Flüchtlingslager in Griechenland sind nicht einmal für Vieh geeignet

2. Juni 2016 / Aufrufe: 1.198
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Laut der britischen Zeitung Guardian wurden in Griechenland Flüchtlinge und Immigranten aus dem inoffiziellen Lager bei Idomeni in menschenunwürdige Unterkünfte verbracht.

Die Beherbergungsstätten in Griechenland beschreibend, in welche die jüngst im Rahmen einer polizeilichen „Säuberungsaktion“ von dem Grenzort Idomeni abtransportierten Flüchtlinge und Immigranten verbracht wurden, ergeht in einem Bericht der britischen Zeitung „Guardian“ charakteristisch die Rede von Umständen, die „nicht einmal für Tiere geeignet“ sind.

Die Zeitung beruft sich auf namentliche Aussagen Freiwilliger und „photographisch dokumentierte Fakten“ und vertritt, in manchen der besagten Anlagen gebe es nicht einmal fließendes Wasser.

6 chemische Toiletten für 1.000 Personen …

Es sei in Erinnerung gerufen, dass im Rahmen der am vergangenen Donnerstag (26 Mai 2016) ohne nennenswerte Zwischenfälle abgeschlossenen Räumung des „inoffiziellen“ Lagers bei dem nordgriechischen Grenzort Idomeni ungefähr 4.000 Flüchtlinge und Immigranten in Beherbergungsstätten in den Verwaltungsbezirken Thessaloniki und Pieria verbracht wurden.

Die britische Zeitung bezieht sich konkret auf Fotos aus dem Lager in dem (bei Thessaloniki gelegenen Vor-) Ort Sindos und spricht von „in Lagerhallen auf grasbedeckten Zementböden aufgestellten Zeltreihen„. Eine Freiwillige berichtet unter Angabe ihres Namens gegenüber der Zeitung, „es gibt kein fließendes Wasser, keine medizinische Versorgung und natürlich keine Dolmetscher, keinerlei Vorsorge für Säuglinge, keine umweltbezogene Bewertung oder Räumungspläne für den Fall eines Notlage„. Wie sie meint, „sind die Umstände in den Lagern abstoßend, von depressiv und steril bis hin zu praktisch sogar für Tiere gefährlich und ungeeignet„.

Eine zweite Freiwillige beschreibt – gleichfalls unter Angabe ihres Namens – die Umstände in einer zweiten Lagerstätte außerhalb Thessalonikis und spricht ebenfalls von dem „Nichtvorhandensein fließenden Wassers, Baderäumen, elektrischen Stroms oder Brennholzes„. Weiter berichtet sie, es gebe sechs chemische Toiletten für eintausend Personen, und merkt an, den Flüchtlingen sei es unmöglich, einen Asylantrag zu stellen, weil es kein Wi-Fi gebe und „ihnen nicht nicht einmal gesagt worden ist, wohin sie gebracht werden sollen„.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Kleoni
    2. Juni 2016, 10:47 | #1

    Womit soll Griechenland das alles bezahlen, wenn es nicht einmal seinen eigenen Bürgern eine medizinische Minimalversorgung geben oder Kinder und alte Menschen ausreichend ernähren kann. Die neuen Sparmassnahmen ziehen vielen Griechen noch den allerletzten ersparten Euro aus den Taschen, so dass sie selbst lebensnotwendige Medikamente nicht mehr kaufen können. Die humanitäre Hilfe für Flüchtlinge entpuppte sich hauptsächlich als leere Versprechungen.

  2. windjob
    2. Juni 2016, 11:05 | #2

    Vielleicht sollte sich der Guardian mal an die EU wenden oder noch besser an Frau Merkel, die ist doch so human. Vielleicht auch an Herrn Cameron den grossen EU Befürworter. Nochmals, Griechenland wird mit diesem Problem vollkommen allein gelassen. Aber der türkische Sultan bekommt die Milliarden mit Pressluft in den A… wertesten geblasen. Es ist schlicht abscheulich wie die EU sich verhält.

  3. Persephone
    2. Juni 2016, 19:07 | #3

    Die Zustände in den Lagern sind noch schlechter. Und das hat mit den zuständigen Personen und Organisationen zu tun, die diese Planungen gemacht haben und deren Menschenbild. Es glaubt doch wohl niemand, dass diese Unterkünfte die billigste und beste Lösung waren. Wir reden hier von Mieten in Höhe von 8000 und mehr Euro monatlich. Von allen anderen Kosten ganz zu schweigen. Also, billig ist diese Lösung nicht. Und ich bin überzeugt, man hätte eine bessere und billigere Möglichkeit finden können, wenn man es wirklich versucht hätte und wenn man akzeptieren würde in bestimmten Kreisen, dass auch Flüchtlinge Menschen sind und ein Anrecht haben auf eine menschenwürdige Behandlung. Die griechische Gesellschaft hat in den vergangenen Monaten eine schier unmenschliche Anstrengung vollbracht und all die vielen Flüchtlinge versorgt. Und das hat trotz der Krise, die es unbestritten gibt, geklappt. Und auch heute noch ist die Solidarität groß. Es mangelt an der Solidarität durch die Regierung und die für die Flüchtlinge Verantwortlichen. Da es diese nicht gibt, suchen wir sie auch bei Kranken, Alten, Obdachlosen etc. vergebens. Denn Menschenwürde ist nicht teilbar.

  4. Kasiani
    5. Juni 2016, 11:01 | #4

    Ja klar, jetzt sind die Griechen wieder die bösen die Flüchtlinge menschenunwürdig unterbringen.
    Wie soll Griechenland das denn machen? Es ist kein Geld da für Medikamente, die Leute im Kh haben kein op Material, es sind keine Schläuche für Dialysen vorhanden … . Man hat Griechenland mal wieder im Stich gelassen, weil wir eine linke Regierung haben, muss an uns ein exampel statuiert werden. Der Türkei schenkt man Millionen und uns lässt man im Regen stehen. Aber über uns lästern geht immer.

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