Griechenlands Tourismus-Einnahmen zeigen Loch von 100 Mio Euro

23. August 2016 / Aufrufe: 2
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Die aktuellen Angaben zu den Ankünften ausländischer Touristen in Griechenland und den resultierenden Einnahmen stellen eine kalte Dusche dar.

Die Griechische Bank verzeichnete ein „Loch“ von 100 Mio. Euro bei den Einnahmen aus dem Tourismus, und wenn dieses Bild sich im Juli und August 2016 nicht geändert hat, wird Alexis Tsipras wahrscheinlich die Wette verlieren, die er mit dem Vorsitzenden des Verbands der griechischen Touristik-Unternehmen (SETE) über ein besseres touristisches Jahr im Verhältnis zum Vorjahr 2015 einging, während auch die Dynamik der Erholung des BIP Griechenlands im 3. Quartal 2016 auf die Probe gestellt werden wird.

Die Daten sprechen von allein: im Juni 2015 erreichten die Einnahmen 1,967 Mrd. Euro, während im diesjährigen Juni 1,851 Mrd. Euro eingenommen wurden, also ein Rückgang der Einnahmen in einer Größenordnung von 5,4% existiert.

Mehr Touristen bringen Griechenland nicht automatisch höhere Einnahmen

Das Beunruhigendste ist jedoch, dass trotz einer Zunahme der Ankünfte von Touristen in den beiden folgenden Monaten (im Juni 2016 waren sie um 2% geringer als im Vorjahr) zweifelhaft bleibt, ob ihre durchschnittlichen Aufwendungen stiegen, die in der Gesamtheit des ersten Halbjahrs 2016 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 4,9% verzeichneten.

Was dies bedeutet? Dass die Wette nicht nur die Ankunft von mehr Touristen als im Jahr 2015 oder sei es auch eben so vielen war und ist, sondern auch der Anstieg der Summe, die sie während des Aufenthalts in Griechenland ausgeben – und dies scheint nicht zu geschehen.

Traditionelle Besucher kehrten Griechenland den Rücken

Äußerst interessant sind auch die qualitativen Angaben zu dem touristischen Verkehr, da sich einerseits zeigt, dass die europäische Politik der geschlossenen Grenzen dem sogenannten „Straßentourismus“ großen Schaden zufügte, während andererseits traditionelle Besucher – und zwar konkret Deutsche und Franzosen – Griechenland den Rücken zuwendeten und andere Reiseziele vorzogen.

Spezieller stiegen die Ankünfte per Flugzeug um 2,7% an, während die Ankünfte per Straße um 15,7% zurückgingen. Diese Entwicklung war Resultat des Rückgangs der Ankünfte aus Drittländern um 18,1%, während die Ankünfte aus den Ländern der EU-28 um 6,5% zunahmen. Detaillierter gestalteten sich die Ankünfte aus der Eurozone auf 1.036 Mio. Reisende und präsentierten damit einen Rückgang um 2,7%, während die Ankünfte aus den Ländern der EU-28 außerhalb der Eurozone einen Anstieg um 17,4% zeigten (Juni 2016: 1.071 Mio., Juni 2015: 912.000). Die Ankünfte aus Deutschland gingen um 3,3% zurück und gestalteten sich auf 399.000 Reisende, während die Ankünfte aus Frankreich um 32,7% zurückgingen und sich auf 137.000 Reisende gestalteten. Die Ankünfte aus Großbritannien stiegen nahmen dagegen um 26,6% zu und gestalteten sich auf 473.000 Reisende.

Hinsichtlich der übrigen Länder außerhalb der EU-28 zeigten die Ankünfte aus Russland einen Rückgang um 16% und gestalteten sich auf 80.000 Reisende, während die Ankünfte aus den USA um 21,6% zurückgingen und sich auf 92.000 Reisende gestalteten.

(Quelle: iefimerida.gr, Giorgos Pappous)

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