Finanzamt in Griechenland nimmt sich Kleinschuldner zur Brust

3. Juni 2016 / Aufrufe: 1.605
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In Griechenland geraten 50000 Bürger mit fälligen Schulden an den Fiskus in Höhe von 30 bis 500 Euro in die Zange des Finanzamts.

Das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen (GGDE) in Griechenland schritt zu einem Zug, von dem erwartet wird, dass er Diskussionen und heftige Reaktionen hervorrufen wird.

Konkret verschickte die GGDE an 50.000 Schuldner elektronisch … „blaue Briefe“, mit denen sie all jene warnt, die dem Fiskus ab 30 bis 500 Euro schulden – also relativ geringe Beträge, die jedoch natürlich nicht verjährt sind und denen nun das Finanzamt nachjagt, um Geld in die öffentlichen Kassen zu bringen.

Kleinvieh macht auch Mist …

Es handelt sich um sogenannte „alte“ fällige Verbindlichkeiten, wobei die per E-Mail verschickten Benachrichtigungen die ersten sind, da auch weitere Warnungen folgen werden. Als „alte“ fällige Verbindlichkeiten verstehen sich bis zum 31 Dezember 2015 festgestellte Schulden, deren Begleichung (oder ggf. einer Rate) seit mehr als drei Monaten anhängig ist.

Die elektronischen „Briefchen“ werden alle, die nicht zur Regulierung ihrer Verbindlichkeiten geschritten, nicht einem Verfahren zur Aussetzung der Beitreibung oder Vollstreckung unterstellt, aber auch Schuldner erhalten, deren Verbindlichkeiten nicht als „nicht beitreibungsfähig“ charakterisiert worden sind. Minderjährige Schuldner (also im Alter von unter 18 Jahren) werden keine Benachrichtigung vom Finanzamt erhalten.

In dem Schreiben lautet es, dass nach einer Kontrolle die Existenz fälliger Verbindlichkeiten festgestellt wurde und die Steuerpflichtigen aufgefordert werden, zur umgehenden „Regulierung“ der anhängigen Sache zu schreiten.

Es ist anzumerken wert, dass die fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus in Griechenland mit geometrischer Geschwindigkeit zunehmen, mittlerweile insgesamt 87 Mrd. Euro überstiegen haben und den großen „Albtraum“ jeder Regierung darstellen. Eine Frage erhebt allerdings natürlich der Umstand, warum die „Jagd“ bei den 30-Euro-Schuldnern und nicht den Großschuldnern begann, die jeweils zehntausende Euro schulden.

(Quelle: Imerisia)

  1. Kleoni
    3. Juni 2016, 09:26 | #1

    Kleine Steuersünder „hängt“ man, die grossen lässt man laufen.

  2. V 99%
    4. Juni 2016, 11:26 | #2

    Ist doch logisch, dass es einfacher ist 50.000 mal 30 – 500€ (durchschnittlich ~12.000.000 €) einzutreiben als einmal, z.B die groesste Steuersuenderin der Lagarde-Liste, Margaret Papandreou, um die geschaetzten 550 Millionnen €, welche auf HSBC-Schwarzgeldkonten versteckt sind, zurück zu holen. Der kleine Mann hat eben keine Lobby, auch nicht bei den Linken.

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