Griechenland nimmt sich BMW und Mercedes zur Brust

19. Juni 2016 / Aufrufe: 1.998
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In Griechenland wurden endlich lange Zeit politisch verhinderte Strafverfahren gegen BMW Mercedes wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche eingeleitet.

Wegen ausgedehnter Steuerhinterziehung der Firmen Mercedes – BMW und der Bestechung griechischer Amtsträger durch die Daimler bestellte in Griechenland der Wirtschaftsstaatsanwalt die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die Verantwortlichen der beiden Gesellschaften.

Das Thema hatte der griechische Radiosender „Sto Kokkino“ im August 2014 aufgedeckt.

BMW und Mercedes werden Schmuggel und Geldwäsche angelastet

Laut der griechischen Wirtschaftszeitung „AGORA“ werden nach dem wegen Schmuggel und „Schwarzgeld-Wäsche“ von den Wirtschaftsstaatsanwälten eingeleiteten Strafverfahrens Mercedes-Benz und BMW in Griechenland auf die Anklagebank gebracht. Parallel wird damit gerechnet, dass in einer ersten Phase Geldstrafen in Höhe von entsprechend 66 Mio. Euro und 36 Mio. Euro verhängt werden.

Der im Jahr 2014 von dem Radiosender „Sto Kokkino“ aufgedeckte Fall bezieht sich auf unter Wert ausgestellte Rechnungen bei dem Import der Fahrzeuge aus Deutschland während der Periode 2011 – 2013, wobei (zu Lasten des griechischen Fiskus) ein Vorteil von insgesamt 32,6 Mio. Euro erzielt wurde. Die Kontrollen des Dezernats für Wirtschaftskriminalität (SDOE) sollen nun auf alle Fahrzeug-Importgesellschaften ausgeweitet werden.

Strafverfahren gegen BMW und Mercedes wurden politisch „ausgebremst“

Das breite Spektrum der gesetzeswidrigen Aktivitäten der deutschen Firmen in Griechenland bilden unter anderem starke Indizien für ausgedehnten Schmuggel bei dem Import von Fahrzeugen seitens der BMW, aber auch die eingestandene Bestechung griechischer Amtsträger durch die Mercedes-Muttergesellschaft Daimler Benz.

Die Sache der Steuerhinterziehung seitens BMW und Mercedes, über die das SDOE dem zuständigen Finanzamt bereits 2014 einen Bericht über Steuerhinterziehung in Höhe von 200 Millionen Euro plus Geldstrafen und Zuschläge von insgesamt 600 Millionen Euro übergeben hatte, schien jahrelang zu stagnieren, da sie über politische Interventionen „stolperte“. Es waren also zweieinhalb Jahre und ein Wechsel der Regierung nötig, damit die Justiz endlich ihre Arbeit verrichten kann.

In Bezug auf das Thema des Schmuggels durch die BMW wurde auch ein Fall eines Fahrzeugs mit abweichender Fahrgestell-Nummer im Fahrzeugbrief (Zulassungsschein) bekannt, während immer noch das Thema des „Verschwindens“ von 200 und mehr von insgesamt 1.200 in Volos entladenen Fahrzeugen offen bleibt, da nur etwa 950 Fahrzeuge verzollt wurden. Wegen der Sache war von dem Staatsanwalt zu Thessaloniki für Korruptionsbekämpfung eine Untersuchung angeordnet worden.

Schließlich wurde zu dem Thema der Korruption auch ein Schreiben des Gerichts von Columbia / USA präsentiert, laut dem das Mutterunternehmen der Mercedes in 22 Ländern – darunter auch Griechenland – Amtsträger bestach, welche Sache die Enthüllungen der griechischen Behörden bisher nicht beschäftigt hatte.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Kleoni
    19. Juni 2016, 10:38 | #1

    Da hat Hr. Samaras in seiner Amtszeit „sehr gute Arbeit“ im Sinne der deutschen Wirtschaft geleistet. Gehörten solche Machenschaften auch zu dem „Erfolgsrezept“ eines Wirtschaftswachstums? Genauso wie die in der untersten Schublade bei Hr. Venizelos verschwundene u. danach wieder friesiert aufgetauchte Lagardeliste? Ein Schelm wer da Böses denkt.

  2. stelios
    21. Juni 2016, 05:57 | #2

    also man kann das schon gar nicht mehr glauben was da so passiert. ich frage mich ob solche nachrichten auch mal in der deutschen presse erscheinen (BILD, WELT, SPIEGEL, ARD, ZDF oder WDR) und zwar nicht mit fragezeichen ob das nicht wieder ein fall ist, wo die griechen mal wieder versuchen an bargeld ranzukommen. und das mit der korruption, nun ja. dazu braucht man ja zwei seiten. den sogenannten geber (der ja auch der groesse gewinner ist) und dann noch denn nehmer (der bekommt das kleingeld). und noch eine erinnerung ans gestern. SIEMENS, FEROSTAHL, HOCH/TIEF, TELEKOM u.s.w. und bis zum naechstem skandal …fraport?

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