Backpfeife für Immobiliensteuer in Griechenland

27. Juni 2016 / Aufrufe: 2.282
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Das Landgericht Thessaloniki fror die Steuerzahlungen einer Eigentümerin ein, die jährlich 15.800 Euro ENFIA zahlen sollte.

Ein Gericht in Thessaloniki „watschte“ die sogenannte einheitliche Immobilien-Besitzsteuer (ENFIA) in Griechenland ab!

Die Einzelrichterkammer des Verwaltungs-Landgerichts Thessaloniki verkündete ein Urteil, mit dem es die Zahlung der Steuer für eine Eigentümerin dreier Immobilien einfror, die aufgefordert war, zusammen mit der neuen Zusatzsteuer eine Immobiliensteuer von jährlich über 15.800 Euro zu zahlen!

Immobilien-Überbesteuerung auf Basis utopischer Sachwerte

Das besagte Urteil ist das erste in Griechenland, das einen Immobilieneigentümer vollumfänglich von der ENFIA befreit. Die Urteilsbegründung des Gerichts stützte sich darauf, dass die Steuer auf Basis des sogenannten „objektorientiert bestimmten Sachwertes“ (sprich Einheitspreises) des Immobilienvermögens erhoben wird, die Immobilie jedoch, sofern der Eigentümer die Steuer nicht zu begleichen vermag, von dem griechischen Fiskus beschlagnahmt wird und auf Basis ihres Marktwertes zur Zwangsversteigerung gebracht wird.

Spezieller hat die in Rede stehende Eigentümerin, welche die Einzelrichterkammer des Verwaltungs-Landgerichts anrief, drei Immobilien in ihrem Besitz: ein Wohnhaus im Bezirk Kalamaria (Thessaloniki) und ein Wohnhaus und ein Gewerbegebäude im Bezirk Panorama (Thessaloniki). Gemäß der Berechnung der 2007 geltenden objektorientierten Sachwerte, auf deren Basis die ENFIA ermittelt wurde, beläuft sich der Einheitspreis der obigen Immobilien auf ungefähr 1.824.000 Euro, während ihr heutiger Marktwert laut der Schätzung einer speziellen Immobilien-Schätzerin auf weniger als 430.000 Euro veranschlagt wird.

Auf Basis des Vorstehenden forderte der griechische Fiskus von der Eigentümerin über 15.800 Euro ENFIA jährlich. Spezieller wurde die Hauptsteuer auf 3.960,99 Euro und die Zusatzsteuer (für ein Immobilienvermögen mit einem sogenannten Sachwert von über 300.000 Euro) auf 11.842,79 Euro pro Jahr festgesetzt. Ein weiterer signifikanter Punkt des Urteils ist, dass die „Einfrierung“ der Entrichtung der ENFIA sich nicht auf einen konkreten Zeitraum bezieht, sondern unbefristet ist – was bedeutet, dass die Eigentümerin eventuell nie wieder ENFIA zahlen wird.

Es handelt sich um ein besonders bedeutsames Urteil, das hunderttausende Immobilieneigentümer betrifft. Das Gericht urteilte zu rechtens, dass eine Inkompatibilität zwischen dem Modus der Berechnung der ENFIA auf Basis des objektorientiert ermittelten Sachwertes und der Zwangsversteigerung einer Immobilie existiert, die auf Basis ihres Marktwertes erfolgt und deren Preis bei einigen tausend Euro beginnt„, führt gegenüber der Zeitung „Dimokratia der Rechtsanwalt der Eigentümerin, Konstantinos Kopatsaris an.

(Quelle: dimokratianews.gr)

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