Zwangsversteigerungen in Griechenland bringen Fiskus kaum Geld

9. August 2016 / Aufrufe: 840
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Obwohl es in Griechenland gegen Schuldner des Fiskus Zwangsversteigerungen hagelt, sind die Resultate äußerst zweifelhaft.

Im Rahmen eines wahren Hagels der Zwangsversteigerungen kommen in Griechenland Immobilien von Steuerpflichtigen „unter den Hammer“, die auf der aktualisierten Liste der Schuldner des Fiskus mit fälligen Verbindlichkeiten von jeweils über 150.000 Euro figurieren – allerdings mit zweifelhaften Resultaten.

Der lange Katalog umfasst Wohnungen, Flurstücke, Lagerräume und sogar auch gewerbliche Immobilien, wenn man jedoch die Schulden dieser Steuerpflichtigen mit den Startpreisen (sprich festgesetzten Mindestgeboten) der Zwangsversteigerungen vergleicht, wird ersichtlich, dass es zur Deckung dieser Schulden einer vielfachen Anzahl an Immobilien bedürfte.

Zwangsversteigerungen zu Schleuderpreisen decken kaum die Spesen

Einer der bezeichnendsten Fälle ist der des I. A., der dem griechischen Fiskus insgesamt 12.581.804 Euro schuldet! Welche Vermögenswerte unter den Hammer kommen, damit diese Mammut-Schuld gedeckt wird?

  • Eine Eigentumswohnung in Thessaloniki mit einer Fläche von 64,12 qm zum Startpreis (Mindestgebot) von 26.000 Euro, eine weitere Eigentumswohnung von 47,11 qm zum Startpreis von 36.800 Euro, eine dritte Eigentumswohnung von 43,92 qm nebst einem Fahrzeugstellplatz von 11,25 qm zum Startpreis von 34.000 Euro und eine vierte Eigentumswohnung von 60,36 qm zum Startpreis von 24.000 Euro. Also ein Tropfen im Ozean seiner Schulden.
  • Ein weiterer Fall ist jener der F. Ch., die dem Finanzamt 5.035.892 Euro schuldet, und bei dem das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen (GGDE) eine Eigentumswohnung von 123,95 qm nebst einem Fahrzeugstellplatz von 12,50 qm zum Startpreis von gerade einmal 80.000 Euro unter den Hammer bringt.
  • Ein dritter Fall ist der des Unternehmers Ch. K., der dem Fiskus 3.225.504 Euro schuldet und bei dem die Versteigerung eines Flurstücks mit einer Fläche von 0,9 ha zu einem Startpreis von 200.000 Euro ansteht.

Fälle, die … „Augen ausstechen“

Ein … ins Auge stechender Fall ist der des I. Ch., der seine mit 459.991 Euro – zumindest im Vergleich zu den obigen Fällen – relativ geringen Schulden nicht zu decken vermag, obwohl bei ihm die GGDE fünf (5) Immobilien auf der Insel Santorin unter den Hammer bringt:

  1. ein Wohnhaus von 59,21 qm zum Startpreis von 48.000 Euro,
  2. ein Parterre-Ladenlokal von 65,13 qm zum Startpreis von 48.000 Euro,
  3. einen Lagerraum nebst Keller von 16,80 qm zum Startpreis von 11.200 Euro,
  4. einen Lagerraum von 12,58 qm zum Startpreis von 8.000 Euro,
  5. eine Tankstelle von 83,54 qm zum Startpreis von 64.000 Euro.

In dem langen Katalog der Versteigerungen sind auch Immobilien von Schuldnern enthalten, die dem Fiskus weniger als 150.000 Euro schulden, da die Ausschöpfung aller gesetzlichen Mittel zur Steigerung der Beitreibungsfähigkeit der alten und neuen fälligen Verbindlichkeiten an den griechischen Fiskus eine dem Memorandum (!!) entspringende Verpflichtung darstellt.

Gemäß den letzten Daten des Generalsekretariats für öffentliche Einnahmen (GGDE) sind derzeit ungefähr 1,5 Millionen Steuerpflichtige „Anwärter“ für Pfändungen und Zwangsversteigerungen wegen fälliger Schulden an den Fiskus, wobei in über 755.000 Fällen bereits entsprechende Maßnahmen eingeleitet oder verhängt worden sind (siehe auch In Griechenland schuldet fast jeder Zweite dem Finanzamt).

(Quelle: iefimerida.gr, Autor: Giorgos Pappous)

Dank des Memorandums muss in Griechenland endlich auch privates Vermögen auf breiter Basis … enteignet werden!

Wie die vorstehenden Fälle zeigen, würden zahllose Schuldner des griechischen Fiskus ihre Verbindlichkeiten selbst dann niemals begleichen können, wenn sie über die dreifache oder gar fünfzehnfache Anzahl von Immobilien verfügen würden.

Das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen bringt Wohnhäuser, sonstige Gebäude, Grundstücke und Landstücke speziell – jedoch nicht nur – von Steuerpflichtigen, die dem Fiskus sehr große Summen schulden, zu sehr niedrigen Mindestgeboten in einer Größenordnung von einigen (zehn-) tausend Euro zur Zwangsversteigerung.

Dieser Umstand zeigt einerseits die geradezu spöttischen Niveaus der Werte auf, zu denen inzwischen in Griechenland dank des Memorandums das private Vermögen veräußert wird, andererseits aber auch, welche minimalen Einnahmen die Zwangsbeitreibungs-Maßnahmen dem Fiskus überhaupt noch einzubringen vermögen.

(Quelle / Auszug: dikaiologitika.gr, Autor: Giorgos Palästakis)

  1. Kleoni
    9. August 2016, 09:10 | #1

    Werft nun auch das restliche Privatvermögen des griechischen Volkes den jetzt den schon fast das ganze griechische Vermögen Besitzenden Geldhaien in den Rachen – je mehr sie gefüttert werden, je gieriger diese Kapitalhaie sind.

  2. Al-Harakiri
    9. August 2016, 18:30 | #2

    Ab 2017 wird das Bargeld in GR quasi abgeschafft durch die obligatorische Kreditkarte für alle. Das ist die Blaupause für die endgültige Versklavung des Stimmviehs. Aber ausser Glotzen und Blöken macht die Herde nix – alles andere wäre ja soooo unbequem.

  3. Freigeist
    10. August 2016, 00:40 | #3

    Zwangsversteigerungen machen arg böses Blut. Es geht in die Zorn-Datenbank des Volkes ein.
    Wann wird es zu gewaltsamen Ausbrüchen kommen? Solcherlei Ausbrüche können sich gegen alles und jedes richten, das ist die große Gefahr. Beispiele gibt es genug. Dazu kommt, dass das Internet als Brandbeschleuniger dienen könnte.

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