Griechenlands Premierminister verliert Vertrauen der Bürger

5. Juni 2016 / Aktualisiert: 06. Juni 2016 / Aufrufe: 1.812
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Laut einer aktuellen Demoskopie vertrauen in Griechenland inzwischen 3 von 4 Bürgern dem Premierminister Alexis Tsipras nicht.

Die am Sonntag (05 Juni 2016) von der griechischen Zeitung „Proto Thema“ publizierten Ergebnisse einer aktuellen Meinungsumfrage geben der Partei Nea Dimokratia (ND) einen großen Vorsprung.

Gemäß den ersten Resultaten der von der ALCO durchgeführten Demoskopie scheint der Vorsprung der Nea Dimokratia gegenüber der SYRIZA 7,5% zu erreichen.

Nur noch 17% der Bürger vertrauen der SYRIZA-Regierung

Laut der Auswertung der Erhebung konzentriert bei der Hochrechnung der Wahlabsicht auf die gültigen Stimmen die ND einen Anteil von 25,4% auf sich, gegenüber 17,9% der SYRIZA. Drittstärkste Partei bleibt mit 8,1% die rechtsradikale Goldene Morgenröte (Chrysi Avgi), gefolgt von der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) mit 6,5%, der Demokratischen Fraktion mit 4,3% und der Nationalen Einheit und der Zentrumsunion, die entsprechend mit 3,1% bzw. 3% den Sprung in das Parlament schaffen. Außerhalb des Parlaments bleiben dagegen die Parteien Unabhängige Hellenen (ANEL) mit 2%, Freiheitskurs mit 2,4% und Potami mit 2,2%. Der Anteil der Unentschlossenen beläuft sich auf 19,6%.

Die Frage, ob sie Alexis Tsipras vertrauen, beantworteten 75% der Bürger mit Nein, 17% mit „Ja“ und 8% mit „Keine Ahnung / Antwort“. Auf die Frage, „können SYRIZA und ANEL die Regierungsführung effizient handhaben oder muss von dem heutigen Parlament eine andere Regierung gebildet werden?„, sprachen sich 30% für die Bildung einer anderen Regierung durch das Parlament und 28% für Neuwahlen aus, 28% wollen Neuwahlen, 25% antworteten mit „keine Ahnung / Antwort“ und 17% zeigen Vertrauen in die heutige Regierung.

82% meinen, die neuen Maßnahmen führen nicht aus der Krise hinaus

Ebenfalls betrachten 72% der Befragten die jüngst getroffene Vereinbarung bei der Eurogruppe als negativ, 11% als positiv und 17% gaben keine Antwort ab. Was die Ziele bezüglich der Verschuldung betrifft, urteilen 80% der Bürger, der Regierung sei die Erfüllung misslungen, und nur 8% meinen, sie habe sie erfolgreich erfüllt, während 12% sich einer Antwort enthielten.

Die Beteiligung politischer Persönlichkeiten an Offshore-Gesellschaften halten 92% der Bürger für falsch und nur gerade einmal 3% für richtig, während 5% keine Antwort abgaben. Schließlich antworteten auf die Frage, ob die Bürger meinen, dass mit den neuen Maßnahmen die Krise überwunden werde, 82% „Nein“, 10% „Ja“ und 8% enthielten sich einer Antwort.

Die Ergebnisse zeigen einen „Absturz“ bei der Popularität der Regierung SYRIZA-ANEL, da ihre Akzeptanz in der griechischen Gesellschaft steil gesunken ist und ihr Bild inmitten des harten Pakets der Maßnahmen, welche die Regierung jüngst adoptierte und von der überwältigenden Mehrheit der Bürger als inakzeptabel betrachtet werden, kontinuierlich verwundet wird.

Einen Schlag hat auch das „Führungsprofil“ des Premierministers Alexis Tsipras erlitten, was zu einer größeren Öffnung der „Schere“ des Abstands zwischen der amtierenden Opposition und der Regierungsfraktion führt.

(Quelle: Imerisia)

  1. Ronald
    5. Juni 2016, 23:21 | #1

    Laut Artikel in der Imerisia hat die ND 25,4 und nicht 15,4

    • Team
      6. Juni 2016, 00:19 | #2

      Danke für den Hinweis auf den (nunmehr korrigierten) äußerst peinlichen Fehler!

  2. GR-Block
    6. Juni 2016, 01:04 | #3

    Ach, nicht so kleinlich. Das Mitsotakis schafft schon noch die 15,4%.

  3. Ronald
    6. Juni 2016, 09:35 | #4

    Die Diskussion ist müssig. Egal welche Parteien sich bilden, welche Regierung an der „Macht“ ist, sie werden alle das gleiche tun (müssen). Wenn in Griechenland (mal wieder) eine neue Partei gegründet wird, dann tauchen deren Mitglieder und deren Führungspersonal ja nicht aus dem nichts auf; sie rekrutieren sich aus den korrupten und unfähigen Kadern der Altparteien. Eine neue politische Kultur muss aus der Gesellschaft kommen und ich sehe da nichts. Die Einsicht, dass Griechenland sich grundlegend ändern muss ist zwar latent vorhanden aber sie ist ruht unter einer dicken Schicht von Selbstmitleid und Opferbewusstsein. Die Griechen können sooft wählen wie sie wollen, am Ende wird das Ergebnis immer das gleiche sein. Erinnert fatal an den Film „Und täglich grüsst das Murmeltier“. Anscheinend ist wohl der Wandel in Griechenland eine Generationenaufgabe …

  4. GR-Block
    7. Juni 2016, 00:55 | #5

    Nana, wer wird denn gleich so griechisch sein. Kopf hoch! Was in GR passiert, ist gelebte Demokratie. Da die Korruption seit über einer Generation nicht eigenen Unternehmen nützt, sondern Steuergelder unnötig ins Ausland fließen lässt, muss man immer schneller neue Parteien gründen und junge Politiker ran lassen. So lange, bis sich „Investitionen“ in GR nicht mehr lohnen und die Schmiergeldströme endlich versiegen. So lässt sich die „Generationsfrage“ sofort lösen. Erst dann können die alten korrupten Strukturen wieder greifen und kann sich das Land stabilisieren. Dann riskiert allerdings GR tatsächlich den Rausschmiss aus der EU, weil „reformunwillig“.
    Nein, das Einzige, was GR tatsächlich ändern muss, ist seine Uneinsichtigkeit, dass man gegen das Ausland zusammen halten muss, egal ob im Recht oder Unrecht. Einigkeit heucheln und im geheimen streiten. Vor aller Welt diskutieren nutzt die (Sinn) freie Presse und verkauft die Mär von den unrentablen staatlichen Unternehmen und den rentablen privatisierten, damit die Kreditgeber endlich glücklich sind.

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