Verbraucher füllen in Griechenland die Kassen

1. Juni 2016 / Aufrufe: 912
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Eine Studie der PwC offenbart, dass in Griechenland hauptsächlich die Verbraucher die Kassen des Fiskus füllen.

94% der Steuereinnahmen in Griechenland rühren aus Verbrauchssteuern, also aus indirekten Steuern und der Mehrwertsteuer her, welcher Umstand die existierende Verzerrung zeigt.

Gemäß einer Studie der PwC und im weiteren Verlauf des Berichts „Worldwide Tax Summaries – Corporate Taxes 2015/16“ ist das griechische Steuersystem von hohen Steuersätzen gekennzeichnet, mit denen jedoch keine entsprechend hohen Steuereinnahmen einhergehen.

Instabilität und Abnormitäten im griechischen Steuersystem

Parallel weist das Steuersystem in Griechenland – bei ungefähr konstanten jährlichen Gesamteinnahmen – eine hohe Veränderlichkeit der steuerlichen Parameter und verschiedene Abnormitäten auf, wie:

  • 7 Änderungen des Steuersatzes auf Firmengewinne seit 2005 (Nervosität),
  • ein doppelt so hoch wie die Armutsgrenze liegendes steuerfreies Einkommen (von dem allerdings viele Einkommen bzw. Kategorien von Steuerzahlern ausgenommen sind),
  • einen minimalen Steuerfreibetrag und ein geringes Höchsteinkommen hinsichtlich des Spitzensteuersatzes (Bestrafung der mittleren Einkommen).

Die Steuersätze in Griechenland zählen in allen Kategorien zu den höchsten in Europa, das Steueraufkommen verbleibt jedoch beim Durchschnittswert oder liegt darunter. Die stetigen Änderungen der steuerlichen Parameter scheinen bezüglich der Beitreibungsfähigkeit der Steuern keinerlei essentielles Resultat zu haben. Während der Dauer der wirtschaftlichen Krise blieb das Aufkommen der Mehrwertsteuer und übrigen indirekten Steuern konstant, während das Aufkommen der Einkommensteuer juristischer Personen „einstürzte“ und das Aufkommen der Einkommensteuer natürlicher Personen und der Steuern auf immobiles Vermögen zunahm.

Griechenlands Steuersystem belastet Finanzlage und Konjunktur

Die primären Schlussfolgerungen der Studie sind:

  • Die Steuereinnahmen in Griechenland stützen sich hauptsächlich (94%) auf die Verbrauchssteuern (MwSt., indirekte Steuern), die Steuern natürlicher Personen (Einkommensteuer, Solidaritäts-Sonderabgabe, Luxussteuer), aber auch die Steuern auf das immobile Vermögen.
  • Allgemein gibt es keine Anzeichen einer Überbesteuerung in Griechenland im Verhältnis zu anderen Ländern, unter Ausnahme der indirekten Steuern und der Steuern auf immobiles Vermögen.
  • Die Besteuerung des Immobilienvermögens in Griechenland war in den letzten Jahren intensiv und die Einnahmen schossen um 2,5 – 3 Mrd. Euro in die Höhe und trugen damit zu dem Verfall der Wohnungspreise und der Desinvestition auf dem Markt bei.
  • Die Einnahmen aus der MwSt. und den indirekten Steuern sind bei den Veränderungen des BIP nicht besonders empfindlich im Verhältnis zu den Einnahmen aus der Besteuerung des Immobilienvermögens und der Unternehmen.
  • Das Steuersystem ist auf eine Weise parametrisiert, welche die Beitreibung von Steuern nicht erleichtert. Es bestraft die mittleren Einkommen und bläht die nicht deklarierten Einkommen auf.
  • Die absoluten Steuereinnahmen in Griechenland sinken mit der Zeit, auch wenn sie als Prozentsatz des BIP steigen, und deuten damit auf das Unvermögen hin, unter Umständen einer lang anhaltenden Krise zusätzliche Steuern zu schöpfen.
  • Das sogenannte MwSt.-Defizit in Griechenland wird auf 34% veranschlagt und zeigt damit den signifikanten Verlust von Einnahmen wegen der Steuerhinterziehung, Steuervermeidung, aber auch Ineffizienz der Steuerbeitreibungsmechanismen auf.
  • Das Wachstum stellt eine Einbahnstraße für die fiskalische Erholung dar. Beispielsweise würde ein Anstieg des BIP um 10% das Gesamtaufkommen der Steuern um 11,3% steigern.
  • Die gesamtumfängliche Neugestaltung des Steuersystems in die Richtung der Simplifizierung, Senkung der Steuersätze und Anhebung der Steuerfreibeträge zeigt sich als grundsätzliche Forderung nach einer Rationalisierung und Neusanierung des Steuersystems, damit letzteres wirtschaftlich effizienter gemacht wird und den Aufschwung erleichtert.

Mary Psilla, Gesellschafterin der und Leiterin der Steuerabteilung der PwC in Griechenland, erklärte: „Der Eingriff in das griechische Steuersystem ist notwendig. Seine Ergebnisse liegen allgemein unter dem europäischen Durchschnitt und seine Verzerrungen erschweren die Steigerung der Beitreibung der Steuern. Seine Komplexität stellt zusammen mit der Ineffizienz der Steuerbeitreibungs-Mechanismen Hindernisse sowohl für die Verbesserung der Finanzen als auch den Aufschwung dar.

(Quelle: Imerisia)

  1. Kleoni
    1. Juni 2016, 10:07 | #1

    Die kleinen Leute = 90% des griechischen Volkes werden werden ausgepresst, die restlichen 10%, denen höhere Steuern und Abgaben nicht weh tun würden, haben ihr Geld entweder schon längst in den Steueroasen oder gehören zum Günstlingsklientel. Leider auch unter der aktuellen Regierung.

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