belastungen für die Überweisungen von Geldern ins Ausland wieder zurückgekehrt bzw. drastisch gestiegen. Trotz der teilweisen Lockerungen der Beschränkungen im Kapitalverkehr erfolgen alle Transaktionen der Unternehmen – entweder nach Stattgabe seitens der Bankfilialen oder nach Genehmigung des Sonderausschusses des Finanzministeriums – inzwischen in Form von Überweisungen, deren Gebühren ab 15 – 20 Euro für kleine Beträge von auch nur bis zu 500 Euro beginnen und analog zu der Höhe des transferierten Betrags in die Höhe schießen können.

Ein großer Teil der von den Banken eingenommenen Gebühren wird aus den mittels Debit- und Kreditkarten erfolgenden Transaktionen oder aus der Platzierung der POS-Terminals geschöpft. Auch wenn die durchschnittliche Provision aus den Transaktionen auf (analog zu dem Unternehmen) 0,5% – 1,5% gesenkt wurde, führt das Eindringen des Plastikgelds in einen immer größeren Teil der Geschäftsabläufe zu steigenden Einnahmen, die den organischen Gewinnverlauf der griechischen Banken verstärken.

Gestiegen sind zur selben Zeit auch alle die Anträge auf Regulierungen oder Umschuldungen von Krediten belastenden Ausgaben wie Bearbeitungsgebühren, Prolongierungs- oder Tilgungskosten, die sich auf ungefähr 200 Euro gestalten, wenn jemand sich zur Regulierung seiner Schuld außerhalb des Deontologie-Kodex entscheidet, der die Erhebung derartiger Gebühren (eigentlich) untersagt, von den Banken jedoch systematisch unterwandert wird.

Wucherzinsen der Banken sabotieren Griechenlands Konjunktur

Grundsätzlicher Stützpfeiler der organischen Gewinne des Banksystems im ersten Halbjahr des Jahres 2016 war die Senkung der Zinssätze bei den Festgeldanlagen. Laut den offiziellen Angaben gestaltete sich Ende Juli 2016 der mittlere Zinssatz auf 0,86%, gemäß den Angaben seitens der Banken wirft jedoch eine Termineinlage nicht mehr als 0,50% – 0,60% jährlich ab.

Auf der Gegenseite befinden sich die Kreditzinssätze, die auf außerordentlich hohen Niveaus verbleiben und die Aufnahme von Krediten sowohl für die großen als auch die mittleren und kleinen Unternehmen unerschwinglich machen. Gemäß den offiziellen Angaben schnellte in Griechenland der mittlere Zinssatz für Kredite von bis zu 250.000 Euro im Juli auf 6,18% hoch (gegenüber 5,68% im Juni 2016) und der durchschnittliche Zinssatz für die Großunternehmen beträgt 5%, wogegen in den übrigen Ländern der Eurozone der entsprechende Zinssatz unter 2% liegt. Die realen Zinssätze erreichen jedoch speziell für die kleinen Unternehmen bis zu 8% und wirken für jegliche unternehmerische Initiative und Bereitschaft hemmend.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Rudi
    14. September 2016, 09:02 | #1

    Die Bank gewinnt immer.

  2. windjob
    14. September 2016, 13:36 | #2

    Das die Banken mit eins der grössten Probleme in Europa sind ist doch allgemein bekannt. Aufgrund der von der EZB auf Null gesenkten Zinsen ist das klassische Geschäft weg. Nun sucht man nach alternativen Einnahmequellen. Nicht nur in GR, sondern auch in DE. Deshalb ist es für den Kunden extrem wichtig, die Gebühren zu checken und entsprechend zu reagieren. Leider sehe ich hier sehr viele Leute, die einfach mit Karte bezahlen. Ich bevorzuge immer noch die Barzahlung. Geht auch schneller.

  3. Fritz Vogtländer
    14. September 2016, 15:55 | #3

    Die unersättliche Gier der Bankster und damit die Banken haben die heutigen Probleme erst erschaffen. Im Bund mit hervorragend geschmierten Politikern sind für die gierigen Bankster jegliche regulierenden Elemente beseitigt worden. Mehr noch. Gewinne dieser Kapitalstaubsauger sind grundsätzlich privatisiert und Verluste werden dem vorher ausgebeuteten Steuerzahler auf’s Auge gedrückt.
    Banken gehören an die ganz kurze Kette, oder besser verstaatlicht. Doch dazu braucht es einen klassischen Staat im Sinne der klassischen Staatsrechtslehre. Die heutigen Länder sind bis auf wenige Ausnahmen in Firmen umgewandelt worden. Damit unterliegen diese Länder Handelsrecht und Banken können mit diesen auf Augenhöhe verhandeln. Das reicht bis zur privatrechtlichen Klage gegen ein Land und dessen Geschäftsführung.
    Um in den ganzen Sauhaufen wieder Ordnung zu bringen, ist es Voraussetzung, einen echten Staat zu errichten. Hier in Deutschland gibt es zahlreiche Gruppierungen, die sich dies zum Ziel gesetzt haben. Bei lediglich einer Organisation sind die richtigen Weichenstellungen erkennbar. Es handelt sich um die Exilregierung Deutsches Reich (friedensvertrag.org). Weil das BRD-System diese Exilregierung rechtlich nicht angreifen konnte, wurde an den EUGH eine Anfrage gestellt, ob denn in Deutschland eine Exilregierung noch erforderlich sei. Diese Anfrage wurde uneingeschränkt bejaht. Für mich Grund genug, die Arbeit dieser Leute zu unterstützen wo ich kann.

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