Die Griechenland-Krise wird wieder auflodern

17. August 2016 / Aufrufe: 3.071
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Laut dem Wirtschaftsredakteur Larry Elliot der Guardian wird die griechische Krise früher oder später erneut auflodern.

In einem in der britischen Zeitung Guardian publizierten Artikel lautet es, die griechische Krise werde früher oder später wieder auflodern. Das Thema sei nicht, ob dies geschehen wird, sondern wann es geschehen wird. Der Redakteur Larry Elliot führt unter anderem an, die Vereinbarung des vergangenen Sommers 2015 nach dem „erniedrigenden Nachgeben der SYRIZA-Regierung“ hatte drei offensichtliche Probleme:

Erstens die neue Dosis Austerität, die Griechenlands Bemühung, aus der Rezession heraus zu kommen, noch schwieriger machte, zweitens die unrealistischen Einschätzungen der Gläubiger bezüglich des Wachstums und der Reduzierung des Defizits und drittens, dass die griechische Krise früher oder später wieder auflodern wird.

Griechenlands Gläubiger haben nichts hinzugelernt

Die beiden ersten Prognosen bewahrheiteten sich, kommentiert Larry Elliot an. Trotz der fünfjährigen Rezession hielten die Gläubiger Griechenlands die weiteren Kürzungen von Ausgaben und Erhöhungen von Steuerern für eine gute Idee. „Das Resultat war niederschmetternd vorhersehbar. Die Wirtschaft fuhr darin fort, zu schrumpfen. Die griechische Produktion war in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4% geringer. Die Konsumausgaben gingen um 1,3% zurück. Und es besteht auch keine Aussicht auf bessere Tage, wobei das Vertrauen sich auf dem tiefsten Punkt befindet. Griechenland bleibt weiterhin in einer tiefen Rezession„, merkt er an.

Leider haben sie nichts hinzugelernt, Das Programm des Jahres 2015 setzt voraus, dass Griechenland jedes Jahr einen primären Überschuss von 3,5% des BIP haben wird. Der IWF, der im Vergleich zu der Kommission oder der EZB nun eine realistischere Einschätzung über Griechenland hegt, meint, dass nur wenige Länder geschafft haben, solche primären Überschüsse zu erzielen, und dass Griechenland es nur mit weiteren Kürzungen bei Löhnen und Renten fertigbringen werden wird. Ebenfalls glaubt der IWF, es sei nicht mehr vertretbar, sich vorzustellen, dass Griechenland von einem Land mit den schwächsten Rhythmen des Wachstums der Produktivität in der Eurozone zu einem Land mit den höchsten Rhythmen zu werden vermag„, betont der Redakteur und beendet seinen Beitrag mit der Bemerkung:

Der IWF betont, ohne Entlastung werde bis 2050 Griechenlands Verschuldung 250% des BIP erreichen. Deutschland würde vorziehen, dass diese Diskussionen bis zu seinen Wahlen im kommenden Herbst hinausgezögert werden. Griechenland wird jedoch noch vor diesen (Wahlen) in die Schlagzeilen zurückgekehrt sein.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Ronald
    18. August 2016, 00:21 | #1

    Es ist im Interesse Griechenlands, dass die Diskussion bis nach den Wahlen hinausgezögert wird. Mit einer starken AFD im bundesdeutschen Parlament, die von dieser Diskussion profitieren würde, hätte es Griechenland schwerer.

  2. Paul Gourgai
    19. August 2016, 17:59 | #2

    Das katastrophale Resultat der Unterzeichnung des MoU3 im Sommer 2015 war in der Tat vorhersehbar. Varoufakis hat Einzelheiten dazu detailliert ausgeführt. Mittlerweile wird es immer mehr erkennbar, dass die griechische Regierung seit damals einen geradezu kafkaesken Plan von Verwirrung byzantinischen Ausmaßes verfolgt: man verpflichtete sich unter dem massiven Druck der „Institutionen“ zu Maßnahmen, deren nachhaltig schädliche Wirkung man davor zwar monatelang beklagt hatte, um sich schließlich noch weitaus rigideren Selbstbeschädigungen zu unterziehen. Kein Wunder, dass in GR selbst Mitglieder der Regierung(sfraktion) die Sinnhaftigkeit der „Übung“ immer stärker bezweifeln.

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