Brain-Drain kostete Griechenland 50 Mrd Euro

20. Juli 2016 / Aufrufe: 580
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Die massenweise Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und Wissenschaftler während der Krise kostete Griechenland bisher über 50 Milliarden Euro!

Die Endeavor Greece, eine internationale nicht gewinnorientierte Organisation zur Unterstützung des Unternehmertums, erfasst Mehrwert und Steuereinnahmen, die von den während der Dauer der Krise aus Griechenland ins Ausland abgewanderten Griechen in den Aufnahmeländern generiert werden.

Den Daten aus den Aufnahmeländern und inländischen Untersuchungen zufolge beträgt der geschätzte Abfluss an Humankapital seit Januar 2008 bis heute zwischen 350.000 (Schätzung der Endeavor) und 427.000 (Schätzung der griechischen Bank) Personen.

Griechenlands „Exportschlager“ ist sein … Humankapital

Auf Basis von Berechnungen der Endeavor tragen diese Menschen – hauptsächlich höherer und höchster Bildung – jährlich 12,9 Mrd. Euro zu dem BIP der Aufnahmeländer (hauptsächlich Deutschland und England) und 9,1 Mrd. Euro zu den Steuereinnahmen bei, davon 7,9 Mrd. Euro an Einkommensteuer und 1,2 Mrd. Euro an Mehrwertsteuer. Laut der Untersuchung der Endeavor haben die „Braindrain-Griechen“ seit 2008 bis heute in ihren neuen „Heimatländern“ mehr als 50 Mrd. Euro BIP erzeugt.

In der selben Untersuchung wird ein interessantes Element hervorgehoben, nämlich dass der Betrag, den der griechische Staat für die Ausbildung dieser in Rede stehenden Menschen aufgewendet hat, auf 8 Mrd. Euro veranschlagt wird.

Wie weiter betont wird, ist beeindruckend, dass heutzutage unter allen exportierten „Gütern“ Griechenlands das Humankapital dem Wert nach mit 12,9 Mrd. Euro auf dem ersten Platz rangiert. Es folgen Mineralölprodukte (7,2 Mrd. Euro), Aluminiumprodukte (1,3 Mrd. Euro), Medikamente (0,7 Mrd. Euro), Olivenöl (0,5 Mrd. Euro), Fisch, Oliven, Tabakprodukte, Informatik-Systeme und Molkereiprodukte (0,4 Mrd. Euro), Baumwolle und Pfirsiche (0,3 Mrd. Euro). Während sich jedoch bei den Produkt-Exporten das generierte Einkommen in Griechenland konzentriert, nützt die Aktivität der im Ausland befindlichen Griechen hauptsächlich und kur- / mittelfristig den Aufnahmeländern.

Firmen in Griechenland begegnen Mangel an Fachkräften

Bezeichnend ist, dass mehr Beschäftigte (49%) als Arbeitslose (43%) Griechenland verlassen und bessere Entwicklungschancen und ein stabileres Umfeld suchen möchten.

Der Abfluss von Talenten bedeutet ein signifikantes Problem für die einheimischen Firmen mit einem erfolgreichen Kurs und der Aussicht auf Wachstum, da sie ausgebildetes Personal benötigen, jedoch einer zunehmenden Schwierigkeit begegnen, die Talente in Griechenland zu halten oder ihnen Anreize zur Rückkehr nach Griechenland zu bieten. Die wesentlichen Gründe sind hauptsächlich die hohen Lohnnebenkosten, welche die bereits niedrigen Löhne noch mehr komprimieren, die mangelnde Perspektive einer berufliche Weiterentwicklung, aber auch das Fehlen eines breiter angelegten Konjunkturplans, einer positiven „Historie“ und einer Perspektive auf Ebene des Landes.

Die Analyse der Endeavor schätzt ein, das aus dem Land abwandernde Humankapital könne technisches Know-how und innovative Ideen zurückbringen und bei der Entwicklung des inländischen Markts helfen. Damit dies jedoch geschieht, müssen die Gründe für die Abwanderung besagter Menschen „umgekrempelt“ und die Möglichkeit geboten werden, von gesunden Firmen mit hohen Wachstumsrhythmen absorbiert zu werden oder unter Nutzung ihrer international erworbenen Erfahrungen und Kenntnisse eigene Firmen zu schaffen.

(Quelle: Imerisia)

  1. asisi1
    20. Juli 2016, 10:29 | #1

    solange schwchsinnige politiker das sagen haben, wird sich der exodus beschleunigen.

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