Dracoulescou: Griechenland hat nichts hinzugelernt

24. Juni 2016 / Aufrufe: 1.116
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Erneut die EU, aber auch die Regierung Griechenlands attackierend, vertritt Delia Velcouleskou alias Dracoulescou, die Griechen haben nichts aus ihren Fehlern gelernt.

Auf dem Kongress des Economist in Athen sprechend brachte die Repräsentantin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Delia Velcoulescou, zum wiederholten Mal die beständige Position des IWF bezüglich der griechischen Verschuldung zum Ausdruck.

Es bedarf einer essentiellen Erleichterung der Verschuldung, die ganz klar nicht tragfähig ist„, meinte sie charakteristisch und stellte klar, dass der IWF, obwohl er in der Vereinbarung keine (Vertrags-) Partei darstellt, an den Diskussionen teilnimmt.

IWF fordert realistische fiskalische Zielvorgaben

Die Funktionärin des Internationalen Währungsfonds, der in Griechenland bereits anlässlich ihres Auftretens in Zypern, aber auch ihrer umstrittenen persönlichen Machenschaften und Verwicklungen höhnisch der Alias „Dracoulescou“ verpasst wurde, merkte an, „wir haben Belege, dass die kurzfristig orientierte – vor 2018 – Umsetzung der Maßnahmen bezüglich der Verschuldung nicht notwendig ist, jedoch müssen wir taxieren, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen mit unserer Analyse über die Tragfähigkeit der griechischen Verschuldung in Einklang stehen„. Wenn nicht – fügte sie an -, „werden zusätzliche Maßnahmen vorzusehen sein, die diese (Tragfähigkeit) sicherstellen„.

Sogar einen zeitlichen Horizont setzend betonte die Funktionärin des IWF, der Fonds hoffe, dass die Einzelheiten bezüglich der griechischen Verschuldung vor den für das zweite Halbjahr 2017 geplanten (Bundestags-) Wahlen in Deutschland geregelt werden.

Des weiteren übte Frau Velcoulecou Kritik an der EU und sprach von „ehrgeizigen fiskalischen Zielevorgaben„, welche „die Risiken des Fehlschlagens erhöhen„. Wie sie bedeutungsvoll betonte, „sind realistischere Zielsetzungen bezüglich des primären Überschusses und des Rhythmus des Wachstums nötig„.

Griechen haben nichts aus ihren Fehlern gelernt

2014 war Griechenland in eine Wachstumsphase eingetreten, die geringere Primärüberschüsse erforderlich machte, aber die Reformen stoppten 2015 und so wurden wir in eine zweite griechische Krise geführt„, unterstrich Delia  Velcoulescou parallel und gestand ein, „zentrales Ziel in den letzten sechs Jahren ist, Griechenland in der Eurozone zu halten„. Sie fügte sogar an: „Griechenland hat einen weiten Weg zurückgelegt, jedoch haben die Griechen nichts aus ihren Fehlern gelernt und im Jahr 2015 brach eine neue Vertrauenskrise aus„.

Sich auf die Reformen beziehend, die Griechenland vornimmt, erklärte die Ökonomin des IWF, das Land sei weit vorangekommen, jedoch noch nicht am Ende angelangt, während sie speziell die Maßnahmen bezüglich der sogenannten „roten“ Kredite kommentierend meinte, diese seien „nicht ehrgeizig genug„.

Abschließend die Kredite an Griechenland kommentierend merkte Delia Velcoulecou an, die Zinssätze müssen stabil bleiben (womit sie unter anderem dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble, der sich jüngst ausdrücklich für variable Zinssätze aussprach, mehr oder weniger direkt „an den Karren“ fuhr).

(Quelle: Imerisia)

  1. GR-Block
    24. Juni 2016, 09:44 | #1

    Die EU hat nichts dazugelernt. – Nach dem „NEIN“ der Griechen, jetzt ein „NEIN“ der Briten. Die Frage ist jetzt, wie die britische EU es schafft, das Votum eines Volkes mit Anstand und Stolz im Leib wie die griechischen Kollegen zu verbiegen. Man munkelt schon, Cameron werde trotz anderweitiger Ansage im Amt bleiben, um allen Unmut auf sich zu nehmen. Sozusagen Tsipras II. Und wie letztes Jahr droht Juncker: „UK wird ins Unglück stürzen (dafür sorgen wir)!“
    Typisch EU: GREXIT=BREXIT=VEXIT*, aber nix dazulernen.
    *to vex: jemanden vergraulen

  2. Cyr
    24. Juni 2016, 15:55 | #2

    Der IWF ist auch ein sehr lernresistenter Verein. Was für ein Vertrauenn hatte Griechenland vor 2015. Und warum soll per Vertrauen die Lage besser werden? Welche Massnahmen gibt es noch, die die Lage verbessern konnte? Und war nicht der IWF vorneweg dafür mit den bisher getroffenen Massnahmen? Als Griechenland in die Krise ging, war es mit 80 Milliarden verschuldet. Jetzt stehen die Schulden bei 320 Milliarden, Tendenz steigend. Die Frau hat recht wenn sie Griechenland mit IWF vertauscht. Griechenland hat versagt, aber der IWF hat das noch großartig getoppt.

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