Griechenland ist OECD-Champion bei Steuern

25. September 2016 / Aufrufe: 1.041

Laut einem Bericht der OECD ist Griechenland das einzige von 34 untersuchten Ländern, das 2015 die Besteuerung der Unternehmen erhöhte.

Griechenland war 2015 das einzige OECD-Land, dass zu einer Erhöhung der Besteuerung der Unternehmen schritt, und zwar zu einer Stunde, wo die allgemeine Tendenz weltweit dahin geht, der Besteuerung konjunkturelle Charakteristika zu verleihen.

Laut dem Bericht der OECD über die Steuerpolitik in der Periode der Krise (2010 – 2014) erhöhten die Länder in ihrer Mehrheit (untersucht werden 34 Länder) die Beststeuerung und konkret ihre Steuereinnahmen im Verhältnis zum BIP. Wie die griechische Zeitung Kathimerini schreibt, ergibt sich allerdings seit vergangenem Jahr, dass die OECD-Länder ihre Politik ändern und ihre Steuermaßnahmen nunmehr in die Richtung der Stärkung ihrer konjunkturellen Aussichten wenden.

Überbesteuerung hemmt Unternehmen und Investitionen in Griechenland

Griechenland war dagegen laut der Organisation das einzige Land, das die Besteuerung der Unternehmen erhöhte, mit offensichtlichen Auswirkungen auf die Unternehmerwelt und die Aussichten auf Investitionen, die den Ausgang aus der Krise stützen werden. „Der Bericht macht ausfindig, dass die steuerlichen Reformen sich inzwischen auf die Stärkung der Konjunktur konzentrieren„, notiert die OECD und fügt an, „während das Hauptziel der Reformen bei der Besteuerung während der Dauer der Krise die fiskalische Angleichung war, verlagerten die besagten Reformen im Jahr 2015 ihren Schwerpunkt auf die Stützung des Wachstums„.

Die OECD betont sogar, dass viele der Reformen des vergangenen Jahres in den untersuchten Ländern die Senkung der Besteuerung bei der Beschäftigung und den Unternehmen und die teilweise Erhöhung ihrer Einnahmen aus dem Konsum und den Umweltsteuern in ihrem Mittelpunkt hatten. Inmitten dieses allgemeinen Umfeldes „war Griechenland das einzige Land, das 2015 den Satz der Besteuerung der Unternehmen von 26% auf 29% erhöhte„, merkt die OECD an.

Auf der Gegenseite zählen zu den Ländern, welche die Besteuerung der Unternehmen senkten, Österreich, Kanada, Estland, Frankreich, Israel, die USA und die Türkei. Auf der selben Liste fanden sich auch Länder, die einem Memorandum unterlagen oder in einer wirtschaftlichen Krise waren, wie Irland und Spanien sowie auch Italien, das ebenfalls ernsthaften wirtschaftlichen Problemen begegnet.

Verbrauchsteuern in Griechenland drücken auf Konsum und BIP

Gleichzeitig zählt Griechenland zu den OECD-Ländern, die im vergangenen Jahr die Sätze der Mehrwertsteuer, aber auch die Sonderverbrausteuern erhöhten. Maßnahmen, welche den Konsum beeinflussen, der wiederum den Hauptpfeiler des BIP darstellt.

Was die Periode der Krise betrifft, betont die OECD, die allgemeine Tendenz in den Ländern sei gewesen, ihre Einnahmen als Prozentsatz des BIP zu erhöhen. Wegen der im Zeitraum 2010 – 2014 ergriffenen Steuermaßnahmen war Griechenland jedoch das dritte Land mit der größten Erhöhung seiner Einnahmen im Verhältnis zum BIP. Auf dem ersten Platz fand sich Dänemark, das seine Einnahmen im Verhältnis zu seinem BIP um ungefähr 5,5 Prozentpunkte steigerte, gefolgt von Israel mit einer leicht über 5 Prozentpunkten liegenden Erhöhung.

In Griechenland bewegte die Erhöhung der Einnahmen sich nahe bei 4 Prozentpunkten, während einen Rückgang ihrer Steuereinnahmen im Verhältnis zum BIP nur 6 von den insgesamt 34 Ländern verzeichneten, die in dem Bericht der OECD untersucht werden. Es handelt sich um Großbritannien, Luxemburg, Estland, Schweden und Slowenien, während der in Norwegen verzeichnete Rückgang (um ungefähr 3 Prozentpunkte) besonders imposant war.

(Quelle: Imerisia)

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