Griechenlands Bürger halten Regierung für unfähig

17. Juni 2016 / Aufrufe: 831
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Laut einer Demoskopie der Alco halten in Griechenland 8 von 10 Bürgern die Regierung für unfähig, das Land aus der Krise hinaus zu bringen.

In Griechenland wurde von der Alco für Rechnung der gewerkschaftlichen Dachorganisation GSEE eine Meinungsumfrage durchgeführt, wobei die für die derzeitige Regierung vernichtenden Ergebnisse der Erhebung zeigen, dass in der Gesellschaft ein unglaublicher Pessimismus, aber auch ein völliges Fehlen des Vertrauens in die Regierung herrscht.

Auf die Frage, ob die derzeitige Regierung über die Fähigkeit verfüge, das Land aus der Krise zu bringen, antworten die Bürger zu einem Anteil von 80% mit „Nein“, während ein Anteil von 11% mit „Ja“ antwortet und 9% sich einer Antwort enthalten.

63% der SYRIZA-Wähler ziehen ihr Vertrauen zurück

Bezeichnend ist, dass selbst 63% derjenigen, die bei den letzten Parlamentswahlen (im September 2015) die SYRIZA wählten, die Regierung für unfähig halten, Griechenland aus der Krise hinaus zu führen. Wie es in dem einschlägigen Bericht der griechischen Zeitung „Ta Nea“ lautet, handelt es sich um einen tiefen Bruch der Gesellschaft mit der regierenden Partei.

Auf Basis der Meinungsumfrage entziehen 63% der Wähler der SYRIZA und 61% der Wähler der Unabhängigen Hellenen (ANEL) diesen ihr Vertrauen und halten die gegenwärtige Regierung für unfähig, das Land aus der Krise zu bringen. Insgesamt 11% investieren dagegen weiterhin in die Fähigkeiten der derzeitigen Koalitionsregierung SYRIZA – ANEL.

Bürger fürchten die nächste „Bewertung“

Zur selben Stunde geben die Bürger der Aufhebung der Austeritäts-Maßnahmen den Vorrang, da sie auf die Frage, was für die Wirtschaft am wichtigsten sei, zu einem Anteil von 70% das Ende der Austerität und zu einem Anteil von 17% die Tragfähigkeit der Verschuldung benennen, während 9% keine Stellung nehmen.

Bei den Bürgern allgemein verbreitet ist auch die Angst vor der nächsten sogenannten „Bewertung“ (sprich der Beurteilung des Fortschritts der Umsetzung der Auflagen durch die Gläubiger bzw. sogenannten Institutionen) im Herbst 2016 und speziell hinsichtlich des Themas des Arbeitswesens, während sie bezüglich der Maßnahmen, die ergriffen werden, zu einem Anteil von 38% annehmen, die großen Verlierer seien die Selbständigen, gefolgt von den Rentnern (27%), Arbeitnehmern des privaten Sektors (19%) und schließlich den öffentlichen Bediensteten (6%).

(Quelle: Imerisia)

SYRIZA moniert regierungsfeindliche Propaganda

In Reaktion auf den besagten Zeitungsartikel ergeht von Seite der SYRIZA in einer einschlägigen Bekanntmachung die Rede von „einleuchtenden Fragen“, welche die in der Ausgabe vom 15 Juni 2016 der Zeitung „Ta Nea“ veröffentlichte Demoskopie aufwirft.

Neben diesen zum Ausdruck gebrachten Fragen merkt die SRIZA an, „es kann nicht nicht angehen, dass die Durchführung gegen die Regierung gerichteter Propaganda mit Geldern der Arbeitnehmer erfolgt„, und dass „die Leitung der GSEE (die – wie seitens der SYRIZA angeführt wird – für die konkrete Erhebung bezahlte) wie auch die Verlagsgruppe, die sich für die verspätete und selektive Veröffentlichung von Ergebnissen entschied, ist bloßgestellt“. „Alles auf dem Altar der Bedienung der ‚Freunde‘ und ‚Verbündeten'“, wird betont.

Spezieller lautet es von Seite der SYRIZA:

Umfasste die in Rede stehende Demoskopie wirklich nur drei Fragen, so wie diese von der Zeitung publiziert werden? Und, wenn offensichtlich nicht, welcher Zweckmäßigkeit dient und welcher Deontologie gehorcht die extrem selektive Veröffentlichung nur eines minimalen Teils der Ergebnisse? Und zwar in einem Moment, wo die Bürger auf dem Titelblatt der Zeitung ‚Ta Nea‘ vom 15 Juni ein ‚altbackenes‘ Umfrageergebnis sahen, da die Erhebung gemäß ihrem ‚Steckbrief‘ in dem Zeitraum 30 Mai – 03 Juni 2016 durchgeführt wurde, als also die ‚Bewertung‘ des Programms (durch die Gläubiger) noch gar nicht vollendet worden war.

Und Außerdem, da der Generalverband der Arbeiter Griechenlands (GSEE) für die konkrete Erhebung bezahlte, warum stellte er sie nicht auf seiner Website ein, sondern wählte, sie in der Zeitung ‚Ta Nea‘ zu verbreiten und unter welchen Kriterien? Ist die konkrete Erhebung auch in anderen Medien verbreitet worden? Aus welchem Grund schreitet die GSEE nicht zur Veröffentlichung der gesamten Untersuchung?

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Ronald
    17. Juni 2016, 13:54 | #1

    Die griechischen Wähler erwarten von ihren Regierungen, welcher Couleur sie auch immer seien, Unmögliches. Ich habe allerdings kein Mitleid mit den Regierungen, da sie ihren Wählern ja auch vor den Wahlen immer das Unmögliche versprechen. Ich mag die Griechen; sie haben viele beneidenswerte Charaktereigenschaften. Realitätssinn gehört allerdings nicht dazu. Wer Dinge fern der Realität erwartet, wird immer enttäuscht werden.

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