Griechenland will Denunzianten mobilisieren

10. August 2016 / Aufrufe: 1.120
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In Griechenland sollen allen Motive und Schutz geboten werden, die zur Aufdeckung von Fällen der Steuerhinterziehung und anderen wirtschaftlichen Delikten beitragen.

Griechenlands Regierung plant, allen Motive zu geben, die Steuerhinterzieher, wirtschaftliche Delikte und andere Verbrechen wirtschaftlicher Natur enthüllen, die dem öffentlichen Interesse schaden und den öffentlichen Kassen kritische Steuereinnahmen entziehen.

Informationen der griechischen Zeitung „Ta Nea“ zufolge befindet sich ein Gesetzentwurf in Ausarbeitung, der die sogenannten „Zeugen öffentlichen Interesses“ anerkennen und diesen einen Schutzschirm bieten wird (also praktisch etwas wie eine „Kronzeugenregelung„).

Spitzel in den Buchhaltungsabteilungen der Unternehmen

Welcher auch immer derzeit in Griechenland gewährte (Denunzianten-) Schutz bezieht sich praktisch nur auf Fälle der Korruption auf dem öffentlichen Sektor, führen in dem Thema bewanderte Quellen an. Mit dem in Ausarbeitung befindlichen Gesetzentwurf wird dagegen geplant, dass der Schutz der „Zeugen öffentlichen Interesses“ auch auf Steuervergehen oder sogar auch Fälle ausgeweitet wird, die beispielsweise mit abgelaufenen Medikamenten oder für die öffentliche Gesundheit gefährlichen Lebensmitteln in Zusammenhang stehen.

Als ein „formloses Ziel“ könnte betrachtet werden, sich in die Buchhaltungsabteilungen der Unternehmen „einzuschleichen“. Menschen, die über die Geschehnisse bescheid wissen, und sofern Steuerhinterziehungs-Maschinerien aufgebaut worden sind, haben die Möglichkeit, dies – aus Gründen des Schutzes des öffentlichen Interesses – zu „verpfeifen“ und von / trotz ihrer Tat unbehelligt zu bleiben, besonders wenn sie nicht selbst in den Steuerdiebstahl-Mechanismus verwickelt sind. (Siehe auch: Buchhalter in Griechenland Spitzel des Finanzamts)

Die Denunziationen sollen sich nicht nur auf Wirtschaftsverbrechen oder Taten der Steuerhinterziehung, sondern auf alles beziehen können, was als für das öffentliche Interesse schädlich betrachtet werden kann. Parallel zu der rechtlichen Grundlage ist geplant, einen Mechanismus zur Annahme solcher „Anzeigen“ und eine spezielle Stelle für die Bewertung der Aussagen zu schaffen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. LiFe
    11. August 2016, 00:26 | #1

    Zwangsversteigerung hat nichts gebracht. Und nun sollen Denunzianten das Land aus der Krise heben? Ich denke Konjunkturhilfe braucht Griechenland! Talente/Ideen suchen, finden und fördern! Kreativität ist der Motor für Fortschritt!

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