Steuern „erwürgen“ Tourismus in Griechenland

6. August 2016 / Aktualisiert: 06. August 2016 / Aufrufe: 2.784
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Trotz steigender Ankunftszahlen ausländischer Touristen in Griechenland werden die zusätzlichen steuerlichen Belastungen der Tourismus-Branche ein Minus bescheren.

In Griechenland wird zwar wird mit einem Anstieg der Anzahl der Touristen gerechnet, Schätzungen zufolge wird jedoch letztendlich in der Kasse ein … Minus herrschen.

Die Touristik-Unternehmen sich somit in diesem Jahr mit einem Paradox konfrontiert sehen, da einerseits ein Anstieg der Anzahl der Touristen erwartet wird, andererseits aber eingeschätzt wird, dass zum Schluss der Saison der Kassensturz … negativ abschließen wird.

Überbesteuerung im Tourismus führt zu schlechteren Ergebnissen

Obwohl die Angaben zu den internationalen Ankünften im Juli 2016 – sprich nach dem Schlag, den der Tourismus der Türkei infolge des misslungenen Putschs erlitt – einige Lächeln hervorriefen, lautet – wie die griechische Zeitung Kathimerini schreibt – die Einschätzung des Verbands der Touristik-Unternehmen Griechenlands (SETE), dass unabhängig von der Entwicklung der Ankunftszahlen und Reiseeinnahmen auf Landesebene die wirtschaftlichen Größen der Touristik-Unternehmen in der diesjährigen Saison schlechter als im Vergleich zu 2015 sein werden.

Insgesamt veranschlagt der SETE, dass der Sektor auf Jahresbasis mit zusätzlichen steuerlichen Verpflichtungen der Größenordnung von 800 Mio. Euro belastet worden ist, während eine weitere Belastung der Größenordnung von 150 Mrd. Euro hinzukommen wird, wenn letztendlich ab 2018 auch die neue Übernachtungsabgabe erhoben wird (siehe Neue Touristen-Abzocke in Griechenland).

Parallel verursachten die neuen steuerlichen Belastungen für den Sektor bei den Unternehmen mit – nicht nur „roten“ – Krediten Probleme, die ihre Verbindlichkeiten nicht zu befriedigen vermögen. Und all dies spielt sich ab, während dem griechischen Fiskus aus der Nichtbewältigung des Themas der Besteuerung der „grauen“ touristischen Vermietungen von Immobilien und der Nichtausstellung von Quittungen jährlich Einnahmen in Höhe von ungefähr 500 Mio. Euro entgehen.

SETE rechnet 2021 mit 34,8 Mio. Touristen in Griechenland

Was die langfristigen Ziele für den griechischen Tourismus betrifft, veranschlagt das Institut des SETE für das Jahr 2021 die internationalen Ankünfte auf 34,8 Mio., gegenüber 26,1 Mio. im vergangenen Jahr, und die Reiseeinnahmen auf 19,6 Mrd. Euro, gegenüber 14,1 Mrd. Euro im Jahr 2015. Das Ziel für die Übernachtungen ist auf 250 Mio. angesetzt, gegenüber 188 Mio. im vergangenen Jahr. Ebenfalls sollen die Einnahmen je Reisenden 563 Euro (gegenüber 541 Euro im Jahr 2015) und je Übernachtung 78 Euro (gegenüber 75 Euro im Jahr 2015) erreichen.

Bisher waren die Größen jedenfalls anders. Die Aufwendungen je Reise sanken 2015 auf 580 Euro, gegenüber 590 Euro im Jahr 2014 und 653 Euro im Jahr 2013. Auf der anderen Seite stiegen die durchschnittlichen Aufwendungen je Übernachtung um 4,6% und erreichten 74 Euro. Das Institut des SETE erklärt jedoch, der Rückgang der Aufwendungen je Reise beruhe darauf, dass die Reisenden Urlaubsaufenthalte geringerer Dauer realisieren, und nicht auf niedrigeren Tagesaufwendungen.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. malocher
    6. August 2016, 10:27 | #1

    Das ganze dient nur dazu die Griechen weiter zu knechten um auch die letzten Reste des
    Tafelsilbers an die Hochfinanz zu Schleuderpreisen zu verschenken.

  2. Leander
    6. August 2016, 13:58 | #2

    Macht doch endlich mal einen Twitter-Button zum Tweeten der Postings auf die Artikel!

    • Team
      6. August 2016, 14:30 | #3

      Oben rechts, unter dem Suchfeld …

  3. nikos
    6. August 2016, 16:17 | #4

    Egal, auch wenn ich 100% Steuern zahle. Ich fahre nach Griechenland!

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