Steuer-Schock für Unternehmen in Griechenland

1. August 2016 / Aufrufe: 1.050
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Im Rahmen der wahnwitzigen Überbesteuerung sind in Griechenland zigtausende Unternehmen aufgefordert, bis Ende 2016 besonders hohe Steuern zu zahlen.

Die ersten Daten zeigen, dass in Griechenland der Gesamtbetrag aus den diesjährigen Steuerbescheiden an Unternehmen, zu deren Lasten eine Steuerschuld festgestellt wurde, die Summe von 4 Mrd. Euro tangiert.

Diese „Ausbeute“ liegt bezeichnenderweise um etliche hundert Millionen über dem einschlägigen Steueraufkommen, welches das griechische Finanzministerium ursprünglich veranschlagt hatte. (Ob und in welchem Grad diese „nominal“ festgestellten Steuern letztendlich auch beigetrieben werden können, steht natürlich auf einem anderen Blatt …)

Unternehmen müssen monatlich Steuern von über 650 Mio. Euro abführen

Wie sich dieser „Höhenflug“ der (Einkommen-) Steuer begründet? Zuständige Funktionäre geben zwei Erklärungen:

  1. 2016 ist das erste Jahr, in dem der Steuersatz in Höhe von 29% zur Anwendung kommt, während speziell für die großen Unternehmen (Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, private Kapitalgesellschaften) seit dem vergangenen Jahr auch die Steuervorauszahlung in Höhe von 100% gilt. Dies bedeutet, dass der Fiskus doppelt gewinnt, nämlich sowohl aus der Erhöhung der Besteuerung der Einkommen juristischer Personen als auch aus der Erhöhung der Steuervorauszahlung.
  2. 2016 ist das letzte Jahr, in dem Aktionäre / Gesellschafter eine Steuer mit einem Satz von 10% auf die ausgeschütteten Dividenden zahlen. Dieser Umstand drängte viele Aktionäre / Gesellschafter dazu, in den Generalversammlungen der Gesellschaften die (praktisch vorgezogene) Ausschüttung von Dividenden vorzuschlagen, damit die Ausschüttung im kommenden Jahr vermieden wird – was auch den Anstieg der Steuer auf die Dividenden um 50% (von 10% auf 15%) bedeuten würde.

Der besagte Betrag von ungefähr 4 Milliarden Euro ist in 6 monatlichen Raten zu entrichten, da nach der für die Abgabe der Steuererklärungen (juristischer Personen) eingeräumten und am 25 Juli 2016 ausgelaufenen Nachfrist die Frist für die Entrichtung der ersten Rate (der jeweils festgestellten Einkommensteuer) am vergangenen Freitag (29 Juli 2016) auslief. Folglich sind die Unternehmen verpflichtet, bis Ende 2016 mit jeder Rate (zur Einkommensteuer) monatlich mehr als insgesamt 650 Mio. Euro an die öffentlichen Kassen abzuführen.

Absurde Überbesteuerung der Unternehmen in Griechenland

Im diesjährigen Haushaltsplan hatte das griechische Finanzministerium als Prognose verbucht, dass aus der Einkommensteuer juristischer Personen etwa 2,945 Mrd. Euro beigetrieben werden, welcher Betrag im Verhältnis zu dem Jahr 2015 um gerade einmal 50 Mio. Euro höher liegt. Offensichtlich rechneten die Funktionäre des Finanzministeriums mit einer weiteren Schrumpfung des Gewinnverlaufs der Unternehmen.

Auf Basis der Fakten, die sich nun aus der Auswertung der einschlägigen Steuererklärungen ergeben, ist jedoch wahrscheinlich, dass die Zielvorgabe deutlich übertroffen werden wird. Selbst wenn die mit den („positiven“) Steuerbescheiden festgestellten 4 Mrd. Euro mit der Summe verrechnet werden, die das Finanzministerium an all die Unternehmen mit einer „negativen“ Steuerschuld zu erstatten hat, wird für sehr wahrscheinlich gehalten, dass die finalen (Netto-) Einnahmen aus der Besteuerung der Unternehmen den Betrag von 3,5 Mrd. Euro – also etliche hundert Millionen über der Zielvorgebe – tangieren werden.

Was das während des ersten Halbjahrs 2016 beobachtete Defizit bei den Einnahmen aus der Einkommensteuer juristischer Personen betrifft (gegenüber einer Zielvorgabe von 555 Mio. Euro wurden nur 286 Mio. Euro eingenommen), beruht dies ausschließlich auf Umständen, die mit der Verlängerung der Frist für die Abgabe der (Einkommen-) Steuererklärungen der Unternehmen zu tun hatten.

(Quelle: fpress.gr)

  1. Kleoni
    1. August 2016, 11:24 | #1

    Diese Übersteuerung ist der totale Schwachsinn, wie sollen da neue Arbeitsplätze entstehen, Investoren angelockt werden und nicht zuletzt werden dadurch noch mehr Unternehmen ihren Sitz ins Ausland verlegen, dann guckt der Staat erst so richtig in die Röhre. Wirtschaftsförderung sieht anders aus!

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