In Griechenland können 7 von 10 ihre Steuern nicht zahlen

9. Juni 2016 / Aufrufe: 1.453
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Laut dem Wirtschaftsbarometer der IHK Athen rechnen in Griechenland 7 von 10 damit, 2016 ihre Steuern und Sozialabgaben nicht bezahlen zu können.

Die Industrie. und Handelskammer Athen (ACCI) veröffentlicht heute die für das Jahr 2016 zweite quantitative Untersuchung mit Titel „Wirtschaftsbarometer“, die im Auftrag der ACCI von der Gesellschaft ALCO durchgeführt wird, während ihre Ergebnisse von dem Zentrum für Studien und Forschung (Ke.ME) der ACCI ausgewertet werden.

Die Untersuchung wurde mittels telefonischer Befragungen an einem stellvertretenden Muster von 1.000 Personen im Alter von 18 Jahren und mehr aus ganz Griechenland in dem Zeitraum zwischen 30 Mai – 02 Juni 2016 durchgeführt.

Wirtschaftspolitik treibt die Wirtschaft in die Rezession

Die Untersuchung an die Öffentlichkeit gebend kommentierte Konstantinos Michalakos, Vorsitzender des Zentralverbands der Kammern Griechenlands (KEE) und der Industrie- und Handelskammer Athen (ACCI):

Auch aus der letzten Untersuchung wurde sichtbar, dass der Mix der in den letzten Jahren befolgten Wirtschaftspolitik die Wirtschaft in die Rezession versenkt. Steuerzahler und Unternehmer befinden sich in einer außerordentlich ungünstigen Lage, da 7 von 10 sich außer Stande erklären, ihre steuerlichen und versicherungsbezogenen Verbindlichkeiten zu entrichten. Wir beharren ein weiteres Mal auf der Notwendigkeit der Forcierung und Realisierung konjunktureller Maßnahmen, die dem Markt neuen Atem verleihen werden.

89% rechnen mit einer neuen Rezession

Auf die in Zusammenhang mit der Beurteilung der Entscheidungen der Regierung bezüglich der Steuer- und Versicherungsthemen gestellten Frage meinen 89% der Teilnehmer, die getroffenen Beschlüsse werden die Wirtschaft Griechenlands in eine Rezession führen. Nur 6% der Teilnehmer zeigen sich, diesen jüngsten Entscheidungen der Regierung zu vertrauen, damit das Land zu einem Wachstum geführt wird, während 5% zu diesem Thema keinerlei Meinung äußerten.

Zusätzlich zeigt sich das fehlende Vertrauen in die Effizienz der von der Regierung befolgten Wirtschaftspolitik auch aus der zweiten Frage der Untersuchung. 78% der Teilnehmer glauben, dass zusätzliche Maßnahmen nötig sein werden, damit die gesetzten Zielvorgaben erreicht werden, während nur 7% annehmen, die aktuelle Wirtschaftspolitik sei in der Lage, zur Erreichung dieser Ziele beizutragen. 15% gaben schließlich überhaupt keine Antwort ab, womit ein recht hoher Anteil an Enthaltungen verzeichnet wurde.

Die dritte Frage zum aktuellen Geschehen bezieht sich auf die steuerlichen Verpflichtungen der Bürger, wozu 69% der Teilnehmer meinen, nicht in der Lage sein zu werden, ihren steuerlichen und versicherungsbezogenen Verpflichtungen für das Jahr 2016 nachzukommen. Dieser Anteil ist um 10% höher als er es bei einer entsprechenden Frage war, die im Februar 2014 gestellt wurde. Weiter urteilen 21%, in der Lage sein zu werden, diesen Verpflichtungen zu entsprechen – dieser Anteil ist um 10% niedriger als bei der Untersuchung im Februar 2014 -, während 10% keinerlei Einschätzung abgab.

76% sehen ihrer wirtschaftlichen Situation pessimistisch entgegen

Auf die erste der beiden steten Fragen, welche die ACCI traditionell bei jedem „Barometer“ stellt, die sich auf den Index des Optimismus der Bürger hinsichtlich des Kurses der griechischen Wirtschaft bezieht, halten 78% der Bürger eine optimistische Haltung bei – was gegenüber dem vorherigen Anteil im Februar eine Verbesserung von gerade einmal 2% darstellt -, 14% der Teilnehmer sind pessimistisch und 8% wählten, keine Antwort zu geben.

Bei der zweiten dieser beiden Fragen, die sich auf den persönlichen Optimismus-Index bezieht, sind 76% der Teilnehmer bezüglich des Verlaufs ihrer Wirtschaftslage pessimistisch – was gegenüber der vorherigen Untersuchung einer Verbesserung von nur 3% entspricht -, während 16% der Teilnehmer eine positive Haltung beibehalten und 8% keinerlei Ansicht zum Ausdruck brachten.

(Quelle: Imerisia)

  1. Helmut
    9. Juni 2016, 08:39 | #1

    Angesichts dieser Meldung fragt man sich, was die vielen Steuererhöhungen die in letzter Zeit vorgenommen worden sind überhaupt bringen sollen ?

  2. Ingrid
    9. Juni 2016, 18:07 | #2

    Der Staat, sprich die Regierung, sollte sich mal was anderes einfallen lassen. So wird das griechische Volk in die Armut, in den Untergang oder in die Flucht getrieben. Die Alten kriegen das irgendwie noch hin oder sie sterben, weil die medizinische Versorgung so katastrophal ist (da wird gespart …). Die Jugend im Land ist eine verlorene Generation ohne Zukunft!

  3. ToMaraki
    10. Juni 2016, 06:08 | #3

    Nicht die Regierung ,sondern die Troika, Schäuble und Co, sollten sich mal etwas anderes einfallen lassen. Wollen die aber gar nicht … läuft doch für die alles nach Plan! Kein Wunder, wer will schon einen Aufstand riskieren und dafür sterben? In der heutigen Generation will doch keiner in Europa sein Leben für ein paar Kröten aufs Spiel setzen. Wir sind halt keine Bauern mehr die mit Mistgabeln kämpfen wollen. Die obrigen Zehntausend haben gewonnen. Dieses Spielchen wird immer weitergehen, bis sie uns dort haben, wo sie uns hinbekommen wollen. Nichts ist Zufall, alles geplant!

  4. 10. Juni 2016, 19:04 | #4

    In meinen Augen spart sich Griechenland an den Auflagen der Troika zu tode. Eine Wirtschaftsnation in der voraussichtlich 3/4 der Bevölkerung keine Steuern bezahlen können, liegt komplett am Boden. Wie soll das Land wieder auf die Beine kommen, wenn immer nur weiter gespart und gekürzt wird und sämtlicher Staatsbesitz veräußert wird? Was das Land braucht, sind internationale Investionen damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommt.

  5. weekend
    10. Juni 2016, 19:34 | #5

    Internationale Investitionen – sie saugen das Land noch mehr aus, weil sie zu Konditionen produzieren, die den Mittelstand noch vollends kaputt machen. Meiner Meinung nach braucht Griechenland einen Schuldenschnitt, den sie verdient haben und der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass sie um viel Geld betrogen wurden, nach beiden Weltkriegen! Ein Land kann nur erfolgreich sein und gesunde Ware produzieren, wenn Klein- und Mittelbetriebe so entlohnt und ihre Ware verkaufen koennen, damit sie selbst gut leben koennen.

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